Tervetuloa

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Mit einem Blinzeln öffne ich die Augen und starre an die dunkle Holzverkleidung meiner Koje. Über mir quietscht es leicht, dann zwei mehr oder minder dumpfe Aufschläge, ein letztes Knarren, und die Ruhe kehrt zurück in den Tourbus. Aki hat wohl soeben seinem kleinen, pelzigen Freund Guten Morgen gesagt.
Mit einem Seufzend schließe ich die Augen und sinke zurück in die warmen Kissen, die meinen Körper umgeben und denke an die Zeiten, in denen ich das auch jeden Morgen aufs Neue getan habe. Gott sei Danke sind die aber jetzt vorbei, ich hab schließlich dich. Ein kleines Lächeln huscht über meine Lippen, als ich mich fester an dich presse, um deine Anwesenheit ganz deutlich zu spüren. Meine Finger krabbeln flink über deinen Straffen Körper, mir entweicht ein ungestümes Kichern, denn eigentlich ist Sex im Tourbus ja strengstens verboten . . . mit externen Objekten wohlgemerkt, sonst würden wir hier alle den ganzen Tag mit Taschenbillard spielen beschäftigt sein. Ich hätte es dann noch am besten, ich muss ja auf der Bühne nichts halten . . . aber Aki, der Arme. Deshalb verzeihe ich ihm auch die morgendliche Faustorgie.
Aber, wie gesagt, ich hab ja dich. Du bist alles, was ein Mann wie ich braucht. Das schöne Gefühl, gebraucht zu werden und dennoch eine Schulter zum Anlehnen zu haben. Nur dir kann ich mich ganz öffnen und mein verletzliches Inneres zeigen. Du wirst mir nicht wehtun, das spüre ich ganz tief in meinem Herzen.
Meine Lippen begeben sich nun auf Wanderschaft, versuchen, jeden Zentimeter von dir zu ertasten und mir für immer ins Gedächtnis zu brennen, sodass ich mich in einsamen, dunklen Stunden im Gedanken an dich versinken kann.
Es ist so aufregend, jeden Moment könnte einer der Jungs den Vorhang zur Seite reißen und sehen, was für verbotene Dinge wir hier tun. Ich gluckse aufgeregt und schiebe meine Hand vorsichtig unter die Decke, um dich auch ein bisschen zu verwöhnen. Irgendwann ist der Drang nach einem erneuten Adrenalinspiegel so groß, dass ich die Decke achtlos von uns zerre und sie in die Ecke werfe. Dein Körper ist jetzt meinen unverschämten Blicken ausgesetzt, die dich geradezu verschlingen . . . du willst sicherlich nicht wissen, was passieren würde, wenn ich mich nicht so beherrschen müsste.
Mit einem dreckigen Grinsen bringe ich ein bisschen mehr Spannung auf meine Shorts und schwinge mein Bein, so gut es in der niedrigen Koje geht, über dich, sodass ich jetzt rittlings auf der sitze und meine Hände fast grapschend über deinen Körper wandern lasse. Ich will dich, hier und jetzt.
Mit einem unterdrückten Stöhnen lasse ich mich mit meinem gesamten Körpergewicht auf dir nieder und rutsche ein bisschen hin und her, bis sich das Feeling einstellt, dass ich schon nach Akis Eskapaden von eben eingestellt hat. Du bleibst standhaft, weichst keinen Zentimeter zurück und lässt zu, dass ich meine hemmungslose Lust an dir auslebe. Noch ein Grund mehr, um dich zu liebe, so wie ich es tue . . .
Gerade will ich dir Zeigen, wer der Herr in diesem Bett ist, als der Vorhang brutal zurück gerissen wird und Eero uns mit einer hochgezogenen Augenbraue mustert. Dann wendet er sich seufzend ab und guckt nach oben zu Aki, der anscheinend immer noch mit seinem kleinen Plüschtierchen spielt.
„Pauliiiiiiiiiii??“
„Ja, Schatzi?“
„Aki hat sein Laken dreckig gemacht und Lauri hat gegen die große Tourbusregel verstoßen!“
„Welche große Tourbusregel meinst du?“
„Er benutzt schon wieder mein Surfbrett als Gummipuppe. Wenn er eines Tages ein Loch reinsägt, bring ich ihn um!“
„Reg dich nicht auf, Baby . . .“ Pauli tritt lächelnd durch die Tür und wischt sich die Hände an seiner Lieblingsschürze ab, bevor er Eero ein Guten-Morgen-Küsschen gibt und seinen Arm um seine Hüften legt.
„Hör mal zu, du Guru. Kapiers endlich, es ist nicht DEIN Surfbrett, das ist meine kleine Mindy und ich liebe sie!!“
„Das hab ich mir in Spanien gekauft!“
„Du hast sie missbraucht!! Sie hat mir alles erzählt und wir haben uns ineinander verliebt!“
Schützend schlinge ich meine Arme um dich und ziehe die Decke über uns beide. Ich kann es nicht ertragen, wenn Eero uns in so intimen Momenten sieht. Ich weiß ganz genau, dass er dich immer noch will, aber du gehörst zu mir!
„Jeden Morgen das gleiche . . . Eero, Schatzi, ich kauf dir ein neues Surfbrett, ja? Du willst deine Füße doch nicht auf etwas stellen, an dem Lauri schon seine Mandeln hatte.“
„Dann müsste ich hier mit stelzen rumlaufen.“ Knurrt er zurück und wirft mir noch einen giftigen Blick zu, bevor er sich von Pauli in die Küche führen lässt. Gleich gibt’s wieder Pfannkuchen, Eier und Speck für ihn . . . aber sowas esse ich nicht, davon würde ich fett und impotent werden.
Seufzend wühle ich mich aus der Decke, springe leichtfüßig in den Gang und drücke dir noch einen liebevollen Kuss auf, bevor ich nach draußen gehe. Auf die Pleite erst mal eine rauchen . . .

Nachdenklich schnipse ich die Asche von meiner Zigarette und widerstehe dem Drang, mich ausgiebig zu kratzen . . . du solltest vielleicht mal wieder duschen.
Es ist verdammt kalt hier draußen, aber ich durfte keine Jacke anziehen, zur Strafe, weil ich doch das heilige Gesetzt übertreten habe. Das ist mehr als unfair, ich weiß nämlich genau, was Pauli und Eero immer machen, wenn sie zusammen im Bad sind. Von wegen Beine rasiern, wers glaubt. Die drehen die Dusche auf und dann geht’s rund, bis der ganze Bus wackelt. Aber das stört ja keinen, Aki befummelt sich eh ständig ins Delirium und ich lasse mich meistens von dir besänftigen. Du bist so süß und unschuldig, als ob es für dich auf dieser Welt keinen anderen Mann als mich geben würde. Der Gedanke daran ist so schön und bequem, aber wenn ich einmal nicht mehr da bin, sollst du wieder glücklich sein, mit jemandem an deiner Seite, der dich beschützt und liebt, wie ich es jetzt tue. Unsere Liebe ist rein wie ein weißes Bettuch, bevor Aki es in die Finger bekommen hat.
Schließlich wird mir doch sehr kalt und ich werfe die Kippe auf den Boden, um sie ordentlich auszutreten. Keine gute Idee, wenn man keine Schuhe anhat . . .
Humpelnd taste ich mich an der Seite des Busses entlang und klopfe heftig an die Tür. Du musst dich schließlich um meinen Fuß kümmern, ein bisschen pusten, dann wird’s bestimmt gleich besser.
Aber drinnen tut sich nicht, also klopfe ich noch mal, und noch mal, und noch mal. Schließlich fange ich an zu schreien, nach zehn Minuten kullern mir dicke Tränchen über die Backen. Die Jungs wissen doch ganz genau, wie schlecht ich mir Zahlen merken kann und mit den Fingern darf ich nicht mehr zählen, weil sie das peinlich finden. Die sind so gemein zu mir . . . gut, dass du da bist, um mich zu trösten, wenn sie mal wieder lachen und mir meine Milch wegnehmen.
Nach zwanzig Minuten kommt endlich Eero an die Tür, er grinst und schließlich kapiere ich, warum er sich so hörnchenmäßig freut: er dich im Arm, aber nicht nur das, in der anderen Hand hält er seine Oktober- Unterhose. Richtig, heute ist ja Sonntag, Bügeltag. Und so wie es aussieht, bin ich noch nicht genug gestraft damit, halb nackt ihr draußen stehen zu müssen, nein, ich muss auch noch die Unterhosen der gesamten Band bügeln.
Theoretisch könnte ich jetzt weglaufen, mir ein Taxi rufen und nach Hause zu Mama fahren, aber ich will dich nicht im Stich lassen, also nicke ich ergeben und springe flink in den warmen Bus, als sich die Tür öffnet. Wenigstens kann ich dir bei der Arbeit ein wenig nahe sein . . . oh, meine Blutgefäße scheinen sich langsam wieder zu weiten.

Später:
Vorsichtig staple ich die Milchkästen vor dem Fernseher und hebe dich schließlich zärtlich in meine Arme um dich vorsichtig darauf niederzulassen. Dann schnappe ich mir meine kleine Hello Kitty Tasche und begebe ich mich auf meinen Unterhosen-Streifzug durch den Bus.
Gewaschen wird bei uns nur einmal im Monat, wir sind eben Umweltbewusste Rocker und gehen äußerst sparsam mit Wasser um. Wenn man die Sachen einmal in der Woche bügelt sehen sie gleich wieder aus wie neu.
Als erstes sticht mir Eeros Leier-Buxe ins Auge, die oben auf einem Bettpfosten thront. Mit meinem Zauberstab fische ich sie vorsichtig herunter und verstaue sich sorgfältig in meinem Beutelchen. Ich mag den kleinen Stab, den mir meine Ma zu Weihnachten geschenkt hat, er ist durchsichtig und innen sind lauter kleine Glitzerstücken drin, richtig toll ist das Teil . . . es rockt! Sie hat es mir gegeben, weil sie nicht will, dass ich jetzt schon ungewollt schwanger werde, das kann schon mal passieren, wenn man solche Sachen anfasst.
Als nächstes entdecke ich Akis Angeber-Shorts mit dem blöden Spruch drauf . . . „denn insch“ . . . der weiß doch gar nicht, was das bedeutet. Wahrscheinlich sowas wie „Achtung Urwald, bitte Buschmesser bereithalten.“ hihi . ..
Jedenfalls sind sie nass, kein Wunder, er muss da unten ja schon ganz taub sein, das is dann wie bei alten Leuten . . .
Zum Schluss noch Paulis Stringtanga aus der Dusche gefischt und ich kann mich fröhlich, frisch und frei ans Werk machen.
Mit einem verliebten Lächeln drücke ich dir einen Kuss auf und kitzle dich ein wenig, bevor ich nach der Fernbedienung greife und Neunlive anschalte. Ich liebe diesen Sender einfach . . . schade, dass es den nur in Deutschland gibt, ich verstehe nie was, aber die Liebesfilme sind immer sooooooooooo romantisch.
Als erstes klatsche ich Akis nasse Shorts af deinen Bauch und hoffe inständig, dass du in neun Monaten keinen kleinen, pelzigen Perversen auf die Welt bringst, diesen Schmerz könnte ich nicht ertragen. Schlimm genug, dass Eero unsere Liebe zerstören will. Aber das wird er nicht schaffen, das wird nie jemand schaffen, denn wir lieben uns einfach!
Die Minuten vergehen, immer wieder fahre ich mit dem heißen Eisen über das Stückchen Stoff und sehe, wie diverse Körperflüssigkeiten verdampfen und sich in Form von winzigen Tropfchen in den Gardienen festsetzen. Ganz toll, da darf ich wieder das teure Waschmittel kaufen.
Lara betrügt Marcel bereits zum dritten Mal und ich heule Rotz zu Wasser, als Aki angewackelt kommt und seine mittlerweile trockene Shorts glücklich von deinem Bauch zieht.
„Cool, jetzt klemm ich mir beim Pissen nicht mehr ständig den sack ein.“
Mit diesen Worten gibt er mir einen Schmatzer auf die Wange und düst wieder davon. Bitte sei nicht eifersüchtig, mein kleiner Schatz, ich liebe doch nur dich!
Die anderen Teile gehen eigentlich ganz schnell, Eeros Gummizug löst sich zwar schließlich völlig in Wohlgefallen auf, aber das wird er nicht merken, wenn Pauli ihn erst mal in die Finger bekommt. Schwuppdiewupp ist so ein Sonntagnachmittag gelaufen, wiedereinmal haben wir wirklich tiefsinnige Gespräche geführt, wobei ich es natürlich respektiere, dass du diene Liebe zu mir gern durch genießerisches Schweigen ausdrückst. Oh Mindy, du bist mein Stern! Lass mich nur schnell den Feinripp aufräumen und ich mache dich zur glücklichsten Frau der Welt.

Am Abend:
„LAURI!“
„Was?“ Brummig lege ich mein Butterbrot zurück auf den Teller und liebkose meine armen kleinen Finger, die Eero eben so brutal mit seiner Gabel traktiert hat.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass vor dem Essen gebetet wird!?“
„Das is doch voll uncool . . . findet Mindy auch!“
„Hast du wieder dieses angewichste schmierige Teil mit an den Tisch genommen? Nun rück schon raus, wo hast dus versteckt?“
„Sie ist die schönste Frau der Welt, wie kannst du nur so etwas Gemeines sagen, das verletzt doch ihre Gefühle!“ Aufgebracht ziehe ich dich unter dem Tisch vor und nehme dich in den Arm, um dich vor Eeros eifersüchtiger, geifernder Art zu schützen.
„Bring das Ding raus, SOFORT!“
„Ich will nicht . . . ich LIEBE Mindy!“
„Es ist ein SURFBRETT! MEIN SURFBRETT!“
„Mindy!“
„Surfbrett!“
„Mindy!“
„SURF-BRETT!!“
„MIN-DY!“
„RUHE JETZT!“ Mit einem Mal herrscht Totenstille im Tourbus. Pauli hat sich in seine Lederkluft geworfen und ist auf die Eckbank geklettert um ordentlich mit seiner neuen Peitsche zu knallen. Er sieht schon verdammt sexy aus in diesen Lackstrapsen . . . oh nein, Mindy, verzeih mir meine schmutzigen Gedanken.
„Uhhh, Spatzi, du siehst echt heiß aus!“ Entzückt knabbert Eero an seiner Ingwerstange. . .ich kann mir vorstellen, an was er dabei denkt.
„Können wir jetzt endlich essen? Ich will nachher noch DSF gucken.“
„Was läuft den da?“
„Ähm . . . da läuft . . . das Sandmännchen, genau, das Sandmännchen!“
„Cooooooool, darf ich mitgucken?“ komm schon, Akimaus.
„Mhmm, ich weiß nich . . .Eero, darf Lauri solang aufbleiben?“
„Wenn er dieses eklige Ding da von seinem Schoß nimmt, dürft ihr machen was ihr wollt.“
„Aber, . . .“
„Mach schon, Nalle, das Sandmännchen ist echt hot.“
Ich werfe dir einen fragendenden Blick zu, du lächelst verständnisvoll und ich möchte dich am liebsten sofort in den Arm nehmen, dich knuddln und dir sagen, wie toll du doch bist. Oder schweinische Sachen auf dem Küchentisch machen, hihi.
Also bringe ich dich nach hinten in meine Koje, stecke dir eine Schachtel Praline zu und streichle dir sanft und verliebt über die Wange. Bevor ich mich von dir losreißen kann, gebe ich dir noch einen intensiven Kuss, will dich schmecken und genießen . . .
„Ihhhhhh, jetzt leckt er es ab!“
Eero wird wohl nie begreifen, was wahre Liebe ist.
Seufzend latsche ich wieder nach vorne zu den Jungs und setze mich wieder an den Tisch.
„Aki ist heute mit Beten dran.“
„Ich? Oah ne, son Scheiß.“
„AKI! Der liebe Gott hört dich!“
„Pf, der schrubbt sich bestimmt grad ein.“
„Nicht jeder hat nen Magnet im Schritt, so wie du.“
„Können wir jetzt ENDLICH anfangen, dieses Lederzeug juckt wie Sau.“
„Dann werden doch wohl mal befreien müssen.“ Kein Bassist kichert mehr wie ein Mädchen als unserer. Echt peinlich sowas . . .
„Also . . .“ Aki setzt eine gewichtige Miene auf und faltet die Hände. Wir andern tun es ihm gleich und warten gespannt auf seine heiligen Worte.
„ . . . Lieber Gott, wir danken dir für alle dicken Titten dieser Welt, meine Wenigkeit als Bereicherung für alle weiblichen Wesen und den 75sten Geburtstag von Durex. Es lebe der Safer-Sex, hell yeah! Amen.“
Zufrieden grapscht er nach dem Nutelleglas und verstreicht einen großen Esslöffel voll auf seinem Stückchen Baguettebrot, dann packt er noch zwei große saure Gurken oben drauf und schiebt sich das ganze Gebilde gierig in den Mund.
Ich zucke nur mit den Schultern und greife in den Obstkorb, um mir kleine Apfelschiffen zu basteln.
Pauli hat sich gleich ein ganzes Baguette geschnappt und testet nun, wie viel Salami er darauf verteilen kann, bis das ganze Zeug wieder runterfällt. Fasziniert beobachte ich ihn dabei, wie er Schicht für Schicht auf dem ellenlangen Teil verteilt, zum Schluss noch Senf und Majo darüberkippt, den Deckel draufklappt und stolz in die Runde strahlt.
Eero hat seine Arme vor dem Gesicht verschränkt, liegt auf dem Tisch und weint. Ich schiebe mir nachdenklich das Segel von meinem Schiffchen in den Mund und denke an dich. Ein ganz normaler Abend im Tourbus von The Rasmus . . .

„Stier: Sie erleben in den nächsten Tagen ein erotisches Abenteuer nach dem anderen. Passen sie auf, dass ihnen die Luft nicht ausgeht, ihr Partner könnte es ihnen übel nehmen!“
„Da muss ich wohl bei meinem Schneckchen keine Angst haben.“ Kichern kneift Eero Pauli im Vorbeigehen in die Seite, der quiekt begeistert auf und sabbert den Vater der Intoleranz nach allen Regeln der Kunst ab.
„Naja, bei mir seh ich da auch keine Gefahr.“ Erwidere ich lässig und lasse mein rechtes Bein demonstrativ aus dem Bett hängen. Frisch gewachst, jawohl!
„Dass sich dein Partner beschwert? Klar, ich hab auch noch nie n Surfbrett gehört, das „Schlappschwanz“ sagen kann.“
„Sowas würde Mindy niemals tun, wir führen nämlich eine sehr zärtliche Beziehung, ihr . . . ihr . . . ihr Schwasomaso-Schweine.“
„Hör endlich auf zu behaupten, dass mein Surfbrett in dich verknallt ist! Ich geb dir auch zehn Mäuse, damit du dir nen Handstaubsauger kaufen kannst . . . und bring das Teil da vorher in die chemische Reinigung, das muss der reinste Samenfriedhof sein.“
„Du willst Mindy vergiften!?“
„Ich will mein Surfbrett wiederhaben!“
„Darling, lass ihn doch. Das Thema hatten wir schon . . . Ich will dich nicht persönlich angreifen, mein Pupsehase, aber versuch doch mal, Lauri zu verstehn. Seit seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, als sie in die Grundschule gekommen ist, fällt es ihm eben schwer, sich auf eine neue Beziehung einzulassen.“
„Sie, sie . . . sie hat sich für mich geschämt, wenn ich am Schultor auf sie gewartet hab . . . und plötzlich war ihr ihr Pony wichtiger als ich.“ All die schrecklichen Erinnerungen an meine damalige große Liebe kommen mit Paulis Worten wieder in mir hoch und ich grapsche blind vor Tränen nach meiner Bettdecke, ich schäme mich so, vor dir zu weinen. Außerdem liebe ich dich, will dich nicht mit meinen Problemen über meine Ex belästigen, aber es tat so weh, sie mit diesem schwarzen, gutaussehenden Typ über die Felder galoppieren zu sehn.
„Schon scheiße, wenn man wegen einem Wallach verlassen wird . . . und trotzdem verstehe ich dieses Mädchen nicht. Wo ist denn da bitte der Unterschied? Ja, okay, die Füße muss man beiden waschen, aber wenigstens kackt Nalle nicht in die Ecke . . . oder hast du wieder damit angefangen?“
Dicke Tränchen kullern mir über die Wangen und ich schmiege mich ganz fest an dich, um nicht vollends die Beherrschung zu verlieren. Eigentlich sind die Nächte im Tourbus immer ganz lustig, mit Horoskope vorlesen, Schminktipps austauschen, ein bisschen Kichern und so . . . aber seit Eero so furchtbar rattich auf dich ist, macht das alles irgendwie gar keinen Spaß mehr.
„Könnt ihr mal bitte die Klappe halten da unten? Ich versuch mich zu konzentrieren.“
Mault Aki über mir . . . na ja, eigentlich ist es eher gestöhnt. Er hat sich vorhin diese furchtbar perverse Sendung angesehen, mit nackten Frauen, die so große . . . Dingsdas hatten, dass ich vor lauter Angst fast angefangen hätte zu weinen. Ich weiß jetzt schon, was ich heute Nacht träumen werde: Diese Teile werden mich die ganze Zeit über verfolgen und versuchen mich zu zerquetschen.
Aki sagt immer, er träumt dasselbe, aber ihm gefällt das anscheinend. Er mag ja auch Horrorfilme und solche Sachen . . .
„Man Hakala, Gott sei Dank hast du bald Geburtstag, dann schenk ich dir son Teil wie die Kühe im Fernsehn immer ans Euter bekommen. Vielleicht kannst du die Drumsticks dann mal halten, ohne dir die Hände mit drei Schichten Mullbinde einzuwickeln.“ Pauli kommt eben aus dem Bad geschlurft und kichert dabei, er trägt die pinken Schnuffelpantoffeln, die ich eigentlich haben wollte, aber der Blödmann hat sie mir einfach vor der Nase weggeschnappt und gibt jetzt ständig damit an. Das ist so gemein . . . er hat doch schon den rosanen Bärchenschlafanzug bekommen.
Ich bekomm immer nur so doofe Sache wie Turnbeutel . . . von Iron Maiden . . . die anderen behaupten immer, das wäre sowas ähnliches Barbie, aber das glaub ich nicht.
Meistens schenke ich sie ja eh Aki, damit er seine Hose damit ausstopfen kann, wenn wir nach dem Gig an den ganzen Mädchen vorbei müssen. Die, die am lautesten kreischen lädt er dann immer auf unser Hotelzimmer ein und ich muss die ganze nacht das Gewackel neben mir ertragen. Zwischendurch rutscht auch mal eine rüber zu mir, aber du bist ja bei mir und dann wird den blöden Ziegen auch meistens schnell klar, dass ich glücklich vergeben bin.

„Ach, ihr wollt mir ne Taschenmuschi schenken?“
„Pauli, Häschen, es ist wieder soweit . . . hol bitte die Bilder.“
„Die . . . oh mein GOTT, NEIN!“ Aki kreischt ängstlich auf und drängt sich in die hinterste Ecke seiner Koje, doch Eero und sein Pupsehase haben kein Mitleid. Einer hält ihn fest, während der andere die Bilder von Paulis Oma holt. Sie hat darauf nichts als eine pinke Federboa an, deshalb darf ich die Fotos auch nie sehen, weil ich dann auch immer so eine haben will. Also so eine puschelige Boa, keine Oma, Omas sind doof. Meine Oma haut mit immer den Popo voll, wenn ich sie besuche, sie sagt, ich wäre geisteskrank und pervers, aber das stimmt nicht. Aki ist pervers, ich bin nur romantisch und sensibel, jawohl. Und ich weiß, wie es ist, eine Liebe gegen den Rest der Welt zu verteidigen, sei es Eero, der eifersüchtige Blödmann oder Omi, die sich jedes Mal über mein glattes Hinterteil aufregt.
Ich weiß, dass es dir egal ist, wie ich aussehe und dass du mich so liebst, wie ich bin, aber ich mag es nicht, wenn ich aussehe wie Akis Feuerwehrmann, da bekomm ich immer so schreckliche Angst.
Inzwischen haben sie die Bilder anscheinend gefunden, denn ich höre Aki unten weinen und winseln. Toll, die beiden machen ihn solange fertig, bis er wieder seine Fressanfälle bekommt und den niedlichen Sandkuchen findet, den ich für dich gebacken hab. Dafür saß ich den ganzen Nachmittag in unserem mobilen Sandkasten und habe mit Eeros Stricknadeln deinen Namen in den Guss gemalt. Eigentlich wollte ich noch kleine Herzchen draufmachen, aber dann kamen plötzlich ein paar große Jungs und waren gemein zu mir, da bin ich schnell weggerannt und hab den Kuchen versteckt, damit ihn niemand isst.
Ich hab nämlich eine kleine Überraschung für dich, mein Zuckermäuschen. Wir machen heute Nacht ein romantisches Picknick im Grünen, ich muss nur noch warten, bis Eero und Pauli in der Dusche verschwunden sind und Aki aufgehört hat, apathisch vor sich hinzumurmeln. Nach den Omi-Bildern fasst er seine Urwaldbanane mindestens zwei Tage lang nicht an und kreischt aufgeregt, wenn er aus Versehen mit der Hand dran kommt. Die anderen erzählen ihm nämlich immer, dass Paulis Oma vorbeikommt und ihn mitnimmt, wenn er das macht.
Pah, an sowas Dummes glaub ich schon lange nicht mehr, der Weihnachtsmann hat mir letztes Jahr ein tolles Buch gebracht, mit lauter bunten Bildern, auf denen erklärt wird, wie das mit den Bienchen und Blümchen funktioniert. Und da steht, dass das mit Omis nicht geht, aber das weiß der Aki ja nicht, hihi.
Vorsichtig klettere ich die kleine Leiter von meinem Bett herunter und checke die Lage ab. Checken ist kuuuuuuuuuuuuuuhl!
Aki weint sich in den Schlaf, aus dem Bad kommt hysterisches Gekicher und ab und zu ein Rumpeln, also alles rodscher. Leise wie ein Mäuschen schleiche ich zu meinem Schrank und ziehe mein Hello Kitty Picknickset heraus, das ich heute nach dem Bügeln ganz ordentlich gepackt habe. Leider fehlt ein Hello Kitty Löffelchen, aber das sich Eero wohl in den Popo gesteckt.
Dann husche ich wieder zu unserem Bett hinübe und fange dich auf, als du glücklich in meine Arme springst. Dein Lächeln strahlt heute so hell wie die Sonne, der Mond und die Sterne zusammen. Oh Mindy, ich liebe dich ja so sehr! Mit dir zusammen will ich alt werden, egal was die anderen sagen. Wenn Eero nicht endlich aufhört, dich zu begehren, werde ich ihn wohl verprügeln müssen und diesmal werde ich ganz bestimmt nicht weinen, wenn es blutet!
„Schnubbelchen, deine Ganzkörpermasseuse richtet dir schon mal den Tisch in der Küche.“ trällert es plötzlich aus dem Bad und mich erfasst die Panik. Blitzschnell packe ich dich und mein Hello Kitty Equipment und ziehe dich aus dem Bus hinaus in die freie Natur.
Puh, noch mal gut gegangen . . . Doch plötzlich fällt mir auf, dass du vergessen hast, deinen Mantel anzuziehen, also knöpfe ich ganz gentlemanlike meinen Schnuffel-Pyjama auf und hänge dir das Oberteil über die Schultern, du zitterst ja schon. Du lächelst dein umwerfendes Lächeln und ich bin ganz hin und weg . . . kann nur deine Hand halten und langsam mit dir über den verlassenen Parkplatz streifen, auf dem wir stehen. Keine Sorge, Honigtöpfchen, ich finde schon ein lauschiges Plätzchen für uns . . . ich will dich doch glücklich machen, heute Nacht.

Später:
Erschöpft rutsche ich von dir herunter und sehe glücklich zu den funkelnden Sternen empor. Es ist so wunderbar romantisch hier unter dem Baum, etwas kalt zwar, aber du hast mir ja eben mächtig eingeheizt, du kleines Luder du, hihi. Wenn Eero wüsste, was für eine Granate du bist, wäre er wahrscheinlich noch schärfer auf dich, aber das bleibt ja unser kleines Geheimnis, genau wie die Babys, die wir bald haben wollen. Vielleicht hat s ja diesmal funktioniert und ich bin bald Daddy . . .
Kichernd ziehe ich mein Hello Kitty Köfferchen zu mir heran und wühle darin nach meinen Kippen. Rauchen ist nur was für böse Jungs und ich bin gaaaaaaaanz böse, jawohl. Ich bin voll der Checker, yeah, Baby.
Schnell finde ich die kleine rosane Puscheltasche, in der ich meine Marlboros aufbewahre, damit sie schön flauschig bleiben. Pauli sagt immer, Kippen können nicht flauschig sein, aber der hat ja eh keine Ahnung von Romantik und Pastellfarben, dieser, dieser . . . Schwasomasofreak. Immer nur Lack und dieses unausstehliche Lederzeugs, das passt nicht zu seinem Teint und ist außerdem mega-unpuschelich. Aber na ja, auf das dumme Dingsda steht ja eh nur Eero, richtige, schöne Frauen wie du, meine kleine Mindy, mögen eben sensible, melancholische Rocker wie mich, nicht wahr, mein Schnuffelbärchen?
Letzte Nacht, als Aki meine Bibi-Blocksberg Kassette kaputt gemacht hatte und ich deshalb nicht schlafen konnte, hab ich mir schon Namen für unsere Babys ausgedacht. Wenn es ein Mädchen wird, könnten wir es Milka nennen, ich finde diese süüüüße lilane Kuh einfach zu knuffig. Wir könnten der Kleinen einen lila Strampler kaufen und mit Zahnpasta lauter weiße Punkte aufmalen, da würden mich die Jungs bestimmt voll drum beneiden. Eeros Baby ist nämlich voll öde und doof. Ständig gibt es mit seiner obergeilen Rassel an und lässt mich nie auch mal damit spielen, das ist voll unfair!
Wenn es aber son ein hypergeiler Checker-Typ wird wie ich, dann nennen wir es Dexter . . . das klingt einfach voll checkich . . . und so.
Seufzend drücke ich meine Zigarette aus und schnipse die fliederfarbene Asche von meinem Bein, auf dem ich sie versehentlich ausgedrückt habe. Hat Ewigkeiten gedauert, bis ich die ganze Schachtel mit meinem coolen Girlie-Fineliner angemalt habe, aber jetzt steht auf jeder Kippe mein Name drauf, mit Herzchen, hihi.
Zärtlich streiche ich über deinen Bauch und wandere weiter nach oben. Ich kichere leise und gebe dir ein Küsschen auf die Wange . . . ich kann dich ja schließlich nicht DA küssen, dass ist doch . . . voll versaut. Verlegen ziehe ich mir meine Mütze über die Augen und taste lieber ein bisschen, das ist nicht so peinlich. Wir könnten ja auch noch mal, dann hätten wir gleich zwei Babys, das ist doch viel praktischer. Mit einem tiefen Knurren wälze ich mich wieder auf dich, als es plötzlich ein paar Meter neben uns klirrt.
„Was MACHT der da?“ Huch, die sprechen ja ne komische Sprache . . . Albanisch oder so.
„Ich weiß nicht . . . auf jeden Fall ist die Flasche jetzt im Arsch.“
„Ich glaub kaum, dass er die noch gebraucht hätte . . .“
Die eine von den beiden riecht misstrauisch an ihrer riesigen Wasserflasche, während die zweite ein kleines Büchlein herausholt und eifrig anfängt zu schreiben.
„Hey, ist das nicht der Tourbus dadrüben?“
„Das schwarze Ding mit den rosa Herzchen drauf?“
„Die hab ich gemacht!“ krähe ich stolz zu den beiden hinüber und rapple mich in den Schneidersitz hoch. Die können ja änglisch *froi*
„Oh mein Gott . . .“
Mit geschocktem Gesichtsausdruck starrt mich die größere der beiden an, während die kleine, gemeinere von beiden in schallendes Gelächter ausbricht. Pfü, keinen Schimmer von Kunst, diese Albaner.
„Solln wirs photografiern?“
„Wär nicht gut für ihn . . .“
„Aber für uns, die Bravo würde uns lieben.“
„Sin wir so gemein?“
„Näää, irgendwie tut er mir ja leid.“
„Jup, zu viele Joints schätz ich mal . . . aber was zum Teufel soll dieses Surfbrett da?“
„Und warum ist es . . . nass?“
„Morgentau?“
„Es ist mitten in der Nacht, außerdem . . . klebt . . . Morgentau nicht so.“
„Denkst du er hat . . .“
„Sieht so aus.“
„Oh mein Gott . . .“ scheinen ja ziemlich gläubig zu sein, diese Albaner.
„Du ähm, Lauri?“
„Ihr werdet der Presse doch nichts von Mindy und mir erzählen, oder? Ihr wollt doch nicht das Glück von eurem armen, kleinen Nalle zerstören?“ wimmere ich ängstlich und klammere mich an dich, um deine Scham zu bedecken. Albaner sind so furchtbar dreiste Menschen.
„Ähm, wer is Mindy?“
„Ihr braucht gar nicht so tun, als ob ihr sie nicht sehen würdet, ihr seid ja bloß neidisch!“ kreische ich unter Tränen.
„Denkst du, er meint . . . das Surfbrett?“
„Nee, ich glaub, die ham bei MacFress die Hühnchen vergiftet, der Master liegt hier nicht mit einem quietschgelben Surfbrett und weint, neineinein . . .“
Die kleine rennt leicht hysterisch im Kreis und zerrt schließlich eine Rolle Smarties aus der Tasche, um sich eine Hand voll davon in den Mund zu stopfen.
„Krieg ich n rosanes?“
„Was?“
„Ich will auch was abhaben . . . ihr habt uns schließlich gestört.“
„Hehe, ja klar. Ich werf es.“
„Komm doch her.“
Stille.
„Lieber nicht, ich hab nämlich . . . ne Allergie gegen Hello Kitty, weißte.“
„Das muss ja ein schreckliches Leben für dich sein.“ Erwidere ich geschockt und fange das kleine Smartie, das zu mir geflogen kommt.
„Lauri, magst du nicht lieber wieder in den Bus gehen?“
„Nööö, wieso denn?“
„Weil, ähm . . . wir ne Überraschung für dich haben, die ist aber im Bus.“
„Aber ihr seit doch gar keine Pink- Checkaz.“
„Wie bitte!?“
„Das ist unser kleiner Tour-Club.“ Ich kichere und denke an die schönen Abende, wenn ich mit Jari, Mikko und den anderen bei Tee und Diätkeksen sitze und wir unsere Horoskope austauschen . . .
„Natürlich . . . also bist du ein braver Pink- Chacka und kommst kurz mit uns? Du könntest Mindy ja überraschen . . .“
„Ui, das ist aber waaaaaahnsinnig hypergeilo lieb von euch.“ Freudig springe ich auf, die Kleine starrt mich kurz an, dreht sich um und murmelt merkwürdiges Zeug vor sich hin.
„Ähm, vielleicht kannst du dir was anziehn. Sie is noch nich so alt . . .“
„Achso, klar, hehe. Magst du vielleicht n Bonbon vom Onkel Lauri?“
„NEIN!“
„Du kannst a schon mal zum Bus gehen und denen dadrin Bescheid sagen, ich pass hier solang n bissl auf.“
„Wie isn der Code für den Bus?“
„Tut mir leid, aber ich darf Fremden nicht die Nummer sagen.“
„Ich guck dich nichtmal an, also raus damit.“
„Aber . . .“
„Ich mach sonst deine Mindy putt!“
„Nagut, du hast gewonnen. 666-Puschel.“
„Wieso wundert mich das jetzt nicht . . .“
Mit großen Schritten verschwindet sie Richtung Bus, hoffentlich sind Pauli und Eero nicht mehr auf dem Küchentisch, das wäre peinlich. Die sind echt so abnormal . . .
„Ähm, vielleicht kommst du mal . . . aus dem Busch da raus.“
„Ich kann meine kleine Fee doch nicht hier zurücklassen.“
„Ja ne, is klar.“
Plötzlich werde ich am Arm gepackt und über den halben Parkplatz geschleppt, ich weine und kreische, aber es nützt einfach nichts. Verzeih mir meine Gedanken, oh Liebste, aber das beruhigende Tätscheln von dieser Albanerin tut doch ganz gut . . .
„Erzählst du mir ne Geschichte?“ frage ich irgendwann leise und wische mir die letzten Tränen aus dem Gesicht.
„Oh, ich kenn viele Geschichten. Magst du eine mit Aki und dir?“
„Au ja . . .“
Zufrieden kuschle ich mich an sie und lasse mich weiter zum Tourbus schleifen, dessen Tür inzwischen offen ist. Pauli steht in seinem rosa Bademantel an der der Tür und redet mit der anderen Albanerin. Nach ein paar Augenblicken hat er die Smarties entdeckt und bettelt, der alte Schnorrer. Und der Blödmann bekommt auch noch viele mehr als ich, das ist sowas von unfair!
„Guck mal Pauli, das sind Albaner! Sind die nicht toll?“ kreische ich hinüber, um ihn abzulenken.
„Das sind Deutsche, du Asso. Und jetzt geh rein, du blamierst uns echt immer und überall.“
„Aber . . .“
„Ins Bett, aber schnell!!“
„Und MINDY!?“
„Die holen wir morgen.“
„ABER SIE WIRD ERFRIEREN!!!“
„Ich nehm dir deine Hello Kitty Weihnachtsedition weg, wenn du jetzt nicht sofort ins Bettchen gehst!“
„Aber . . .“ Ich schniefe traurig und winsle zu den Albanerinnen herüber, aber die haben inzwischen Aki entdeckt und kleben fast an der Scheibe. Pf, und nur, weil er wieder sein blödes Sandmännchen geguckt hat und nackich durch den Bus watschelt.
„INS BETT!!“ vor Wut und Verzweiflung heulend renne ich nach hinten und werfe mich in meine Koje. Meine letzte Chance waren die Albanerinnen, aber inzwischen steht Aki ebenfalls an der Bustür und hat nur seinen Checker- Seidenschal um den Hüften. Plötzlich tut es draußen einen lauten Knall, die Smartie-Tussi ist nach hinten umgekippt und liegt mit starrem Blick auf dem Asphalt, das kann ich alles durchs Fenster sehn. Pauli zuckt nur mit den Schultern und schnappt sich die Smarties, bevor er wieder hinter ins Fernsehzimmer geht und das Sandmännchen mitguckt. Aki springt nur noch mal kurz raus und kriggelt voller Begeisterung seinen Namen auf die beiden Albanerinnen, wobei auch noch die zweie umkippt. Fröhlich hüpfend springt er danach durch den Gang, sein schal fällt und ich wünsche mir nicht sehnlicher, als dich bei mir zu haben, meine kleine Mindy.

Am nächsten Morgen:
„Wixxie, Nalle wacht auf!!“
Irgendwas rüttelt an mir und hält mich kurzzeitig davon ab, mein Kopfkissen mit dicken Tränen vollzuschniefen. Immer wenn ich die Augen schließe, sehe ich dich dort nackt im Gras liegen, hilf- und schutzlos, ohne mich, meine kleine Mindy. Und die beiden fiesen Albanerinnen stehen da und lachen ein schauriges Lachen, bevor Aki kommt und sie kichernd in sein Bettchen zieht.
„HABT IHR NICHT GEHÖRT!?“ Mit einem Ruck werde ich aus dem Bett gerissen, meine Polly-Pocket Schmusedecke klatscht auf den Boden und ich zerbreche bei dem Sturz meinen
Lieblingskajal aus der Bravo Girl. Als ich die schwarzen Krümel sehe, breche ich sofort wieder in Tränen aus, doch Pauli verpasst mir ein paar Fußtritte und plötzlich sehe ich, dass er ebenfalls weint.
„Aber Pupsehase, was ist denn los?“ frage ich besorgt und lege ihm fürsorglich meine Schnuffeldecke um die Schultern.
„Es ist . . . Eero ist weeeeeeeeeeg.“ Bricht es aus ihm heraus und er wirft sich schluchzend in meine Arme. „Mein Schweineschwänzchen hat mich verlahahasseeeeeeen!!“
„Verdammte Scheiße ey, wer sich soll sich bei dem Geheule bitte auf TITTEN konzentrieren können!?“ kreischt es plötzlich von oben und Aki streckt sein verwuscheltes Köpfchen über das Geländer unseres Stockbettes. Süß sieht er dabei aus, hihi . . . Oh nein, was bin ich nur für ein schlechter Mensch! Mindy, meine geliebte Elfe, verzeih mir meine schäbigen Gedanken, die Sehnsucht nach dir bringt mich um den Verstand!
„Es gibt jetz wichtigeres als dein klein, mickrigen, pelzigen Schwan, du, du . . . du Brötchen-über-der-Spüle-aufschneider!“ schluchzt Pauli und tastet blind vor Tränen nach seinem Snoopytaschentuch, das ich ihm voller Mitleid ins Patschehändchen drücke.
„Wir können ihn ja suchen gehen . . . dabei können wir gleich Mindy von diesem schrecklichen Ort wegholen.“ Schlage ich einfühlsam vor.
„SAG MAL, TICKST DU NOCH GANZ RICHTIG!!??“ brüllt unser Rauschgoldengelchen in Lack und Leder plötzlich los, sodass mir schon wieder die Tränchen in die Augen steigen. Das ist so gemein, die wissen doch, was für ein sensibler Rocker ich bin!
„EERO IST WEG UND DU DENKST NUR AN DEIN ANGEWICHSTES SURFBRETT!!“
„WIE HAST DU MEINE KLEINE FEE GENANNT!?“
„ES IST EIN SPORTGERÄT, DU ZURÜCKGEBLIEBENER IRRER!“
Das ist zuviel, niemand beleidigt ungestraft MEINE Mindy. Vor Zorn kreischend packe ich meinen Glitzerzauberstab und haue damit auf Paulis Feuerwehmann ein, bis er am Boden liegt und nach seiner Mama wimmert.
„Beleidige . . . nie . . . wieder . . . meine Verlobte.“ Presse ich zitternd vor Wut hervor und spuke ihm angewidert meinen HubbaBubba ins Gesicht.
„Es ist verboten, Gegenstände zu heiratet . . .“
„ICH LIEBE SIE!“
„MINDY EXISTIERT NICHT!“
Gerade will ich mich wieder auf ihn stürzen, als mich plötzlich eine starke Hand im Nacken packt. Auch Pauli wird kurz darauf hochgezogen und ich kapiere langsam, dass Aki uns beide durch den Tourbus zerrt, die Tür öffnet und uns in hohem Bogen auf den Parkplatz wirft.
In seiner Hose hat er einen großen, dicken Zauberstab versteckt. Ha, ich wusste immer, dass er auch einen hat!
„Dadrüben sin eure beiden Schatzies.“ Knurrt er und zeigt hinüber zu dem Flecken Wiese, wo ich meine Prinzessin gestern zurücklassen musste.
Eero sitzt dort und meditiert . . . AUF IHR!!
„MINDY!“ kreische ich hysterisch, Pauli starrt nur perplex zu den beiden hinüber und bricht schließlich wieder in Tränen aus.
„Aus eurer Sicht würde ich sagen, sie haben euch beide betrogen . . . aus meiner Sicht macht Eero aber einfach nur ein Yogastündchen auf seinem Surfbrett.
„SIE IST . . .“
„Jaja, schon gut, Nalle. Also ich geh dann mal rein, muss noch viele Leute anrufen . . . hab ja jetzt den ganzen Tourbus für mich allein.“ Er kichert und streicht sich zärtlich über den Zauberstaub.
„Bis dann Mädels, wir sehn uns.“ Er winkt, die Tür schließt sich und der Bus rollt davon. Pauli und ich starren uns an, während Eero und Mindy sich drüben ungestört im Gras vergnügen.
„Was machen wir denn jetzt . . . er hat meine ganzen Hello Kitty Sachen?“
„Guck dadrüben sind die beiden Deutschen, die helfen uns bestimmt.“
„Aber warum rennen die so?“
„Und warum hält Aki plötzlich an?“
„Und warum steigen die ein?“
Wir sehen den Rücklichtern des Busses nach, dann seufzt Pauli plötzlich laut auf.
„Jetzt weiß ich wenigstens endlich, warum uns alle vor München gewarnt haben . . .“

Das puschelige
ENDE




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