Tervetuloa

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Dies ist ein Gemeinschaftsorojekt mit meinem allerliebsten Linkkeksi. Ich weiß nich mehr, wie wir auf die Idee gekommen sind, aber hier ist sie nun, die Story. Meine erste Slash übrigens und voller bunkiger Anspielungen *grinz*
Aggaggi, ich lüp dia, du bist meine Muse ^^

Lauri (beginnt): fatal
Aki: Kaddi

Nervös sehe ich auf die Uhr und drehe noch eine Runde in Akis Mini-Badezimmer. Warum muss bei dem Kerl immer alles so verdammt klein sein? Wenn ich nervös bin, brauche ich Platz zum Laufen und hier drin kann ich mich grade mal um die eigene Achse drehen, sonst knall ich mit dem Fuß ans Klo und häng mir die Eier am Handtuchhalter auf.
Nach weiteren fünf Minuten Herumgewusel um die Duschkabine lasse ich mich seufzend auf dem Klodeckel nieder, der einen flauschigen, roten Bezug hat. Fühlt sich ziemlich gut an . . .
Oh mann, ich sollte mir langsam mal was einfallen lassen, vom Rumrutschen auf dem Flokati werd ich niemals scharf genug, um das, was gleich kommen wird, zu überstehen. Ich mein, geil is es ja schon irgendwie . . . und wenn ich die Shorts ausziehen würde . . . Es wäre ja nur zu Akis Bestem, denn wenn ich es verbocke, dann ist er Schuld an allem. Und letztendlich trifft mich dann doch der Zorn der spitzigen Drumsticks und deshalb wäre es nur gut, wenn ich . . .
Nein, ich werde mich nicht an Akis Klodeckel reiben. Es wird nämlich langsam Zeit, dass ich rüber gehe . . . Er meinte, nach ner Viertelstunde wär der richtige Zeitpunkt, dass ich dazu komme. Verdammt, wie betrunken war ich, als ich dieser beschissenen Idee zugestimmt hab? Nen Dreier mit meinem besten Kumpel und seiner Flamme . . .und sie weiß noch nicht mal was davon.
Aki meinte, wenn sie erst mal so richtig in Fahrt wäre, würde sies bestimmt toll finden, aber mittlerweile kommen mir ernsthafte Zweifel. Wenn ich mir vorstelle, wie die beiden da im Bett liegen und . . . und ich soll dann einfach mal locker mit unter die Decke springen und . . .
Plötzlich kommt mir ein Gedanke, ein ziemlich beängstigender. Was, wenn ER auf einmal Angst bekommt und sich in sein Schneckenhäuschen einrollt? Dann steh ich da vor den beiden und die starren mich an, als wär ich ein umgeknickter Weihnachtsbaum mit winzigen Christbaumkugeln.
Mittlerweile bin ich hinaus in den Flur getappt und lausche vorsichtig an der Schlafzimmertür. Eindeutige Geräusche, aber so richtig scheinen sie ja doch noch nicht losgelegt zu haben. Wahrscheinlich ist das mein Einsatz . . . Aki zählt auf mich . . .
Okay, erinner dich an die Atemübungen, Alter. Was sagt Eero immer? Ach ja, die Luft muss in die Körpermitte fließen. Gute Idee, denn meine Körpermitte fühlt sich grade ziemlich blutleer an, wie ne verschrumpelte Gurke oder sowas. Misstrauisch lüpfe ich den Bund meiner Shorts etwas und linse argwöhnisch hinein. Sieht noch ziemlich frisch aus, aber keine Spur begeistert . . . außerdem wär vielleicht ne Prise extra Deo nicht schlecht.
Ich ringe ein paar Sekunden mit mir, dann gehe ich vorsichtig ein paar Schritte rückwärts und will mich gerade wieder ins sichere Badezimmer retten, als es hinter mir einen dumpfen Laut gibt und sich stechender Schmerz in meinem Hinterkopf breit macht. Dieses gefickte Bücherregal . . . Drinnen im Schlafzimmer ist für einen Moment alles ruhig, dann höre ich Kiia aufgeregt etwas flüstern, Aki redet beruhigend auf sich ein, trotzdem klingt er leicht nervös. Ich komm gleich, Alter, wirklich. Muss nur noch schnell dem Finlandia gute Nacht sagen.
Auf dem Weg zur Küche grapsche ich mir mein Axe und sprühe den Rest davon in tiefere Regionen. Problem Nummero Uno gelöst, weiter zu meinem besten Freund. Leise ziehe ich das kleine Schränkchen in der Ecke auf, in dem Aki seinen geheimen Alkoholvorrat hat und lasse mich mit einer angebrochenen Flasche auf den Boden sinken. Immer wenn der Schwanz von Akis Katzenuhr einmal hin und her geschaukelt ist, nehme ich ein Schlückchen, genau eine Minute lang. Danach fühle ich mich wunderbar warm und flauschig, ich hab alles um mich herum furchtbar lieb und möchte am liebsten mit dem Toaster unter den Küchentisch verschwinden. Aber ich hab schließlich ne Aufgabe zu erledigen . . .
Langsam und vorsichtig strample ich mich wieder auf die Füße und tappe zurück zur Schlafzimmertür. Breath in, breath out . . . noch mal . . . und los.
Ganz leise drücke ich die Klinke nach unten und schiebe die Tür Stück für Stück auf. Der Anblick, der sich mir dann bietet, ist irgendwie sehr ernüchternd. Aki hat mir nicht gesagt, dass Kiia so prüde ist und sich unter nem Haufen von Kissen und decken versteckt. Oder sie hats nötig . . . vielleicht bindet sich den Bauch immer hoch, damit ihre Titten größer aussehen oder so . . .
Na ja, n bisschen machts mich ja trotzdem an, außerdem ist Aki mein Freunde, also was solls. Soll ich mal hüsteln? Mhmmz, lieber nicht . . .Überraschungseffekt . . . und so.
Etwas unschlüssig gehe ich dann näher ans Bett heran und will mich hinsetzen, aber irgendwie geht nichts mehr. Ich bin plötzlich wie gelähmt und kann nur noch auf die beiden starren, wie sie sich rumwältzen und ablecken. Aki hat Sex und ich guck zu . . . sieht irgendwie merkwürdig aus, wie er das macht. Könnte auch dran liegen, dass die beiden gar nicht wissen, was sie begriffeln, mit dem ganzen Kissenzeugs zwischen sich. Mit einem glänzenden Einfall löst sich auch meine Erstarrung und ich beginne, von oben ein paar Lagen Stoff abzuzupfen. Keiner von den beiden scheint mich zu bemerken, bis sie schließlich nackt vor mir liegen und sich weiter zu begrapschen. Irgendwie scheint Aki sie nich ranlassen zu wollen . . . wartet auf mich . . . wie süß . . . Im selben Moment bemerkt er mich und gibt ein tiefes Knurren von sich. Ich quieke erschrocken zurück, als sich seine Hand in meine einparfümierten Shorts krallt und nicht mehr loslässt. Entsetztes Schweigen entsteht und ich bemerke, dass Kia uns mit aufgerissenen Augen anstarrt. Muss ja auch komisch aussehn, Akis an Hand an meinem Sack . . . Neugierig blicke ich an mir herunter und beginne zu verstehen, warum sie gar so verschreckt guckt. Dieses beschissene Deo hat üble weiße Flecken hinterlassen und jetzt siehts so aus, als ob ich n verdammter Schnellstarter wär.
Kreischend packt sie Akis Sachen, beschimpft uns als perverse, schwule Drecksschweine und prügelt ihn mit ihrer Handtasche aus dem Schlafzimmer. Er zerrt mich mit, an . . . oh Gott, ich glaube, sie sind tot. Dieser Schmerz . . .



Oh mein Gott...der Schuss is ja wohl nach hinten losgegangen..Ich dachte,Kia würd drauf stehen,aber jetzt...Autsch,mein Bauch...Ich wusste nicht,dass sie solch eine Kraft hat. Neben mir höre ich Lauri aufkeuchen und bemerke erst jetzt,dass meine Hand immernoch seinen Sack fest im Griff hat...Uups,sorry Alter..
Ich nehme meine Hand weg und versuche,Kia zu beruhigen. „Kia,schatz,Bitte,lass uns drüber reden!“ „Drüber reden?“ Wütend keift sie los. „Du versprichst mir einen romantischen Abend zu zweit und dann schleppst du deinen schwuchteligen Bandkollegen hier an,der direkt zu uns ins Bett hüpft!Was fällt dir eigentlich ein?! Raus,sofort!“ Sie prügelt weiter abwechselnd auf mich und Lauri ein und drängt uns in Richtung Haustüre. Scheiße man... „Kia,bitte,unsere Klamotten..“ „Eure Klamotten?Ihr habt im moment doch auch kein Problem damit,nackt rumzustehen,also warum jetzt so schüchtern?“ Mit einem letzten Schlag öffnet sie die Türe,schubst uns hinaus und knallt die Türe hinter uns zu. Betreten sehe ich Lauri an.
„Na ganz toll!“ faucht er mich nun an. „Wenn ich deine Worte wiederholen darf: ‚Sie wird voll drauf stehn und abgehn!’ Na das hat man ja gesehen!Und was nun,du geiler Hengst?“ Ich zucke zusammen und senke meinen Blick. Lauri hat wenigstens noch seine Shorts an...mein einziger Trost ist,dass sich dort hübsche weiße Flecken abzeichnen.. „keine Ahnung Alter! Das war nicht eingeplant!“ „Wär ja noch schöner...hättest mir aber ruhig früher mal sagen können,dass deine Schnalle so prüde is..“ Lauri rollt genervt mit den Augen und tritt von einem Bein aufs Andre. „Und wenn wir zu dir gehen?Ich mein,es ist dunkel..“ „Hakala,wenn ich dich daran erinnern darf: Meine Sachen liegen fein säuberlich neben deiner verdammten Dusche,inklusive mein Hausschlüssel!“ „Und wohin jetzt?“ „Was fragst du mich das?“ Gott is der süß wenn er sich aufregt...fuck was denk ich hier? „Zu Eero...??“
„Bist du vollkommen bekloppt?Seine Frau kriegt die Krise wenn 2 nackte Männer vor ihrer Haustür stehen!“ Er scheint kurz zu überlegen. „Nein,dann doch lieber zu mir!“ „Aber ohne Schlüssel...?“ „Mein lieber Aki,ich hab einen Ersatzschlüssel...das Problem ist,meine Nachbarin hat ihn!“ „Oh..“ „Na komm schon,ich hab keinen Bock hier Wurzeln zu schlagen..“ „oder ein Nest zu bauen..“ füge ich kichernd hinzu. „Hakala,maul halten! Ich in deinr Situation würd keine Witze reißen,immerhin musst du jetzt splitternackt durch halb helsinki latschen!“ Scheoße,stimmt ja...ist aber irgendwie erregend dieser Gedanke..ein versautes Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht,verschwindet aber angesichts Lauris verbissenem Gesichtsausdruck. Hinter ihm steige ich langsam die Treppen hinunter und reiße mir von einem Strauch ein Blatt ab,um meine Blöße zu bedecken...so á la Adam..
Lauri zieht eine Augenbraue hoch,sagt aber glücklicherweise nichts..Gut so,sonst würd er Bekanntschaft mit echten Drummerfäusten machen..
Wir machen uns auf den Weg zu Lauris Wohnung,die unglücklicherweise fast am anderen Ende von Helsinki ist. Verdammte Paska,ich glaubs nich!Dass ausgerechnet mir so etwas passieren muss!
Aber ich hab keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen,da ich ein schrilles Kreischen bemerke..hat jemand an Lauris Ring gezogen? Ein prüfender Blick zu ihm..Nein,er schaut genauso erstaunt wie ich. Erst jetzt sehe ich die alte Dame,die nur ein paar Schritte vor uns steht und ihren kleinen Königspudel an der Leine hält.
„Sittenstrolche!Fass Hasso!“ Ich lieg gleich aufm Boden,wie kann man so ein kleines Viech hasso nennen?Ah,scheiße,aber des Ding hat Zähne! Hastig greife ich nach Lauris Hand und zusammen mit ihm ergreife ich die Flucht. Scheiße das übergroße Meerschweinchen verfolgt uns! Keuchend renne ich weiter,bis ich von Lauri in einen Busch gezogen werden. Ui,hübscher Busch,erinnert mich an etwas..
„Hast du die Fährte dieser Nudisten verloren?“ Fuck warum is die Oma hier? „Macht nichtsmbraver Hasso..“ Puh,die Alte verzieht sich...
„Das war knapp,was Lintu?“ „Allerdings..und jetzt komm,bevor noch so ne verrückte Tussi auftaucht!“ Er zerrt mich wieder aus dem Busch und schweigend gehen wir weiter,Straßenlaternen und alte schrullige Damen meidend.
Nach endlos erscheinender Zeit stehen wir endlich vor Lauris Haus. „Okay,du wartest hier,is das klar?“ sagt er unten im Treppenhaus,bevor er die Treppen zu seiner Nachbarin hochsteigt und klingelt. Gespannt lausche ich. Die Tür wird geöffnet und ich höre eine weibliche,jung klingende Stimme. „Ja bitte?“ „Hallo..ähäm,ich hab mich ausgesperrt...können sie mir bitte meinen Ersatzschlüssel geben?“ Zu gern würd ich den Blick der Tussi sehen...Scheiß drauf was lauri gesagt hat...Leise schleiche ich die Treppe rauf und spähe nach oben. Ich sehe eine junge Frau mitte 20,die Lauri angrinst. Hehe,würd ich auch,wenn jemand mit nem weißen Fleck auf der Boxershorts vor mir stehn würde.. „Aber klar!“ antwortet sie und verschwindet im Inneren ihrer Wohnung,taucht ein paar Sekunden später aber wieder auf. „Hier,bitteschön!“ „Danke sehr!“ Lauri versucht zu lachen...hört sich eher an wie nen kaputter Motor..
Ich pruste los und sehe plötzlich die Junge Frau vor mir stehen,die mich unverhohlen mustert. „Herr Ylönen....?“ „Ähäm...ein Kumpel von mir...“ Lauri packt mich schon wieder am Arm,zieht mich nach oben und schubst mich dann die Treppe hoch. „Geh rauf da!“ zischt er mir wütend zu und dreht sich wieder zu seiner Nachbarin. „Das ist jetzt nich so,wies aussieht..“ beginnt er. Au man Lauri,die Ausrede is so alt und so lahm,da glaubt sie doch erst recht das falsche! Belustigt schüttle ich den Kopf und setze mich auf die Treppenstufe vor Lauris Wohnung.Ah is das kalt.. „Schon klar!“ Die kleine lacht. „Und viel Spaß noch!“ Ihre Schritte hallen im Treppenhaus wieder und ihre Tür klappt wieder zu. Nur Augenblicke später steht ein wutschnaubender Vogel vor mir und plustert sich auf. Wie ein Auerhahn..Prustend werfe ich mich auf die Treppenstufen.


„Hoffentlich frieren deine verdammten Eier am Boden fest.“ Knurre ich den kleinen, krebsroten Schönling an, der sich köstlich über meine Flirtversuche zu amüsieren scheint. Keine Ahnung von Frauen, der Typ, pf. Hat man ja vorhin gesehn . . . alles, was der abbekommt sind prüde Schnallen, die immer unten liegen wollen, damit sie sich nebenbei die Nägel maniküren können. Naja, bei Akis Tempo is das ja auch kein Problem . . .
„Oh, ich glaub nicht, dass die dir den Gefallen tun, sin noch ganz heiß von deiner netten kleinen Nachbarin.“
„Sie ist nicht MEINE Nachbarin und schon gar nicht klein!“ fauche ich zurück und fingere im Dunkeln mit dem Schlüssel an meiner Tür herum.
„Aber sie wohnt doch unter dir, oder?“
„Ja, na und?“ Blöder, fucking Drecksschlüssel . . . sei brav . . . daaaaaaaaaaa musst du rein, guck.
„Also ist sie doch deine Nachbarin.“ Antwortet Aki voller Triumph und grinst mich befriedigt an. Zu befriedigt, als er eigentlich sein sollte . . . toll, und ich hab diese scheiß Flecken .
„Ja, verdammt, aber sie ist nicht MEINE Nachbarin, kapische?“
„Höh? Versteh ich nich . . .“
„Na das is ja mal nix Neues.“ Knurre ich in meinen mit Liebe gezüchteten Dreit-Tage-Bart und werfe schließlich mit einem unterdrückten Kreischen den Schlüssel in die Ecke.
„Hast du dir wehgetan, Darling? Soll Mammi pusten?“
„ An mir wirst du nie und nimmer was pusten und jetzt geh gefälligst runter, Licht machen.“
„Wieso denn ich? Du wohnst hier!“
„Aber DEINE Schlampe hat uns rausgeworfen . . . wegen der sitzt du hier nackt rum, schon vergessen?“
„Nenn Kiia gefälligst nicht Schlampe, sie ist immerhin meine Freundin!“
„Wohl die längste Zeit gewesen, meinst du.“
„Ach Quatsch, ich erzähl ihr einfach, dass ich nur n bisschen Schwung in unser Sexleben bringen wollte, weil ich sie doch so unendlich liebe und . . .“
„Ja, is gut jetzt. Und jetzt geh gefälligst Licht machen.“
„Nööööö, geh du.“
„Nein, du gehst.“
„Du.“
„Du!“
„Duuuuuuuuu!!!!“
„Verdammt Hakala, beweg jetzt endlich deinen rosa Arsch, oder ich . . .“
„Uhhh, du hast seine Farbe bemerkt? Wie aufmerksam von dir.“
„AKI, ich . . .“
„Jaja, schon gut . . . du hast doch nur Angst, dass deine rattenscharfe Nachbarin dich noch mal sieht.“ Kichernd springt er die Stufen hinunter, sieht irgendwie seltsam aus . . . wien Hippie. Das schlimmste ist, dass das Blumenkind auch noch Recht hat. Sie ist so wahnsinnig hübsch . . . aber leider bin ich ihr piepegal, sie scheint nicht mal zu bemerken, dass die ganze Welt spitz auf mich ist. Oh Mirja . . . warum will ich immer das, was ich nicht haben kann?
Seufzend lasse ich mich auf der untersten Treppenstufe nieder und stütze meinen Kopf mit den Händen. Verträumt starre ich aus dem großen Flurfenster und stelle mir vor, wie ich mit lauter Mädels hier antanzen und Mirja wahnsinnig eifersüchtig werden würde. Ja, genau, dann würde sie mich mal wirklich richtig wahrnehmen, anstatt nur meinen Ersatzschlüssel . . .
Aber leider Gottes hab ich keine Mädels bei mir, sondern nur einen aufgedrehten Hippie-Nuddisten, der gerade zu mir hochgejumpt kommt und mich anstrahlt. Hab gar nicht gemerkt, dass das Licht wieder an is . . .
„Wasn los? Komplexe?“
„Ja ne, is klar.“ Noch eine Stufe näher und ich mach Hackfleisch aus ihm.
„Okehhh, dann beweg dein beflecktes Unterteil mal da hoch und sperr gefälligst auf, ich hab langsam das Gefühl, mir meine Persönlichkeit abzufrieren.“
Ich verkneife mir eine bissige Bemerkung und grapsche den Schlüssel aus der Ecke, in die ich ihn vorhin geworfen habe. Schnell sperre ich auf und gehe vor Aki in den dunklen Flur, um Licht zu machen und ein paar peinliche Dinge verschwinden zu lassen.
Doch dann fällt mein Blick plötzlich in den Spiegel, der über meinen vier Paar Schuhen hängt und ich erschrecke.
„Aki!?“ kreische ich schrill und will an seinem Shirt zupfen. Da er aber keins trägt hat er wohl bald n paar blaue Flecken am Arm . . . egal.
„Aua!! Wasn los?“
„Bin das wirklich ich?“ Mit aufgerissenen Augen zeige ich auf mein Spiegelbild.
„Neee, in WQirklichkeit bist du noch viel haariger und mopsiger.“
„AKI!“
„Ja wasn? Das is n Spiegel, wer solls denn sonst sein, außer du? Das Bücherregal?“
„Oh man . . . ich bin fett!!“
„Mhmm, ich sag dir ja immer, du sollst nicht ständig Pommes fressen, aber auf den alten Aki hört ja niemand.“
„Du . . . du . . . du denkst also auch, dass ich fett bin?“
„Naja, hast halt n bissl zugenommen . . . am Bauch . . . und im Gesicht.“ Er kneift mir kichernd in die Wange und dann sehe ich es auch : ich sehe aus wie ein Hamster, der gerade Nüsse für den Winter bunkert. Nein, noch viel schlimmer!! Wie ein misstrauischer Hamster, der seine ganze Speisekammer im Maul mit sich rumträgt!!
Aber mein Bauch übertrifft das noch bei weitem. Verzweifelt kneife ich mit den Finger ein wenig hinein und schon habe ich einen schwabbeligen Rettungsring in der Hand. Einen haarigen, weißen . . .
„Kann ich ne Shorts von dir haben, Alter?“
„Verdammt, mach doch, was du willst. Ich bin fett!!“
„ Und was hat das mit mir zu tun? Soll ich dirs mitm Küchenmesser abschneiden oder wie?“
„Deshalb bin ich Mirja egal, sie steht bestimmt auch Typen mit Waschbrettbauch . . . und ich HATTE mal einen!!“
„Da warst du auch noch jünger, Alter.“ Keucht Aki und springt mit einer von meinen Shorts herum, anscheinend hängt sein Beinchen fest . . .
„Ich bin nicht nur fett, ich bin auch noch alt! Jetzt ist es soweit, ich werd nie wieder ne Frau, geschweige denn Sex haben!“
„Als ob du dich da groß umstellen müsstest.“
„Was hast du gesagt!?“
„Nixnix. Kann ich Fernsehn gucken?“
„Ja . . . und nimm die Chips . . . und das Bier . . .“
„Klaaaaaaaar, tu doch alles für dich, Lintu.“ Kichernd springt er an mir vorbei und wirft sich mit meinen Vorräten für ein halbes Jahr auf meine Couch.
Der kann ja auch essen, was er will, nimmt nie zu . . . die Welt ist so verdammt ungerecht!



Damdadam...fröhlich schmeiße ich mich auf Lauris Couch und baue den Turm von Bier,Chips und anderen Leckereien vor mir auf. Hach ja,ich fühl mich direkt viel wohler..keine alten Frauen,kratzige Büsche oder kalte Treppenstufen! Dafür viiiiiiiiiiel Bier und Chips! Kichernd schalte ich den Fernseher an und zappe durchs Programm. Nachrichten,Nachrichten,Drama..kommt denn nichs vernünftiges? Ah,endlich,nen Porno! „Lauri,Lauir,gugg ma!“ Ich will ihn darauf aufmerksam machen,aber als ich zu ihm schaue,steht er immernoch vor dem verdammten Spiegel und posiert wie so ne Pimmelpuppe,zieht seinen Bauch ein und grabbelt an seinem Gesicht und Bauch herum. So dick ist er doch auch net,ich steh doch voll auf seine süßen,knuffigen Hamsterbäckchen...
So was sollte ich definitiv nicht denken...ich sollte mal mit Eero reden,der sollte seine Räucherstäbchen lieber nicht im Tourbus abbrennen lassen,mein Gehrin ist schon total vernebelt!
Lauri faselt irgendein unverständliches Zeug vor sich hin,das einzige Wort,dass ich raushöre,ist Schokodiät. „Lintu?SCHOKODIÄT?“ „W-was?“ verwirrt dreht er sich zu mir. „Hast du grade wirklich Schokodiät gesagt?“ Unwillkürlich fange ich an zu grinsen. „Ja,was dagegen?“ erwidert er hochnäsig und streicht sich gedankenversunken über seinenBauch,während ich vom Sofa rutsche. „Ey,Lauri,ich bitte dich!“ presse ich lachend hervor. „Da kannst du doch direkt ne Brigittediät machen!“ „Du machst dich ja nur über mich lustig!“ Whoah,voll der checker heut mal wieder... „Würd ich nie machen!“ versichere ich mit konzentriertem Gesichtsausdruck,um nicht laut loszulachen. „wenn ich dann abgenommen habe,mag mich Mirja vielleicht!“ „Mopsi,du kannst fast jede frau auf dieser Welt haben,warum gerade sie?Außerdem...vielleicht steht sie ja auf Babyspeck?“ Wütend funkelt er mich an und schmeißt sich dan neben mir aufs Sofa und gteift nach einer Tüte Chips,die ich ihm sofort entreiße. „Nanana...wer wird denn..?Denk an Mirja,ab heute keine Chips und kein Bier mehr...geschweige denn von anderem Alkohol!“ gluckse ich und schaufle mir die erste Hand voll Chips in den Mund,beobachtet von einem wütenden Etwas neben mir. „Aki...gib mir die Chips!“ knurrt er mich an. „Alter,vergiss es!Kümmer dich lieber mal um die ganzen Fussel,die deinen Fußboden besiedeln!“ „meine Fussel gehen dich gar nichts an!“ „Brüll doch net so,Mirja könnte dich hören!“ erwidere ich scheinbar gelangweilt und schibe mir eine weitere Ladung Chips in den Mund. Erschrocken verstummt er und fährt nach einigen Sekunden leise fort „Aki,mach den Porno aus!Mirja denkt nachher noch was falsches!“ Mirja,Mirja,Mirja...wie vernarrt kann ein Mensch eigentlich sein? Ich stell mich mit Kia ja auch nich so an..-liegt wohl daran,dass ich nich mehr wirklich in sie verliebt bin,aber das muss Lauri ja nicht wissen..
Ein fieses Grinsen umspielt meine Lippen,während ich aufstehe und unter den erstaunten Blicken Lauris die Wohnungstür offne. Ein letzter,versauter Blick zu Lauri... „Oh,ja,Lauri...du kleine Sau...gibs mir!“ stöhne ich laut durchs Treppenhaus und setze zu einem erneuten Stöhnen an,bekomme aber von Lauri eine Hand auf den Mund gepresst und werde mit einem Ruck von der Tür weggezogen,gerade in dem Moment als unten Mirjas Tür aufgeht und ihr Gesicht vor uns erscheint.Sie fängt an zu Grinsen,als sie mich und Lauri aneinander gepresst an der Tür stehen sieht. „Oh..na dann will ich euch mal nich den Spaß verderben...aber verlegt eure Orgien besser ins Schlafzimmer,dann schallts nicht so laut!“
Und mit einem letzten Zwinkern geht sie wieder zurück in ihre Wohnung.
Lauri schubst mich in die Wohnung und knallt die Türe zu. „Aki du kleiner Flachwichser,was fällt dir ein mich so zu blamieren?“ „Ach komm schon,das warn Scherz!Und brüll was leiser,sonst hört seine Angebetete uns noch..“ grinse ich und lehne mich an die Couch. „Das ist mir jetzt so egal! Verdammt,die wird denken wir hätten was miteinander!“ Gar kein schlechter Ged...scheiße Aki,reiß dich zusammen! „So what? Das denken unsere Fans doch auch!“ „Was???“ „Ach nichts..“ flöte ich und schnappe mir eine Flasche Bier.
„Aber darum gehts jetzt nich!Aki,wie konntest du nur!Du hast mich maßlos enttäuscht! Ich nehme dich mit zu mir,weil seine Tussi dich rausgeschmissen hat und..“ „Halt halt halt halt halt...meine Tussi-wie du sie nennst- hat UNS rausgeschmissen und das wahrscheinlich wegen deinem Schnellstart!“ „Das Sind keine...“ braust er auf. „Ich will gar nicht wissen,was das für Flecken sind,danke! Und dass du mich aufnimmst was ja wohl selbstverständlich,schließlich bist du mindestens genauso schuld! Und spiel dich mal net so auf,wenn du heulen willst,dann tus,meine schulter ist immer für dich da!“ sage ich mit mit meinem berühmten Grinsen im Gesicht. „Mensch,Aki,das ist nicht lustig!“ „Ach nein?“ Ich gluckse. „Nein!“ sagt er bestimmt. „Na wenn der Master das sagt..“ „Ja,der Master sagt das!Und jetzt gib mir nen Bier!“ „Nö“ „Aki..“ „Hör auf zu knurren wie ein paarungswilliger Hund...du willst ne Schokodiät machen und da is Bier genau das falsche!Ich kauf dir morgen Kinderschokolade und weißt du,was das tollste is?Wenn du dir selber Schokolade kaufen willst,brauchst du noch nich ma deinen gefälschten Ausweis!“ kichere ich vergnügt und genehmige mir noch einen Schluck. „Mein Ausweis ist nicht gefälscht!“ „Jojo..schon klar!“ Er setzt zu einer Antwort an,klappt dann aber seinen Mund zu und schüttelt den Kopf. „Ich brauch ne Kippe!“
Er schnappt sich eine Kippenpackung,die auf dem Tisch liegt und verzieht sich auf den Balkon. Ganz schön verstimmt der Kleine...


[Next morning]

Es ist kalt . . . It’s a damn cold night . . . Omg, was tu ich da? Anscheinend hat mein Hirn schon Gefrierbrand erlitten, sonst würde ich nie und nimmer solche Scheiße von mir geben.
Hoffentlich sieht Mirja mich nicht, so im Jogginganzug. Ich seh aus wien Penner und die Tatsache, dass das Teil rosa ist, macht das Ganze auch nicht gerade besser. Musste ich mir von Hanna leihn . . . Aki Und Pauli haben gestern nämlich noch stundenlang telefoniert und einen Diätplan für mich aufgestellt. Jaja, ganz genau: Pauli. Mr. Iron Man persönlich . . . ha-ha.
Wenigstens meine Schokoladendiät haben sie mir gelassen. Heute Morgen ist Aki mit mir zur Tanke gefahren und wir haben einfach mal das ganze Regal gekauft, weil wir nicht genau wussten, wieviel Schokolade ich essen werde, bis ich kotze. Eero musste natürlich auch davon wissen und er hält das Ganze für ne Form von Bulimie, pfüh. Aber der bildete sich ja auch immer noch ein, er würde Ingwerstängchchen rauchen . . .
„Na, Champion, alles fit?“
Vor zwei Stunden, also um sieben Uhr morgens haben die beiden mich wieder hergebracht, damit ich die Schokolade einräumen kann und jetzt stehn sie schon wieder vor mir, putzmunter . . . und ich würde am liebsten wieder in mein warmes Bettchen kriechen und von Mirja träumen.
„Humpf.“
Ich glaube, das drückt meine Begeisterung recht passend aus.
„Na los, zeig mal Sportsgeist, Dickerchen.“
D . . . was!?
„Siehst du, ich hätte doch meine Sticks mitnehmen sollen. Der bewegt sich von selbst keinen Millimeter.“
„Mhmm . . . hast Recht. Wer isn eigentlich die hübsche Rothaarige da oben?“
Panisch fange ich an auf der Stelle zu laufen und versuche gleichzeitig aus den Augenwinkeln zu den Fenster hochzulinsen, aber Pauli und Aki brechen nur in schallendes Gelächter aus und packen mich links und recht am Arm, um mich Richtung Park davon zuzerren.
Fünf Minuten später fühlen sich meine Lungen an, als hätte jemand in ihnen ein kleines Lagerfeuerchen gemacht, sie brennen und stechen, doch meine beiden Drillmaster haben kein Erbarmen. Aki springt leichtfüßig neben mir her, hüpft auf Bänke und macht Bocksprünge über Mülleimer ohne ein Tröpfchen Schweiß zu verlieren. Pauli beäugt ihn zwar missbilligend, aber auch er trabt ohne größere Anstrengung den Weg entlang. Ganz im Gegensatz zu mir, ich muss aussehen, als ob ich in ne Regentonne gefallen wäre. Das Wasser rinnt zwischen meinen Beinen hinunter und mir tut sich unwillkürlich das Bild eines platzenden Würstchens auf, das zu lange gekocht hat.
„Wie . . . lang noch?“
„Mensch, Nalle, wir sind noch nicht mal im Park! Wenn du deinen Hüftspeck loswerden willst, müssen wir mindestens eine Stunde laufen, ab jetzt jeden Tag und am Besten vor dem Frühstück.“ Belehrt mich Pauli und ich gebe nur ein verzweifeltes Keuchen von mir, zum Zeichen, dass der Notarzt sich schon mal auf ne Wiederbelebung einstellen soll.
„Hat . . . Mirja mich eigentlich gesehn?“ presse ich hervor und wische mir mit dem Handrücken übers Gesicht. Schwarze Streifen auf der Hand. Toll, Kajal verschmiert . . .
„Das warn Joke, du Pfeife.“
„Aber . . .“
„Aki hat mir erzählt, dass sie rote Haare hat und extremst scharf is . . . und dich für schwul hält.“
Kichernd weicht Pauli den beiden Mülltonnen aus, die auf dem Gehsteig stehen. Ich starre ihn nur mit offenem Mund entrüstet an und als ich meine Augen wieder nach vorne richte, sehe ich nur die Biotonne, die mich im nächsten Augenblick ausknockt.
Einige Sekunden wird es schwarz um mich herum, dann tauchen plötzlich Akis und Paulis Kopf ganz dicht über meinem Gesicht auf. Jetzt weiß ich wenigstens was die beiden Champs zum Geburtstag bekommen: ne große Tube Clearasil und nen Abdeckstift dazu.
„Hast Pickel, Alter.“
„Scheint doch schlimmer zu sein, als wir dachten. Er hat schon Hallus.“
„Hallus? Hast du kein Spiegel zu Hause? Siehst aus wie Eero mit fünfzehn.“ Kichernd klopft Pauli sich auf die Schenkel, Aki verzieht nur beleidigt das Gesicht. Dann packt er mich plötzlich brutalst nach Drummerart am Oberarm und zerrt mich in die Höhe.
„Soso, ich hab also Pickel, ja?“
„Naja, schon . . . öhm . . . da zum Beispiel.“ Vorsichtig zeige ich auf einen besonders widerlichen, aber er schlägt meine Hand beiseite und verengt die Augen zu klitzekleinen Schlitzen.
„Ach wirklich!?“
„Sag nein, sag einfach nein.“ Paulis Gesichtsausdruck wird leicht panisch, aber zu spät: ich hab bereits mehr als deutlich genickt.
„Dann RENN, YLÖNEN!!“ Das geht mir jetzt doch ein bisschen schnell und ich bleibe kurz verdattert stehen. Hätte ich wohl nicht tun sollen, denn im nächsten Moment trifft mich die Spitze von Akis schicken Laufschuhen frontal in den Hintern und ich laufe, wie ich noch nie in meinem Leben gelaufen bin. Nicht mal in der dritten Klasse, als dieses Mannweib von Sportlehrerin mich verfolgt hat, bin ich so schnell gelaufen wie jetzt. Mein bester Kumpel hetzt mir wütend hinterher und versucht mir dabei noch ein paar saftige Tritte zu verpassen. Wenn er trifft, quieke ich gequält auf und wünsche mir, mich niemals auf diesen Schwachsinn eingelassen zu haben.
Endlich taucht der Park vor uns auf, mit letzter Kraft stürze ich mich gleich nach dem Eingang rechts in einen kleinen Wald. Ein böser Aki ist kein guter Aki . . .



Hehe,meine Lieblingssportart...verarsch den Lauri. Haha,im Gegensatz zu ihm nehm ich nich alles so ernst,da hab ich halt nen Pickel,was solls..Clearasil wirds scho richten! Aber mein kleiner „Wutanfall“ hat seine Wirkung nicht verfehlt. Lauri rast durch den Wald,als wär der Teufel persönlich hinter ihm her. Obwohl..ich glaub da würd die Verfolgungsjagd eher umgekehrt stattfinden,schließlich ist der Teufel ja so böööööse,wie Lauri gerne sein würde.Uiui..Lauris Arsch in dieser hübschen,pinken Trainingshose..
„Aki,komm,lass den Ärmsten,wir brauchen ihn noch als Sänger!“ Pauli hält mich an der Schulter zurück und grinst mich an. „Och,schade..“ grinse ich zurück. „Ey,Dickerchen,bleib stehn!Das warn Joke du Honk!“ Lauri bleibt ein paar Meter vor uns keuchend stehen und hält sich die Seiten. „Hat wohl seitenstiche der arme..“ kichert Pauli und grinsen Lauri an,der langsam und mit schmerzverzerrtem Gesicht zu uns kommt. „Können wir bitte,bitte aufhörn?“ Ich sehe Pauli kurz an,der nickt. „Ja,fürn Anfang war das zwar sehr schlecht,aber gut..lass uns zurücklaufen!“ „LAUFEN?“ „Meinetwegen kannst du auch kriechen..aber was wenn mirja das sieht?!“ frage ich scheinheilig und wie vorhergesehen richtet Lauri sich auf und joggt im schneckentempo zurück in Richtung Wohnung,Pauli und ich kopfschüttelnd hinterher.

[später,in Lauris Wohnung]

Pauli is grad nach Haus gefahren,er meinte zu mir er hätte keine Lust auf maulenden Lauri..verständlich,aber ich muss ja auf den Kleenen aufpassen,nich dass der sich an Chips oder anderes ungesundes Zeug ranmacht,das darf nämlich nur ich..
Im moment sitze ich auf der Couchund spiele mitn Lauris neuem Fotoapparat rum. So ein Ding,wo die fotos direkt unten rauskommen.
Aah,so funktioniert das also..ich könnte ja mal zu Lauri ins Schlafzimmer huschen,schaun was der da so lange macht...is schließlich schon seit ner halben stunde da drin. Leise schleiche ich zur Tür und öffne sie vorsichtig. Das was ich sehe,haut mich echt um. Ein hyterisches Kichern unterdrückend,hebe ich die Kamera vor mein Gesicht und drücke ab. Lauri hört das Klciekn und fährt erschrocken herum. „Aki!“ ruft er erstaunt und versucht das Ding,das er sich umgeschnallt hat,irgendwie zu verstecken. „Lauri,was ist das?“ bringe ich zwischen meinem Lachanfall heraus,aber meine Frage beantwortet sich von selbst,als ich die Schachtel zu meinen Füßen entdecke. „3 in 1! Penisverlängerung,Potenzpumpe und
Umschnaller...“ Ich werfe dem knallroten Lauri einen eindeutigen Blick zu und lese dann weiter. „Jederzeit steif und bereit für dauerpowersex! So ausgerüstet können sie ihre Partnerin in jeder Stellung verwöhnen!..-Lauri,wofür brauchst du das?du kriegst doch eh keine!..Dazu genießen sie mit dem Nightrider ein effektives Potenz-training für dauerhaft mehr stärke und steife!“ Nun liege ich endgültig kichernd auf dem Boden. Allmählich beruhige ich mich wieder und zihe das Foto aus dem Apparat. „Was ist das?“ fragt Lauri drohend und kommt,immer noch sein Ding umgeschnallt,auf mich zu. „Ein hübsches,nettes Foto...macht sich bestimmt nett im Internet!“ „Das wirst du nicht tun!“ ruft Lauri und rennt auf mich zu. Tja,pech,ich bin schneller!
Die verfolgungsjagd erstreckt sich über die Küche,das Wohnzimmer und nachdem ich keinen andren Ausweg mehr habe-rase ich aus der Wohnung die Treppe hinunter. Lauri mir hinterher. Mein Gott...ein grinsen verziert mein Gesicht,als ich auf Mirjas Klingelknopf drücke und weiter die Treppen hinunterrase. Ich höre,wie die Tür aufgeht und eine zehntelsekunde später,wie Lauris Schritte verstummen. „ehehe..hei mirja..“ „Oh..hi,lauri..“ ein unterdrücktes kichern. Strike,ich bin ein böser Aki.
„Ähm..Lauri,du hast da was!“ Ich lasse einen Aufschrei los,nein wie geil.. Mirjas Gesicht taucht vor mir auf. „Hi Aki,du hast ja was an..“ „Ja,Lauri wollt mal was allein ausprobiern..“ giggle ich unkontrolliert und dtütze mich am Geländer ab. „Okay..“ so ein breites grinsen hab ich noch nie bei einer Frau gesehn.. „Ich lass euch dann mal wieder alleine,und Lauri...ich würd mit sowas aufpassen..nachher untersteht nen unterdruck und die kriegst des ding nich mehr ab..“ Ihre Türe klappt mal wieder zu und ich schleiche die Treppen wieder hoch zu Lauri,der mich am Arm packt und in seine Wohnung zerrt. „Glaub mir,hakala,wenn ich dich nicht für die Band brauchen würde,würde ich dir jedes Körperteil einzeln abschneiden...“ knurrt er und baut sich vor mir auf. Wie süß! „Na,kann ich dann deinen umschnall-pumpen penis haben?“ kichere ich,werde dann aber wieder etwas ernster. „Komm schon,Lauri..ich zerreiß auch das Foto!“ Ich zerreiß es vor seinen Augen in 4 schnipsel und schmeiß sie auf den Boden. „aber,erklär mir mal eines..wozu brauchst du dieses Teil? So knapp bemessen bist du ja auch nicht..“grinse ich und beobachte lauri,wie er sich seinen kleinen freund abschnallt. „Ach Aki...ich habs Angst,dass er zu klein is..ich will Mirja doch beeindrucken,aber das hast du versaut..“ wirft er mir vor und ist den Tränen nahe. Armes Lauri...


„Ja sorry, man, aber du glaubst doch nich wirklich, dass sie mit dir ausgeht, nur weil du dein Würstchen in PVC packst?“
„Das kann ich eh vergessen . . . die nimmt mich höchstens mal mit um Friseur.“ Knurre ich resigniert und pfeffere den NightRider in die Ecke, wo er mit einem leisen Rascheln in meinem Einkaufskorb untergeht. Naja, dadrin is eh nich viel außer Schokolade und Mehl für Schokoladenkuchen, Schokoladenpuddingpulver . . .
„Oder zur Maniküre.“ Aki scheint sich ja köstlich darüber zu amüsieren, dass mich die Frau meiner Träume für stockschwul und höchst experimentierfreudig hält.
„Halts Maul, is doch eh alles deine Schuld. Wenn du dich nicht immer so kindisch benehmen würdest, würde ich vielleicht schon längst in ihrem Bett liegen als mich hier mit Schwänzen zum Umschnallen rumzuärgern.
„Vorallem du. Du kriegst dein Maul ja nich mal auf, wenn dir n Mädel eins mitm Zaunpfahl überbrät.“
„Ich mag solche aufdringlichen Weiber eben nicht.“ Zische ich zurück und verpisse mich gefrustet in die Küche, um mir eine Tafel Spekulatiusschokolade in den Rachen zu stopfen.
Irgendwie glaub ich gar nicht mehr so richtig dran, dass diese Diät wirklich hilft . . . ich hab noch kein Gramm abgenommen und ich mach diese Scheiße jetzt fast schon . . . einen Tag. Toll, das wird nie was. Ich werd für immer mopsig bleiben, für Mirja bin ich auf ewig schwul und wenn Aki noch einmal sein dummes Maul aufmacht, verlier ich auch noch meinen besten Freund. Dann mach ich ihm nämlich aua . . .
„Jaaaaaaaaaa, NATÜRLICH. Erähl mir doch nix, alle Typen stehn auf solche Weiber! Nur du . . . du kriegst es einfach nicht gebacken. Ich an deiner Stelle würde jetz zu der Braut rübergehn und ihr sagen, dass sie ihren kleinen Arsch ins Bettchen schwingen soll, weil der Akinator sie gleich sehr, seeeeehr glücklich machen wird.“
„ Der Aki- was!?“
„Ach nix, vergiss es. Sag ihr einfach, dass d sie scharf findest und fertig.“
„Sie hält mich für schwul, du Vollspacko. Wegen dir!“
„Maaaaaan, dann beweiß ihr das Gegenteil. Hast doch deinen NightRider.“ Seine Mundwinkel zucken gefährlich und im nächsten Moment bricht er in schallendes Gelächter aus. Pff, der soll bloß seine Klappe halten, ihm würde son Ding nämlich auch mal nich schlecht tun. Muskeln hat er, okay, aber der Rest erinnert eher an n Streichholz oder sowas.
„Ich könnte ihr ja auch nen Brief schreiben oder sowas . . .“
„Und einparfümiern oder wie? Haslooooo, Nalle, du bistn Kerl . . . sollte man eigentlich meinen.“
„Was solldn das schon wieder heißen?“
„Naja, dass . . . du dich manchmal ziemlich weibisch aufführst . . .“
„Ich und . . . weibisch!?“
„Jetz denk dochmal nach. Wenn du nicht sone weibliche Aura hättest, hätte Mirka was ganz andres gedacht, als sie uns da nackt im Flur gesehn hat. Sie hätte vielleicht
gedacht, wir ham nen kleinen Schwanzvergleich gemacht, aber weil du mal wieder so tuckig warst, hat sie natürlich sofort gedacht, wir habens getan.“
Er macht ein paar Würggeräusche und seufzt dann tief.
Ich kanns einfach nicht fassen . . . ich bin weibisch und tuckig.
„Und was soll ich jetzt machen?“
„Geh rüber und besorgs ihr!“
„Aber wie . . .“
„Also wenn du das noch nicht weißt, kann ich dir auch nich mehr helfen.“
„Du bist heute mal wieder extremst witzig . . . aber weißt du was, ich werd jetzt rübergehn und . . .“
Dingdong. Entweder es klingelt oder ich hab mal wieder nen Trinitus.
„Bestümmt Paule . . . wat vergesse oda so.“ Aki macht es sich derweilen auf der Anrichte gemütlich und vernichtet all die Sachen, die ich jetzt nicht mehr essen darf. Brot, Salat und solche Sachen . . . .nur noch Schokolade, bis zum Erbrechen. Und genau so fühl ich mich auch grad. Scheiß Leben . . . scheiß Weiber.
Langsam schlurfe ich den Gang entlang und werfe noch einen kurzen Blick in den Spiegel, bevor ich die Tür öffne und mein armes Herz fast stehen bleibt. MIRJA!!!
„Hi, ähm, stör ich?“
„N-n-nein, überhaupt nicht.“ Erwidere ich hastig und bete, dass ich sie dabei nicht angespuckt habe.
„Oh gut. Ich wollte nur fragen, ob du mir n bisschen Mehl leihen kannst, ich hab keins mehr.“
„Klar, komm doch rein, ich hab vorhin erst welches gekauft.“
Strahlend wie eine nagelneue Neonröhre lasse ich sie vorbei und führe sie in die Küche, wo Aki blitzschnell die Chipstüte verschwinden lässt und sich checkermäßig auf der Bar räkelt.
„Hiii, hast du uns vermisst?“
Sie lacht nur, aber ich werfe ihm einen wütenden Blick zu, in der Hoffnung, dass er sich wenigstens dieses eine mal zusammenreißt. Mirja . . . in meiner Wohnung!!
„Hier, bitte.“ Strahlend strecke ich ihr die meiner Meinung nach schönste Melpackung entgegen. Plötzlich tritt Stille ein, bis Aki einen kurzen Augenblick später in schallendes Gelächter ausbricht und auch Mirja das Gesicht zu einem breiten Grinsen verzieht.
Verwirrt sehe ich mich um und dann bemerke ich endlich, worüber die beiden sich so schrottlachen. Mein NighRider hat sich am Boden der Tüte verhängt und baumelt jetzt groß und mächtig in den Himmel ragend daran herum. Hastig reiße ich ihn herunter und versuche mir einen Lacher abzuringen, was aber kläglich scheitert.
„Also danke für das Mehl. . . ich muss dann mal wieder.“ Oh Gott, sie hat so ein bezauberndes Lachen . . .
„Warte, ich . . . ich hab auch noch Eier.“
„Ja, das glaub ich dir aufs Wort.“
Verdattert sehe ich ihr hinterher, bis die Tür mit einem Klacken ins Schloss fällt. Aki liegt auf dem Boden, er krümmt sich, läuft krebsrot an. Und mir wird langsam bewusst, was ich da eben gesagt habe . . .





Ich kann echt nit mehr..hehe,wenigstens musste ich diesmal nich nachhelfen,Lauri zu blamieren,das kann er auch schon selber..er ist ja schon groß! Okay,den letzten Satzteil vergessen wir ganz schnell wieder.
Nur Lauri scheint immer noch nicht begriffen zu haben,warum ich mich hier auf dem Boden wälze. Doch plötzlich schlägt er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und lässt sich auf den Barhocker sinken.
„Fuckin Bullshit!“ Herrlich,sein Lieblingswort..ich liebe es!
„Ich finds lustig!“ Er schießt einen seiner berühmt berüchtigten Mörderblicken auf mich ab und grunzt etwas Unverständliches. „Komm scho..war doch echt nur ein dummer zufall dass dein Nightrider an der Tüte dranhing..“ Ich grinse breit. „Abr mal im Ernst,Lauri..dass du Eier hast wusste sie auch vorher,denn ich gehe mal davon aus,dass sie in Bio besser aufgepasst hat als du..“ kichere ich weiter und rapple mich langsam auf und schaue auf die Uhr. „Du,ich ruf mal Kia an..“ Lauri zieht eine Augenbraue hoch. Ich habe noch keinen Mann gesehn,der das so sexy macht wie er..verwirrt halte ich in meinen Gedanken inne. Häh?Lauri=sexy? Seit wann denke ich so einen Mist? „Hasloo,Erde an Aki!Ich hab dich was gefragt!“ „Was denn,Nightrider?“ „Haha..“ er verzieht das Gesicht. „Was du bei Kia willst!“ „Achso..Naja,nen paar Klamotten holen...erstmal! Ich kann doch vorerst bei dir einziehen,bis Kia und ich das mit der Wohung geklärt haben?!“ „Warum bleibst du bei ihr,ich mein,ihr könnt doch reden..und..“ „Lauri,bitte...ich will abstand!“ Was für eien gute Ausrede dafür,nich bei ihr bleiben zu müssen..Er seufzt. „Okay,bleib solange du willst..“ Strike,das wollte ich hören! Der Akinator zusammen mit dem liebeskranken Nightrider..ich kichere leise vor mich hin,während ich in Lauris Schlafzimmer schlurfe und nach ein paar brauchbaren Klamotten suche,die ich für den Weg zu meinr bzw. Kias Wohnung anziehen kann..
Schließlich bin ich fündig geworden. War doch nicht so schwer wie ich dachte,der typ hat ja doch ein paar normale Klamotten im Schrank. Aber ein richtiges Problem war die Suche nach Schuhen. Heute Morgen beim Joggen hat mit Pauli ein paar seiner Schuhe mitgebracht,sie aber dann wieder mitgenommen. Und wie ich sehe hat Lauri fast nur Komplextreter im Schrank. Schrecklich so was. Halt,was war das? Glücklich wedel ich nur 5 Sekunden später mit einem paar „normalen“ Schuhen in der Luft herum,die ich aus der hintersten Ecke des Schrankes gefischt habe.
Ich schlüpfe in die Sachen und gehe zurück ins Wohnzimmer. „Ich geh dann mal,bis nachher..ich nehm mich deinen Ersatzschlüssel mit,okay?“ „Jaja..“
Pf,ich glaub ja,er hat noch nicht ma gehört was ich gesagt hab...so wie der schon wieder mit entblößtem Bauch vorm Spiegel stand und sich kritisch betrachtet hat..
Ich hüpfe fröhlich die Stufen hinunter und stehe kaum 20 Minuten später vor meiner Haustüre und klingel. Es dauert nur wenige Sekunden,bis die Tür aufgemacht wird und Kia vor mir steht und mich wütend anfunkelt. „Was willst du Hakala?“ „Hey..ein paar Klamotten holen..bis wir die Sache geklärt haben..“ „Wir brauchen nichts zu klären..ich ziehe aus,nächste Woche...solange kannst du ja bei deinem Lover bleiben...“ sie lächelt grimmig und lässt mich dann eintreten. „Beeil dich mit deinen Klamotten..und nimm die von deinem Freund gleich mit..“
Hastig krame ich Lauris und meine Sachen zusammen und greife dann nach meinem Autoschlüssel. „Tschüss Aki!“ sagt Kia und bugsiert mich mit einem Stoß vor die Tür. Warum schubsen mich eigentlich alle Leute so herum? Knurrend gehe ich zu meinem Auto,schmeiße die Sachen auf den Beifahrersitz und fahre zurück zu Lauri.
Bei ihm im Treppenhaus treffe ich-wie nicht anders zu erwarten war- auf Mirja. „Hi Mirja!“ „Hi Aki!Was hastn du da auf dem Arm?“ „Ein paar Klamotten..ich zieh vorerst zu Lauri!“ „Ahja..“ sie grinst versaut. „Aber die Klamotten brauchst du doch nicht..“ Ich grinse sie an und trete einen Schritt näher an sie heran.. „Wer weiß das schon..“ hauche ich ihr ins Ohr,zwinkere ihr zu und stiege die Stufen zu Lauris Wohung hinauf.
„Bin wieder da!“ brülle ich durch die Wohung,knalle die Türe zu und schmeiße den Schlüssel auf die Anrichte.
„Huhu..“ Ich kanns net fassen,steht der immer noch vorm Spiegel.
Kopfschüttelnd schmeiße ich den Klamottenberg auf die Couch und wühle darin herum,um die Sachen etwas zu sortieren.
Lauri kommt neben mich und wühlt in seinem Einkaufskorb.
Scheiße,wo hab ich nur...Panik!
“Aki,ich will mal wieder Nüsschenschokolade..“ mault Lauri plötzlich und sieht mich aus treuen Mopsaugen an.
„Verdammt,scheiß auf deine Schokolade! Wo ist meine Unterwäsche?“ panisch wühle ich in dem Gewirr aus Hosen,Shirts,Socken und 2 paar schuhen.
„Paska..“ „Komm,Aki,is doch net so schlimm..“ „Nich so schlimm? Ey sorry,aber deine Shorts engen mich ‚etwas’ ein um ehrlich zu sein! Ich brauch Platz für 10 inches,nich für 5einhalb!“ Wütend schmeiße ich mit einem paar Schuhe in Lauris Richtung,der sich duckt und dann anfängt loszuzetern. „Maul halten hakala! Tu nich immer so checkermäßig!“ „Wer führt sich denn als Oberchecker auf,mit riesen sonnenbrille und andrem scheiß?Und kriegt dabei noch nicht ma ne Frau?Weißt du was,Lauri?Ich glaub,du hattest dein erstes Mal erst mit 20,weil du vorher noch keinen Nightrider hattest und zu viele Komplexe hattest!“ „Also...das geht zu weit!“ Lauri schnappt nach Luft. „Wenigstens Fick ich nich alles und jeden!“ „Fick ich dich?Nein..“ „Zum Glück!“ Er schüttelt sich. „Pah..wenn ich jetzt meinen Drumstick hier hätte,dann...“ „WAS DANN?“
Lauris Handy unterbricht unseren lebhaften Streit . „Ylönen?“ röhrt er ins Handy und ich muss mir trotz meiner schlechten Laune ein Grinsen verkneifen. Wie ein Elch in der Brunft.. „Was? Nee..nee pauli,echt nich..was?“ er rollt mit den Augen. „Ja gut..um 8...heippa..“ Er knallt das Handy auf den Tisch. „Wasn los?“ „Eero und Pauli kommen um 8..wollen einen gemütlichen Bandabend mit DVDs machen..“ „Super!“ Ich freue mich ehrlich,greife mir meine Klamotten und verfrachte sie in Lauris Schlafzimmer. „Wir müssen noch einkaufen!“ erinnere ich ihn,als ich wieder neben ihm im Wohnzimmer stehe. „Wolltest du nich grade noch was sagen?The Drumstick..“ „Och nö..“ flöte ich,greife nach seinem Arm und zerre ihn aus der Wohung,damit wir einkaufen fahren.

[später am Abend]

„Scheiß Teil!“ flucht Lauri und verpasst dem DVD-Player einen Tritt. „Lintu,davon wird er auch nich funktionieren..“ gluckst Pauli,der neben Eero auf der Couch sitzt.
„Das Teil is kaputt!“ meint Lauri und hat damit wohl nicht gerade unrecht. „Und was jetzt?“ fragt Pauli und greift unter Lauris sehnsüchtigen Blicken nach einer Flasche Bier. „Nix da,nalle..“ feixt er und nimmt einen großen Schluck. „Für dich gibts nur Wasser und Schokolade..“ „..sogar mit Nüsschen!“ füge ich hinzu und lache. „Flachwitz,füße hoch..“ knurrt Lauri. „Aber was machen wir jetzt?“ „Ich habs!Wir gucken einfach normales Fernsehen!“ schlage ich vor und greife nach der Fernbedienung. Volltreffer! Bernd das Brot! Kichernd singe ich mit. „Alle zusammen,tanzt das Brot..wir sitzen doch alle im selben Boot..“ ich wackle mit dem Hintern und gröhle unter Paulis Gelächter weiter mit. „Die arme zu kurz,das Lied beknackt..“ Kichernd lasse ich mich auf den Boden fallen. „Ey,Eero,das viech hat Ähnlichkeit mit dir..“ Eero wirft mir einen Blick zu,als wäre er über Paulis und mein kindisches Gehabe erhaben und schließt dann die Augen,wohl um zu meditieren.

[2 Stunden und einige Flaschen Alkohol später]

Kreischend stelle ich die Flasche neben mich und lehne mich giggelnd an Lauri,der mittlerweile auch stockbesoffen neben mir liegt. „Lauri,gugg ma..da poppen schwei männer...“ Kichernd greift Lauri nach einer Tafel Nussschokolade und beißt hinein. „Huiui..jetsch wurden se erwischt..“ „Ihr Problem...“
Pauli und Eero sind schon vor einer halben Stunde abgehaun,Eero hatte keinen Bock auf 3 besoffene Typen und Pauli konnt ja schlecht allein nach Hause,also ist er mit Eero gegangen.
Ich bekomm nich mehr viel von dem Film mit,das einzige was mir aufgefallen is,is dass da auf einma 2 nackte männer aufeinander im Bett lagen.
Ich drifte irgendwie weg,wache aber urplötzlich wieder auf,als Lauri mich in die Seite piekt. „Akü,isch hab Angst...der Typ da schlachtet Menschn ab..“ quiekt er und klammert sich an mich. Ich tätschle ihm den Kopf. „Keine Angst,der Akinator wird dich beschützen..“ schmatze ich und bin Sekunden später wieder eingeschlafen.


„Lauri!!“
„Mhmmz?“
„Aufstehn, du Saftsack!!“
„Humpf . . .“
„Oh man, du sabberst. Lass endlich das verdammte Kissen los und beweg deinen Knackarsch aus dem Bett.“
„Humm?“
„Du wirst immer mehr zum Elch, hat dir das schonmal wer gesagt?“
Elch? Verärgert hebe ich das rechte Augenlid und versuche durch den kleinen Spalt einen tödlichen Blick auf Aki abzufeuern, aber der ist anscheinend schon längst wieder in die Küche verschwunden, ich höre die Kaffeemaschine laufen . . . mhmm, Kaffeeeee . . .
Soll ich aufstehn? Warum überhaupt? Ich bin nicht bereit auch nur den kleinen Finger u bewegen, bevor ich nicht nen triftigen Grund dazu hab. Wir sind schließlich nicht auf Tour, haben keine Shootings, Interviews. . .
„Wir kommen zu spät zur Bandbesprechung!“
Oah neeeeeee, ich HASSE Bandbesprechungen. Idee: einfach nichts tun, irgendwann wird Aki gehen und mich hier in meinem schönen warmen Bettchen zurücklassen, wo ich den Rest des Tages verratzen werde.
„Ich geb dir eine Minute, dann stehst du hier und holst dir deine Dosis Koffein ab, damit du wieder wien normaler Mensch kommunizieren kannst . . . soweit du dass eben kannst.“
Die letzten Worte murmelt er nur vor sich hin, aber dieses verdammte Haus ist ziemlich hellhörig, ein Grund, warum ich immer fast in Panik ausbreche, wenn Aki mal wieder einen von seinen rattigen Stöhnern loslässt, um mich zu ärgern.
Mhmmz, der Kerl hatte recht, mein Kissen fühlt sich irgendwie feucht an . . . na ja, kann ja mal passieren. Hoffentlich hab ich nicht wieder geträumt, dass Ding wäre Mirja, wie letzte Nacht, als ich aufgewacht bin und meine Zunge zwischen den Daunen vorgefunden hab. Abern neee, das hätte mir der Kleine in der Küche schon längst unter die Nase gerieben.
„So, jetzt REICHTS! MIRJAAAAAAAAAAAA!!!“
Wutentbrannt stampft er am Schlafzimmer vorbei und reißt die Haustür mit einem gewaltigen Ruck auf. Er wird doch wohl nicht . . . !?
Wie von tausend rattigen Omas begrabbelt schieße ich in die Höhe und versuche aus dem Bett zu springen. Aber dabei bleibt mein Fuß im Bettlaken hängen und knalle der Länge nach auf den Fußboden. Muss aussehen wien überfahrenes Eichhörnchen . . . mein Kiefer fühlt sich seltsam an . . . aua.
„MIRJAAAA!!“
Hastig strample ich mich frei und versuche aufzustehen, aber drüben geht schon die Tür auf, also krabble ich auf allen Vieren weiter und packe Aki von hinten an der Hüfte, um ihn wieder in die Wohnung zu ziehen. Doch genau im selben Moment tritt Mirja auf den Gang und zieht fragend die Augenbrauen hoch. Gott, sie sieht dabei so wahnsinnig süß aus . . .
„Ich soll dich von Lauri fragen, ob du seinen NightRider gebrauchen kannst, er traut sich nicht.“
Ich bin wie gelähmt, starre nur zwischen den beiden hin und her, versuche etwas zu sagen, aber alles, was ich zustande bringe ist in etwa die Mimik eines Fisches.
„Also eins muss man euch lassen, ausdauernd seid ihr ja.“ Sie lacht und ich bemerke, dass das hier in ihren Augen schon wieder so eine eindeutig zweideutige Situation ist. Aki steht mit verrutschter Hose da, ich knie hinter ihm, umklammere seine hüften und zu allem Überfluss hängt auch noch meine Shorts auf Halbmast.
„Das . . . das ist nicht das, wonach es aussieht.“ Krächze ich dazwischen und zerre hastig mein Höschen hoch. Aki grinst nur sein Checkergrinsen, der NightRider baumelt in seiner Hand. Ihn scheint es überhaupt nicht zu stören, dass uns diese wunderhübsche Frau dadrüben für schwul, pervers und aufdringlich hält.
„Schon gut, ich werd der bravo nix erzähln. Und das Ding da . . . ich denke nicht, dass ich dafür Verwendung habe.“ Erwidert sie und gluckst leise.
„Naja, dann willst du vielleicht bei uns mitmachen, mhmm? Wie wärs?“
„AKII!!“ Ich kneife ihn wütend in den Po, aber Mirja scheint das schon wieder ganz falsch aufzufassen.
„Ne, lass mal, ich will euch zwei Süßen doch nicht stören.“
„Du störst nicht, ganz im Gegenteil. Lauri is immer so schüchtern und . . .“
„Wir müssen jetzt gehen, Bandbesprechung.“ Knurre ich und weiß nicht, ob ich über den ganzen Scheiß lachen oder in Tränen ausbrechen soll. Jedenfalls pack eich Aki unsanft am Gürtel, zerre ihn nach hinten in die Wohnung und schiebe die Tür mit dem Fuß zu.
„SAG MAL HAST DU SIE NOCH ALLE!?“
„Was denn? War doch nurn Joke.“
„ Du stehst da mit dem diesem verdammten Umschnallschwanz und machst ihr versaute Angebote, obwohl du ganz genau weißt, dass ich sie gern hab!!“
„Allein bekommst du sie doch eh nie, Ylönen.“
„Aber wenn du ihr weiß machst, dass wir schul sind und sie dann auch noch auf nen Dreier einlädst.“
„Maaaaaaan, die Frau hat Sinn für Humor, jetzt piss dich doch nicht so auf.“
„ICH PISS MICH NICHT AUF, ICH WILL, DASS DU DEINE KLEINEN DRECKIGEN FINGER AUS DEM SPIEL LÄSST!!“
„Ich misch mich ein? Wer hat den hier Komplex mit seinem Ding? ICH NICHT! Wenn Jonny nicht rauskommen und spielen will dann läuft da in deinem kranken Hirn was falsch und nicht bei mir.“
„Das ändert nichts dran, dass du alles dran setzt, sie glauben zu lassen, ich wär schwul!“
„Dann geh doch rüber und sags ihr, du Softie.“
„Weißt du was, genau das werd ich jetzt tun.“ Wutentbrannt stampfe ich zurück zur Tür, aber diesmal ist es Aki, der mich aufhält und zurück ins Schlafzimmer schubst.
„Die Band geht vor. Zieh dich an, wenn du in fünf Minuten nicht im Auto sitzt, fahr ich ohne dich.“ Knurrt er und verlässt im nächsten Augenblick die Wohnung, nicht ohne die Tür richtig ins Schloss krachen zu lassen.
Toll. Bier gestrichen, Frau gestrichen, bester Kumpel gestrichen. Ich glaub, ich behalt den NightRider doch . . .


Aufgebracht stampfe ich zu meinem Auto und schmeiße mich auf den Sitz.
Wenn er nicht in 5 Minuten fertig ist, dann werde ich so richtig sauer! Nur weil er rattisch auf diese Tusse is ,heißt das nich ,er kann die Band so einfach links liegen lassen. Er ist doch immer der, der predigt, die Band sei ausnahmslos das wichtigste in seinem Leben. Und jetzt kommt er in eine postpubertäre Phase und führt sich auf wie der Pascha persönlich...
Ungeduldig schiele ich zu Lauris Wohnung hinauf und drücke dreimal kräftig auf die Hupe. Der soll sich gefälligst mal beeilen. Seppo flippt aus wie flipp der Grashüpfer wenn wir nich pünktlich kommen...
Wow, ich glaub mein Vogel zwitschert. Lauri kommt ja endlich…und nur wenige Minuten zu spät..
Ohne ihn eines Blickes zu würdigen lasse ich den Motor an und wir fahren schweigend zum Meeting. Eero und Pauli sind schon da, genauso wie Seppo.
„Ach, tauchen die werten Herren Hakala und Ylönen auch mal auf?“ fährt er uns an und wirft einen Blick auf die Uhr. „Wohl mal wieder zu lange gefeiert..na was solls,ist ja nix neues...setzt euch!“
Lauri und ich nehmen an dem Tisch Platz und sehen uns immer noch nicht an.
„Lauri?Aki? Stimmt etwas mit euch nicht?!“ „Was sollte denn nicht stimmen?Der drummer unserer Band ist ein kleines gemeines Arschloch,aber ansonsten ist alles okay!“ „Seppo,kannst du diesem kleinen Gnom hier bitte sagen,dass er mich mal sonst wo lecken kann?“ „Kannst du dem Spacken neben mir bitte ausrichten,dass ich kein Wert darauf lege,ihn abzuschlecken?“ „Kannst du ihm bitte sagen,dass er ein kleiner,schwanzgesteuerter Mops ist?“ „Kannst du..“ „SCHLUSS JETZT!Ich weiß nicht was mit euch los ist,und ich wills auch gar nicht wissen,solange die Band nicht darunter leidet! Also klärt das unter euch und hört auf,euch wie kleine Kinder zu benehmen!“ Seppo hat ein Machtwort gesprochen und lässt sich schwer seufzend auf seinem Stuhl nieder. „Kommen wir zu dem Grund dieses Meetings..Wie ihr wisst,hat eure Beliebtheit ziemlich nachgelassen und da hatten wir-die Plattenfirma und ich-die Idee für einen erneuten Imagewechsel..Schwarz,Düster und Gothic ist zwar total am boomen,aber nichts besonderes mehr..also werdet ihr ab demnächst in knalligen Farben,Blümchenmustern und ähnlichem auftreten!“
Geschockte Stille breitet sich am Tisch aus. „B-Bitte was?“ fragt Pauli,der sich als erster wieder gefasst hat. „Du hast mich schon richtig verstanden..“ „Aber dann werden uns alle für schwul halten!“ meint Lauri ängstlich. „Das tun sie auch so schon..“ knurre ich zurück und halte seinem bösen Blick stand.
„Keine Sorge,Jungs..wir wissen was wir tun..und damit ihr nicht auf flasche Gedanken kommt,werde ich eure schwarzen Klamotten an mich nehmen und gegebenfalls verbrennen..“ „Aber ich hab nichts anderes..“ mault Lauri. „Du bist ein Rockstar,du hast ja wohl Geld dir was neues zu kaufen..und wenn nich,dann leih dir halt was von deiner Schwester,so schwer ist das ja nicht!“ er wirft einen Blick auf seine Uhr. „Ok guys,ich muss wieder los..hab ja auch andere Bands zu betreuen..denkt dran euch neue klamotten zu besorgen,egal woher!“
Und im nächsten Augenblick ist er schon aus dem Zimmer geraucht und lässt und vier verwirrte Rasnüsse zurück. Rasnüsse...wie komme ich nur auf diesen komischen namen?Egal,klingt lustig..
„Das is doch voll der bullshit!“ meckert Lauri und schiebt seine Unterlippe schmollend hervor. „Net schmollen Lintu,is ja kein Weltuntergang..“ versucht Pauli ihn zu trösten. „Ich weiß nicht was ihr habt,mal nen bisschen Fabre is doch ganz schön..“ wirft Eero schläfrig ein.„Komm Eero,geh dein Hasch rauchen und lass Mama und Papa nen ernstes Gespräch führen..“ meine ich gehässig und verschränke die Arme. Lauri die Memme hätte schon längst losgeheult,aber Eero zuckt nur mit den Schultern und schließt die Augen.
Pauli erhebt sich ächzend und zieht sich seine Jacke an. „Ich fahr dann mal wieder...das hier bringt ja eh nichts! Eero,soll ich dich mitnehmen?“ Eero öffnet ein Auge,nickt und folgt Pauli,der sich mit einem leichten Winken von uns verabschiedet hat.
„Lass uns auch fahren..“ seufze ich und verlasse mit dem schweigenden Lauri das Gebäude.

[wieder in Lauris Wohnung]

„Tut mir Leid wegen dem Streit..“ murmle ich und greife nach einer tafel Erdbeerschokolade,die Lauri in der Küche aufgestapelt hat.
„Passt scho..“ er scheint mit den Gedanken ganz woanders zu sein..Mirja vermutlich. Innerlich verdrehe ich ja die Augen über so viel verknalltheit. Hasloo? Der typ ist 25 und benimmt sich wien pickliger 15jähriger. Ich beiße in die Schokolade und schmeiße mich auf die Couch.
„Ich werde jetzt runter zu ihr gehen und ihr sagen,dass ich nicht schwul bin!“ ertönt plötzlich seine Stimme. Was? Scheiße.. „Lauri,das würd ich bleiben lassen..“ sage ich möglichst gelangweilt und sehe ihn an. „Wieso?“ „Überleg doch mal...sie ist mittlerweile fest davon überzeuigt,wir hätten was miteinander und nach dem sie heute morgen die Sache mit der Bravo erwähnt hast,wird sie wahrscheinlich eh denken,du würdest sie anlügen nur damit die Sache nicht publik gemacht wird..“ erkläre ich selbstgefällig. „Meinst du?“ er sieht ziemlich niedergeschlagen zu sein.. „Ja,total Alter...tut mir leid!“
Ich bin nen scheiß bester Freund..aber irgendwas in mir stemmt sich mit aller Kraft dagegen,dass Lauri und Mirja zusammen kommen..ich muss nur noch herausfinden was genau das ist..


Mit gebleckten Zähnen steht Seppo vor mir, er hält einen Müllsack in der Hand und grinst ein unheimliches Grinsen. Jetzt weiß ich wenigstens n passendes Band-Weihnachtsgeschenk für ihn : n Home- Bleeching-Set. Ich mein, so gelb sind ja noch nichtmal meine Zähne, und die sind 20 Stunden am Tag Koffein und Nikotin ausgesetzt.
Neben mir an der Wand hängt ein Spiegel, ich sehe vorsichtig hinein und kreische im nächsten Moment geschockt auf. Meine Zähne sehen noch viel schlimmer aus als die von Seppo . . . sie sind fast alle weg, der Rest sieht irgendwie mächtig verfault und schwarz aus. Uääääähhh, so schiebt mir Mirja niemals ihre sexy Zunge in den Mund. Das kommt alles nur von dieser dämlichen Schokoladendiät, ich hätts vielleicht doch mal lieber mit Müsli versuchen sollen. Erst jetzt fällt mir auf, dass mein Rucksack schwer ist, als hätte sich Eeros Frau mitsamt dem Baby darin versteckt. Erstaunt sehe ich hinein und prompt beißt mich eine Tafel Milka- Spekulatius-Schokolade in die Nase und lässt nicht mehr locker. Nach und nach fliegen die ganzen Tafel, die in meinem Rucksack sind, ins Freie und beißen sich an irgendeiner Stelle meines Körper fest. Ich will weglaufen und schreien, aber drei Nougattafeln haben sich in meinem Schritt vergraben und keifen sabbernd vor sich hin. Warum tut das nicht so weh, wies aussieht? Ohhh, ich hab ja den NightRider an, verstehe.
Während ich von der Schokolade gefoltert werde, reißt Seppo drüben im Park meinen Kleiderschrank auf und wirft alle meine Klamotten auf den Boden. Alles, was drinnen hängen bleibt ist eine Snoopy Krawatte von meiner Mutter in himmelblau.
Wie besessen spingt er jetzt um den schwarzen Haufen herum und kichert vor sich hin, dabei singt er ein seltsames Lied . . .
„Heute brenn ich, morgen penn ich, übermorgen mach ich dem Lauri ein Kind . . .“
Aus dem nichts zieht er plötzlich einen Kanister Benzin aus seiner Hose und kippt das ganze Zeug über meine Sachen. Auf ein Schnipsen seinerseits fängt der Haufen an zu brennen, durch die Hitze schmilzt die Schokolade und ich bin für einen Moment frei.
Doch bevor ich auch nur einen Schritt tun kann, werde ich von hinten gepackt und auf einen Stuhl gefesselt, der inmitten eines mit Rotlicht beleuchteten Raumes steht. Ich habe das Sommerkleid meiner im Mund, aber ich kann mich trotzdem selbst schreien hören.
Plötzlich tauchen Mirja und Aki vor mir auf und befingern sich wild, sekundenspäter sind sie nackt und . . . tun es, vor meinen Augen!! Sie stöhnt gerade wild auf und schenkt Aki einen lüsternen Blick, dann wendet dieser sich plötzlich zu mir um und grinst genau dasselbe Grinsen wie Seppo vorhin.
„Vermisst du was?“
Ich schüttle nur mit dem Kopf und sehe fassungslos weiter zu, wie er es ihr besorgt.
Er grinst wieder und hält etwas in die Luft. Es ist mein NightRider, er baumelt an Akis Hand . . .fuck, er hat den NightRider und ich . . .Panisch sehe ich an mir herab. Da, wo eigentlich mein Allerheiligstes sein sollte, ist ein pechschwarzes Loch, an dessen Rand noch ein paar Schokopapierfetzen hängen. Ich bin schwanzlos . . .

Mit einem spitzen Schrei fahre ich hoch und stoße mir prompt den Kopf an irgendetwas. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Etwas als Aki dicke Birne, die er mit undefinierbarem Gesichtsausdruck über mich hängt.
„Alles okay?“
„Aki . . . guck bitte nach, ob mein Schwanz noch da ist.“
„Was!?“
„Oh man, runter von mir.“ Hastig gebe ich ihm einen heftigen Schubs, sodass er vom Bett fällt und mit einem dumpfen Schlag auf dem Boden aufprallt. Mit zitternden Fingern schiebe ich die Bettdecke zur Seite und lüpfe vorsichtig den Bund meiner Shorts . . . Hellyeah, alles noch da.
„Ging das nichtn bisschen sanfter?“ knurrt es von unten, wo Aki sich seinen Schädel hält. Man, sieht der ohne Brille komisch aus . . .
„Nix is wichtiger als das.“
„Was hast du überhaupt schon wieder für nen Flash gehabt? Du hast gequiekt und geschrien wien Stück Tofu im Öko-Imbiss.“
„Ich hab geträumt, Seppo würde meine Sachen verbrennen, Schokolade hat mich angegriffen und du . . .“
„Ich war auch dabei?“
„Ja .. . aber ich hab vergessen warum.“ Irgendwas sagt mir, dass es . . . falsch . . . wäre, ihm zu erzählen, was er in meinem Traum mit Mirja angestellt hat. Irgendwas hält mich davon ab.
„Mhmmz, na ja, Mirja denkt jetzt wahrscheinlich, wir hätten uns hier ne kleine, private Folterkammer eingerichtet.“ Er kichert und zieht die Beine ein, so wie Eero, wenn er meditiert.
„Meinst du wirklich!?“
„War nurn joke, Alter . . .“
„Was hast du eigentlich nachts in meinem Bett zu suchen . . . über mir?“
„Ich, ähm . . . hab dich schreien gehört . . . hab mir Sorgen gemacht.“ Nuschelt er und scheint es plötzlich ziemlich eilig zu haben, wieder auf sein Sofa im Wohnzimmer zu kommen.
„Nacht dann.“
„Mhmm, Nacht.“
Nachdenklich drehe ich mich zum Fenster um und starre eine Weile die Sterne an, Bevor ich seufzend die Augen schließe. Dieser gefickte Traum hat so ziemlich alles zusammengefasst, was mich zurzeit tierisch anpisst . . . . merkwürdig nur, dass ich mir zuerst Sorgen um meine Klamotten gemacht hab . . . Naja, gut aussehn is ja schon das A und O eines richtigen Rockstars . . . hellyeah.



Müde drehe ich mich von einer Seite zur anderen und richte mich schließlich auf. Müst,ich kann net schlafen..Seufzend sehe ich zu Lauris angelehnter Zimmertür. Früher als ich net schlafen konnte bin ich immer zu meinen Eltern ins Bett gekrochen...ob ich wohl Lauri fragen kann...?!
Vorsichtig stehe ich auf und schleiche zu seine Türe,betrete sein Zimmer. Er liegt in seinem Bett,doch anstatt ruhig zu schlafen wälzt er sich von einer Seite zur andren,keucht,stöhnt...was der träumt will ich gar nicht wissen...oder doch?!
Besorgt gehe ich zu seinem Bett hinüber und beuge mich über ihn. Betrachte sein Gesicht und wieder spüre ich dieses bisher unbekannte Gefühl in mir aufsteigen..Was ist bitteschön los mit mir?
„Lauri?“ flüstere ich und berühre ihn sanft an der Schulter. Keine Reaktion. „Lauri!“ sage ich diesmal etwas lauter und rüttle ich vorsichtig. Plötzlich richtet er sich mit einem Schrei auf und stößt seinen Kopf an meinem.
„Alles okay?“ frage ich ihn und bin froh,dass man in diesem dunklen Raum mein Gesicht nicht sehen kann,das immer roter wird.
„Aki...bitte gug nach,ob mein Schwanz noch da ist!“ Bitte was? „Was?!“
„Oh man, runter von mir.“ Er gibt mir einen heftigen Schubs,sodass ich vom Bett fliege und mit einem lauten Rumms auf dem Boden aufschlage. Aus den Augenwinkeln sehe ich,wie Lauri unter seine Bettdecke lugt und einen Seufzer der Erleichterung loslässt. Freak..
„Ging das nich nen bissl sanfter?“ fahre ich ihn im nächsten Augenblick an und bekomme ein „nix ist wichtiger als das!“ zurück. Toll,was soll ich davon jetzt bitte schön halten?„Was hast du überhaupt schon wieder für nen Flash gehabt? Du hast gequiekt und geschrien wien Stück Tofu im Öko-Imbiss.“ Ou man,wo hab ich diesen tollen Ausdruck jetzt scho wieder her?
„Ich hab geträumt, Seppo würde meine Sachen verbrennen, Schokolade hat mich angegriffen und du . . .“ Was? Lauri stöhnt in einem Traum,indem ich vorkomme?Unglaublich..
„Ich war auch dabei?“
„Ja .. . aber ich hab vergessen warum.“ Ja,allles klar,wenn du dieses kleine Detail vergessen hast,dann fress ich nen kilo Walnüsse mit Schale..
„Mhmmz, na ja, Mirja denkt jetzt wahrscheinlich, wir hätten uns hier ne kleine, private Folterkammer eingerichtet.“ Ich kichere und ziehe meine Beine ein.
„Meinst du wirklich!?“ Der glaubt mir wirklich alles..Ich grinse.
„War nurn joke, Alter . . .“
„Was hast du eigentlich nachts in meinem Bett zu suchen . . . über mir?“ Oh oh...
„Ich, ähm . . . hab dich schreien gehört . . . hab mir Sorgen gemacht.“ Nuschle ich und stehe auf,um mich doch wieder auf mein schönes,einsames Sofa zu verziehen. Immernoch besser,als mit einem schwanzsuchenden Sänger in einem Bett zu liegen. „Nacht dann.“
„Mhmm, Nacht.“
Ich klappe die Tür hinter mir zu und lege mich wieder auf die Couch,auch wenn ich mir sicher bin,dass ich nicht einschlafen kann.

[Next morning]

Ein lautes Klirren weckt mich und und plumpse vor Schreck glatt vom Sofa. „Fuck..“ murmeln Lauri und ich im Chor und ich muss mal wieder unweigerlich Grinsen. „Was veranstaltest du so früh am Tach so einen Lärm?“ „Sorry“ nuschelt Lauri. „Mir is die untertasse runtergefallen..“ „Ahso.“ Ich rapple mich auf und lasse mich wieder auf die Couch fallen. Was für ne beschissene Nacht.. „Ähm.du Aki..“
Lauri kommt mit seiner geschlossenen Einkaufstüte zu mir und hält sie mir hin. „Wasn?“ „Ähäm..könntest du mir eventuell...naja...eine Tafel Schokolade geben?“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Lintu,du hast ne Tasche mit ungefähr 300 Tafeln Schokolade in der Hand..“ „Ich weiß,aber nach dem Traum von letzter Nacht...ich trau mich nicht,nachher greift mich wirklich so ne Tafel Schokolade an..“
Ui,da kommt mir eine Idee.. Seufzend nehme ich Lauri die Tüte aus der Hand,öffne sie und beuge mich über die Öffnung,um mein Gesicht Sekunden später in die Tütenöffnung zu pressen,wie wild zu kreischen und zu zucken. Lauri schreit laut los und presst sich die Hand vo den Mund. Waaaah wie geil...Prustend lasse ich die Tüte fallen und werfe mich mit dem Gesicht in meine Kissen umd erstmal meinem Lachkrampf freien Lauf zu lassen. Lauri bleibt wie versteinert stehen. „Was fällt dir ein?“ brüllt er plötzlich los. „Ich hab mir wer weiß was für Sorgen gemacht!“ „Ach komm scho..“ japse ich und pruste wieder los. „Du bist 25,da sollte man eigentlich wissen dass Schokolade einen nicht in die Nase beißt..“ „Das ist überhaupt nicht lustig!“ knurrt er. „Oh doch..dein Gesicht war zu herrlich..“ Lachend greife ich in die Tüte, hole eine Tafel Ritter Sport Baileys heraus und werfe sie Lauri zu.
„Pass auf dein kleines Näschen auf..“ meine ich spöttisch,als er die Verpackung aufreißt und hineinbeißt.


„Kinder, jetzt SETZT euch doch endlich mal.“
Seppo rauft sich verzweifelt die Haare, aber niemand hört auf ihn. Geschieht ihm recht, er ist schließlich an allem Schuld. Er will unbedingt, dass wir Playboys revampen und hat eine Kiste mit den schrecklichsten Klamotten aller Zeiten in den Probenraum geschleift. Wir dürfen uns sogar was aussuchen, echt nett von ihm.
„Was isn das?“ Pauli zerrt an einem weißen Fetzen, der aus der Kiste hängt und hat dabei ganz glänzende Augen, genau wie an dem Tag als er sein erstes Dreirad bekommen hatte.
„Das isn Body, Pauli.“
„N was?“
„Das ziehn so frigide Weiber an, die nicht wollen, dass man sie befummelt.“ Nuschelt Aki aus den Untiefen des Klamottenhaufens hervor und wirft mir ein durchsichtiges Riesenhöschen ins Gesicht.
„Uiiii, den kann man ja im Schritt zuknöpfen.“
„Ne, Dickerchen, lass das mal lieber. Das Ding da anzuziehen ist das sicherste Mittel, impotent zu werden.“
„Sag mal Seppo, kann sein, dass das alles Frauenklamotten sin?“
„Klar, das ist doch euer neuer Style.“ Strahlt er mich vergnügt an und klatsch aufmunternd in die Hände. „Und jetzt setzt euch doch bitte.“
Gehorsam lassen wir uns auf den Sitzkissen zu seinen Füßen nieder, Aki sitzt neben mir und drapiert den Schlüpfer mit einem gehässigen Kichern kunstvoll in meinem Haar.
„Gäbst n guten Christbaum ab, Nalle.“ Mischt sich Eero ein und rührt seeeeeehr langsam seinen Tee um.
„Au jaaaaaaa, das is ne geile Idee!! Wir stellen Lauri vor dem Gig einfach vorne hin und behängen ihn mit Unterwäsche, dann müssen die armen kleinen Mädchen ihr Taschengeld nicht mehr dafür rauswerfen, welche auf die Bühne zu schmeißen.“
„Niemand stellt Lauri irgendwohin, ihr hört mir jetzt gefälligst mal zu. Euer geplanter Imagewechsel bedarf sorgfältigster Vorbereitung, wir müssen Outfit, Musik und Choreographie genau aufeinander abstimmen.“
„Wie meinst du das? Choreographie?“ frage ich nervös und höre schon die Alarmglocken in meinem Kopf schrillen.
„Gott Lauri, stell dich doch nicht immer dümmer an als du bist, ich weiß ja, dass das schwer für dich ist, aber versuchs einfach mal, ja? Ihr seid eine der erfolgreichsten Band Finnlands, da kann man nicht einfach nach Lust und Laune über die Bühne springen. Ihr braucht ein System, ein festes Programm, versteht ihr?“
„Aber wir haben doch schon ne Setlist.“ Mault Pauli dazwischen und schlingt sich zwei Strapse wie Schals um den Hals.
„Ich meine nicht die Reihenfolge der Songs, sondern das, was ihr während einer Performance zu tun habt.“
„Naja, Lauri singt, Aki drummt, Eero spielt Bass und ich Gitarre . . . häääää?“
„Ach Kinder, versteht ihr denn überhaupt nichts? Eure Instrumente sind überflüssig, IHR seid schließlich die Stars.“
„Aber wie sollen wir den ohne Instrumente Musik machen?“ Aki ist aufgesprungen und reckt sich wütend Seppo entgegen. Oh man, er hat echt verdammt viel Mut . . .
„Dafür gibt’s Playback und jetzt setz dich wieder hin, du Pfeife.“
„Ich geb meine Drums aber nicht her!“
„Jetzt stell dich nicht so an, du stirbst nicht, wenn du mal vorne stehst.“
„Seh ich aus wie wien Backstreetboy? Ich stell mich doch nicht da vorne hin und mach mich vor der ganzen audiance zum, Affen durch irgend son bescheuertes Rumgehampel.“
„Dann geh doch, da ist die Tür. Wir finden einen neuen Drummer, bevor du überhaupt Scheiße sagen kannst.“
„Aki geht nirgendwohin.“ Knurre ich dazwischen und springe ebenfalls auf. „Du kannst uns vielleicht zwingen, alte, peinliche Songs zu spielen, du kannst uns in Blümchenkleider stecken, aber du kannst niemanden aus der Band werfen, hast du kapiert? NIEMANDEN!!“
Es ist plötzlich ganz still im Raum, nur mein aufgeregtes Keuchen ist zu hören, als Aki vorsichtig seine Hand auf meinen Rücken legt.
„Lass gut sein, ja?“
Wortlos lasse ich mich wieder auf den Boden fallen, mein Herz rast immer noch und mir ist ganz heiß vor Wut. Ich frage mich nur, warum das, was Seppo da eben von sich gegeben hat, eine gar so heftige Reaktion bei mir ausgelöst hat . . .



Der hat sie doch net mehr alle...Frauenkleider,Choreographie,Playback..werden wir jetzt so ne 0815 Boygroup?
„Haben sich die Herren jetzt wieder beruhigt?Also,euer Training beginnt nächsten Montag,wir werde extra einen der besten Choreographen Deutschlands einfliegen lassen...“ „Ach ja?Und wer ist dieser Choreograph?“ fragt Lauri immer noch schwer atmend. Meine Hand ruht immer noch auf seinem Rücken,ich will ihn beruhigen.
„Er heißt Detlef D Soost..und war schon Choreograph von Popstars..“ „Was?dieser bekackten Castingshow?“ mischt sich Pauli ein. „Ja,genau...wir werden das Kind schon geschaukelt kriegen und euch ordentlich durch diesen Imagewechsel bringe..“ Seppo strahlt vergnügt in die Runde. „Und jetzt könnt ihr wieder gehen,aber denkt dran Montag pünktlich um 8 hier aufzutauchen!“ „Um 8?Da schlaf ich noch!“ mault Lauri und schaut Seppo schmollend an.
„Tja,jetzt nicht mehr..und wehe ihr kommt nicht!“
Seppo rauscht aus dem Raum und lässt uns vollkommen verwirrt zurück.
„Was für eine Scheiße..komm,lass uns gehen Lauri..“ schlage ich kopfschüttelnd vor und ziehe Lauri von denm niedrigen Sitzkissen hoch. Sollte mich nicht wundern wenn Lauri zusammenklappt bei dem Training das dieser Affe immer mit den Kandidaten abzieht,ich hab mir diese Sendung scho ma angeschaut und ich bin fast umgekippt vom bloßen zuschauen..und schließlich isst Lauri auch nichts mehr vernünftiges...Sorgenvoll betrachte ich sein Gesicht,dass einen mürrischen Ausdruck angenommen hat. Wir sind fast an der Tür angekommen,als Seppo die Tür aufreißt und uns anschaut. „Übrigens,bevor ichs vergesse...ihr sollt alle etwas abnehmen...mir ist zu Ohren gekommen,dass Lauri schon Diät macht und ich schlage vor,dass ihr alle mit so einer Diät anfangt..“ „Was?Warum?“ „Weil ihr dann besser tanzen könnt...außerdem stärkt das euren Zusammenhalt...kollektive Banddiät nennt man das..und jetzt wünsche ich euch noch einen schönen Tag und haltet eure Diät ein!“ Und wieder ist er aus dem Raum gerauscht. „So eine scheiße..“ flucht Pauli und verlässt mit Eero hinter Lauri und mir den Raum.
Wenig später sind Lauri ich bei Lauris Wohung angekommen und steigen die Treppen hinauf. Mirjas Tür geht auf und ich gebe Lauri einen Schubs. „Komm,Nalle,das ist deine Chance!“ murmle ich ihm zu lächle Mirja an,die gerade aus ihrer Wohung kommt.
„Oh,Hi Jungs!“ „H-Hi Mirja!“ stottert Lauri und grinst sie verstrahlt an. „Ist irgendwas?“ fragt sie stirnrunzelnd und zieht ihre Türe hinter sich zu. „Ähm..ja..ähm,Mirja..dürfte ich dir vielleicht die Umkleidekabinen Helsinkis zeigen?“ fragt Lauri atemlos und wartet ihre Reaktion ab. Ich schüttle grinsend den Kopf. Man,selbst bei so was versagt er..
Sie zieht eine Augenbraue hoch. „Warum das?“ fragt sie mit einem Seitenblick auf mich zurück. Hah,sie denkt immernoch zwischen mir und Lauri würd was laufen..aber so absurd ist der Gedanke ja gar nich..Aki Hakala,reiß dich zusammen...
„Naja..ich bin noch..ungeküsst. Und hatte noch keinen..naja,sex..“
Spöttisch grinse ich,mein Blick wandert zu seinem Schritt. „Davon bin ich überzeugt...“


„Ich hab euch schon mal gesagt, dass ich keinen Wert darauf lege, bei euren kleinen Spielchen mitzumachen.“ Ein Anflug von Kälte liegt in ihrer Stimme, ich versuche Akis Blick aufzufangen, aber der grinst nur verstrahlt vor sich hin. Dabei hat er mir doch geradten, einen auf Checker zu machen . . .
„Mirja, es ist nicht so, wie du denkst“
„Was? Machst du jetzt einen auf Rosamunde-Pilcher?“
„Aber . . .“
„Lass stecken, Ylönen. Ich klopf dann mit dem Besen an die Wand, wenn’s mir zu laut wird.“
Mit diesen Worten drängt sie sich an mir vorbei und hüpft die Stufen hinunter, bis man von unten die große Haustür zuschlagen hört.
„Verdammte Scheiße . . . ich hab dir gleich gesagt, dass sie nich auf sowas steht.“ Breche ich jetzt weinerlich hervor und sehe Aki vorwurfsvoll an. Der schnaubt jedoch nur abwertend und wendet sich der Wohnungstür zu, um aufzuschließen.
„Ach ja, hast du das? Also ich hab immer nur sowas wie „Oh Aki, hilf mir doch!“ oder „Was soll ich denn jetzt machen, Akiii???“ gehört . . . komisch, oder?“
„Aber du hast mir doch gesagt, ich soll . . .“
„Wenn du mir ständig die Schuld dafür gibt’s, dass du noch nichmal son Flittchen in die Kiste kriegst, dann sag ich dir in Zukunft überhaupt nix mehr.“
„Wie hast du sie genannt!?“ und hat der mich grade nachgeäfft?
„Verdammt, checkst du nicht, wie dumm du doch bist? Am den Hinterausgängen von den Hallen stehn so viele scharfe Weiber rum, denen musst du nur mal kurz zublinzeln und sie wissen, was abzugehn hat. Aber neeeeee, du suchst dir erst mal son störrisches Weib, der du nachheulen kannst, das is echt mal wieder typisch für dich!“
„Entschuldige, dass nicht jeder nur dafür lebt sein Ding irgendwo zu versenken.“
„ Achso? Das willst du also gar nicht? Und der NightRider? Hach, tut mir leid, den hast du natürlich gekauft, um Suppe oder sowas umzurühren, stimmts? Aber nein, du darfst ja gar keine Suppe essen . . . weil du zu FETT BIST!“
„Ich bin überhaupt nicht zu fett und den NightRider kannst du gerne haben, scheinst ja ganz wild drauf zusein.“
„Jaaaaaa, den brauchst du ja nicht, stimmt ja. Du willst ja nur mit Mirja Händchen halten und ihr Bussis geben und vielleicht mal n bisschen fummeln, wenn ihr verheiratet seit.“
„Das reicht!! Raus aus meinem Haus!“
„Leidest du jetzt sogar schon unter Größenwahnsinn? Das hier ist nicht dein Haus, du hast nur ne popelige kleine Wohnung, wien ganz normaler Mensch, dabei bist du ja n Rockstar, ach Gottchen!
„Friss Scheiße, Aki.“ Mit zusammengekniffenem Gesicht stoße ich ihn zu Seite und werfe die Wohnungstür hinter mir zu. Er schimpft draußen noch eine Weile weiter, doch irgendwann verstummt er und ich weiß, dass er jetzt auf meinem Abstreifer sitzt und darauf wartet, dass ich rauskomme und mich bei ihm entschuldige. Hah, da kann er lang warten, diese miese kleine Mistkröte . . .
Mir graust schon vor morgen, wenn ich mit ihm die beschissene Choreographie einstudieren muss . . . und dann auch noch dieser Walfisch von Mensch, ganz toll. Wenn der mich einmal anbrüllt, bin ich weg. Ich habs langsam satt, dass jeder auf mir rumhackt? Können die mich nicht einfach mal alle in Ruhe lassen? Jeder scheint zu glauben, dass er mir vorschreiben muss, was ich zu tun und zu lassen habe und jetzt hat auch noch mein bester Freund damit angefangen. Wenn er sich nicht dauernd eingemischt hätte, würde Mirja mich jetzt vielleicht mögen, statt mich für pervers und aufdringlich zu halten. Ich könnte vielleicht mit ihr darüber reden, was in meinem beschissenen Leben vorgeht und sie könnte mich ein bisschen trösten . . . Vielleicht hat Aki ja Recht und ich bin das größte Weichei, das es auf diesem Planeten gibt. Und wenn schon, er kann ja von mir aus Groupies vögeln bis sein Ding morsch wird, ich will jedenfalls endlich jemanden, der nicht ständig an mir herumkritelt und mich für total durchgeknallt und bescheuert hält. Aber langsam wird die Auswahl knapp und vielleicht gibt es diesen jemanden ja gar nicht . . .
Seufzend schlurfe ich in die Küche und lasse mich dort mit einer Tafel Schokolade auf einen Stuhl fallen. Ich müsste einfach nur mal den Mut aufbringen, zu ihr hinüber zu gehen und ihr erklären, was ich für sie empfinde und dass ich keineswegs schwul oder checkich bin oder . . .
„Ähhhhh, Zartbitter.“ Frustriert werfe ich das ganze Ding in den Mülleimer und grüble weiter über meinen Plan nach. Der hat allerdings nur eine Chance, wenn ich Aki rauswerfe . . . und zwar ganz.



Was sollte das denn jetzt?Versteht der kleine keinen Spaß mehr oder was?
Kopfschüttelnd setze ich mich auf die Fußmatte. Irgendwann muss er mich ja wieder reinlassen...

[45 minuten später]

...hasloo?was soll der Mist? Langsam wirds hier unbequem und außerdem werd ich von Lauris Nachbarn schon komisch angeguggt...denken wahrscheinlich ich wärn Penner der hier pennen will.
Plötzlich geht die Tür mit einem Ruck auf und meine Reisetasche landet vor meinen Füßen. Ich springe auf und sehe Lauri verständnislos an. „Was soll das denn?“ „Ich will dass du gehst und zwar sofort!Hier ist dein Autoschlüssel..wir sehen uns dann morgen beim Meeting!“ „Lauri,verstehst du auf einmal keinen Spaß mehr oder was?“frage ich perplex,als ich den Autoschlüssel auffange. „Das hat mit Spaß nichts mehr zu tun,du blamierst mich am laufenden Band und da hab ich keinen Bock mehr drauf Aki!Mir stehts bis hier oben dass du dich so verhälst...“ Er knallt die Tür zu und mir bleibt nichts anderes übrig,als meine Tasche zu nehmen und zu meiner Wohnung zu fahren. Kann ich nur noch hoffen,dass Kia schon weg ist..

[wenig später]

„Kia?“ Keine Antwort,gut,sie ist weg...Ich schmeiße meine Tasche ins Schlafzimmer und setze mich dann in meine Küche. Schön und gut,Lauri ist sauer,aber die Sachen die ich mir in den letzten Tagen geleistet hab warn härter als der kleine Winzkommentar grade,also warum schmeißt er mich jetzt raus und hats net schon gestern oder vorgestern getan? Versteh einer die Fra..äh,männer...
Ein Schmunzeln huscht über mein Gesicht und schon etwas besser gelaunt schalte ich den Fernseher an und wähle die Nummer vom Pizzaservice,als mir einfällt dass ja eigentlich Diät angesagt ist. Mh..Ich laufe zu meinem Spiegel,stelle mich davor und ziehe mein T-Shirt hoch. Also dick bin ich ja wirklich net..und ich seh nicht ein,mir wegen so nem blöden Rumgehampel meine Pizza entgehen zu lassen..
Kaum 2 minuten später ist meine Pizza bestellt und ich sitze im Wohzimmer und Warte auf den Lieferanten. Ich frag mich ja,was Lauri jetzt tut wo ich weg bin..wahrscheinlich auf seinem Bett liegen,den Nightrider nochmal zur Probe umschnallen-is ja niemand da der ihn stört-,an Mirja denken,auf seiner Gitarre rumklimpern,in seinen Gedanken Mirja anschmachten und schmusige Lovesongs für und über Mirja schreiben...langsam mach ich mir echt Sorgen um seine Psyche und seinen Charakter...er verweichlicht total..zugegeben,er war schon immer nen Weichei...langsam glaub ich echt,Lauri könnte diese Boygroupscheiß gefallen...jedenfalls verhält er sich schon wie so nen tuffiger Mädchenschwarm..Okay,er IST ein tuffiger Mädchenschwarm...
Aber über was denk ich eigentlich grad nach? Pf,früher oder später kommt er eh wieder angekrochen..da verwette ich meine tole pinken Plüschhandschellen für,die mir ein pinker freak auf die Bühne geworfen hat..


„Komm her.“
„Was?“
„Komm HIER her.“ Muffig gehorche ich und latsche nach vorne, wo dieser Berg aus Muskeln steht und mich bei jeder Bewegung mit seinem Schweiß einsprüht. Igitt . . . und diese Brille, ich wette, man kann den Abdruck vom Gestell sehen, wenn er sie abnimmt . . . falls er das überhaupt je tut.
„WAS soll das grade gewesen sein?“ Wähhh, jetzt spuckt er auch noch. Ich verziehe angewidert das Gesicht und gehe einen Schritt zurück, aber er packt mich gnadenlos am Oberarm und zerquetscht diesen fast. Blutstau, Schmerz, Qual . . . das ist schlimmer als bei einem Porno, bei dem Frauen anwesend sind.
„Na, ähm . . . hää?“
Oh nein, es holt Luft, gleich wird mir das Trommelfell platzen. 1 . . . der Muskelmann bläht sich auf wie ein überdimensionales Kondom . . . 2 . . . seine kleinen Schweinsäugelchen scheinen mich töten zu wollen . . . 3 . . . es öffnet den Mund, fauliger Gestank schlägt mir entgegen . . . Mama.
„HÄÄÄÄ? DAS WAR SCHEIßE!! GEHIRNAMPUTIERTE EPILEPTIKER KÖNNEN DAS BESSER ALS DU!!“
Wir ist, als ob meine Haare durch den gewaltigen Wind besser nach hinten stehen als je zuvor . . . cool irgendwie.
Langsam bekomme ich Genickstarre und starre stattdessen auf das knallrote T-Shirt, auf dem groß und fett das Popstars-Logo prangt. Mittlerweile macht es mir nichts mehr aus, wenn er mich anschreit. Anfangs hab ich versucht, mich zu verteidigen, aber für Seppo scheint dieser Detflef das Non-Plus-Ultra zu sein und vor dem hab ich nämlich wirklich Angst. Allmählich glaube ich ihm, dass er sogar Mitglieder aus der Band werfen würde . . .
„Ich weiß nicht, was du meinst, DETLEF.“ Erwidere ich scheinheilig. Ich weiß, dass er seinen Namen hasst wie die Pest, aber ich weigere mich, ihn D! zu nennen . . . son Schwachsinn . . . ey, ich bin L! wohho, ich darf Leute anschrein, weil ich die Ausmaße von nem Walross und n buntes Popstars T-Shirt hab . . .
Hinter mir gluckst es leise, muss wohl Aki sein. Wir reden zwar eigentlich immer noch nicht miteinander aber der Hass gegen den roten Wal schweißt uns zusammen.
„DU WEIßT NICHT, WAS ICH MEINE!? BRAUCHST DU DEINE BESCHISSENEN FEDERN ZUM DENKEN ODER BIST DU WIRKLICH SO BRUNZBLÖD?“
Hä, wie bitte? Naja, ich zucke einfach mal mit den Schultern. Sein Kopf ist mittlerweile so rot, dass er aussieht, wie eine kochende Tomate, die kurz vorm Platzen ist. Von seinem Hirn kann wenigstens nix hier rumspritzen, is ja keins da, haha.
Diese blöde Sporthose nervt mich, mir is so heiß, außerdem is alles feucht und ich wünsche mir nichts mehr, als mich einmal für fünf Sekunden kratzen zu dürfen . . . nur ein klitzekleines bisschen wenigstens.
Master Soost hält es anscheinend nicht für notwendig, mir noch eine weitere Sekunde seiner kostbaren Zeit zu widmen und so dreht er sich ruckartig wieder zu diesem fiesen Spiegel um und baut seinen Mount Everest von Körper wieder vor uns auf.
„UND 1, 2, 3, 4 . . . DREHEN . . . ÄRÖÖÖÖ!! KANNST DU DEINEN ARSCH VIELLEICHT MAL BEWEGEN, WENN ICH ES DIR SAGE UND NICHT ERST DREI STUNDEN SPÄTER??!“
Puh, jetz hats den armen Eero getroffen. Aber er wird’s überstehen, solange wir zu viert sind, kann Detlef uns nix . . . aber mir graust vor den Einzelstunden, die bald stattfinden sollen.
Der Raum ist erfüllt von den Gesängen knackiger Marines und genau solche sollen wir bei unserem nächsten Gig darstellen. Ja wohl, sie werden uns in Matrosenkostüme stecken, In the Navy aufdrehen und wir sollen auf der Bühne rumhüpfen und uns den Arsch abstrahlen. Noch nie in meinem Leben musste ich mich auf eine solche Demütigung vorbereiten . . .
Aki neben mir hat eben die Geduld verloren und sein Handtuch in die Ecke geworfen, jetzt stampft er hinüber zu Garderobe. Schnell werfe ich einen Blick zu Klopsi, aber der ist noch damit beschäftigt, Eero in den Boden zu rammen, also laufe ich ihm nach.
Drinnen empfängt mich ein muffiges Halbdunkel, doch dann sehe ich ihn auf einer der Bänke sitzen und hastig an einer Wasserflasche nuckeln. Schweiß rinnt ihm den Hals hinab und hinterlässt dunkle Flecke am Kranken seines Tanktops. Schweigend setze ich mich neben ihn und zünde mir eine Kippe an, mir doch egal, was der Drillinstruktor sagt. Hier geht’s um zwischenmenschliche Beziehungen und die sind mir verdammt noch mal wichtiger als irgendeine verdammte Choreogra-dingsda.
„Entschuldige, dass ich gestern so pissig zu dir war. Mich macht das alles ganz fertig, aber da kannst du ja nix dafür.“
„Stimmt.“
„Du wolltest mich ja nur zum Lachen bringen.“
„Ganz genau.“
„Ich bin besessen von ihr . . . ich kann einfach nicht ich selbst sein, wenn ich sie sehe.“
„Ich weiß . . .“ sagt er leise und starrt in die kleine Öffnung on seiner Flasche.
„Aber andererseits . . . sie is nur irgend ne Frau . . . und du bist mein bester Kumpel.“
„Japp.“
„Freunde?“
„Jaaaaa, wenn du aufhörst, weiter so sentimentalen Mist von dir zu geben.“ Ein Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus und er boxt mir ein bisschen in den Bauch. Der wurde aber vorhin schon von Detlef bearbeitet und protestiert entsprechend, sodass ich ein gequältes Stöhnen von mir gebe.
„Oh sorry . . . gehen wir wieder raus? Dann verlieren wir vielleicht nur einen statt zwei Arme.“
„Okay, schiebt den Wal zurück ins Meer.“


Mir fällt ein Stein vom Herzen,dass Lauri mir verziehen hat und wieder alles okay ist. Der Stein ist so groß gewesen,dass ich sogar grinse als ich mit Lauri zurück in den Probenraum trete.
„AH BEQUEMEN SICH DIE HERREN ILIÖNEN UND HAKALALA AUCH MAL WIEDER ZU UNS?“ werden wir vom brüllenden Meister der Walrosse begrüßt.
„Das heißt Ylönen...und ich bin KEIN Teletubbie,sondern heiße Hakala!“ fauche ich-mit einem leichten grinsen-zurück. Nur nicht anmerken lassen,wir lächerlich ich dieses riesenhippo vor mir finde..
„WAS GRINST DU SO DUMM DU SCHLUMPF?! ICH DULDE KEINE UNDISZIPLINIERTHEIT IN MEINEN STUNDEN!“ „Dann geh doch..“ höre ich Lauri leise in seinen drei-tagebart murmeln und verkneife mir ein Kichern und salutiere stattdessen. „aye aye master Wa..ääh..Detlef,sir..“ Ich drehe mich um und begebe mich auf meine Position. “Na geht doch!” kommentiert der Drill-instructor und stellt sich mit dem Rücken zu uns vor den Spiegel,wie er es auch immer bei Popstars macht. Ich will nich...ich bin doch ein Star,holt mich hier raus!
„Entschuldigen sie,Herr Soost?“ War ja klar,Eero mal wieder überhöflich. Könnte Eero ihm net anbieten,Yoga mit ihm zu machen?Hätte 2 Vorteile..erstens hätten wir freizeit und zweitens wär er vielleicht nen bisschen ausgeglichener und würd uns nich so anbrüllen..
„Was ist du Teebubi?“ Teebubi? Zusammenreißen,Aki..
„Warum studieren wir nicht etwas ein,dass unserem Style entspricht?“
„Weil euer Manager das so entschieden hat!Und jetzt Maul halten und tanzen!“
Eero schließt folgsam den Mund und gleichzeitig die Augen. „WILLST DU MIR MAL VERRATEN,WIE DU MIT GESCHLOSSENEN AUGEN DIE TANZSCHRITTE LERNEN WILLST?“ „Ich bereite mich mental auf meine Aufgabe vor..“ antwortet Eero seelenruhig,während sich der Tanzbär aufbläht. Och,nich schon wieder..ich glaub ich geh mir morgen Oropax kaufen.
„ALS MAN MICH VORGEWARNT HAT DASS DIE AUFGABE SCHWIERIG WERDEN WÜRDE WUSSTE ICH NICHT WIE SCHWIEIRG ES SEIN WÜRDE!IHR SEID SCHLIMMER ALS PRIMATEN!!UND DU HÖR GEFÄLLIGST AUF DICH MIT SCHOKOLADE VOLLZUSTOPFEN!“ fährt D! Lauri an,der gerade in eine Tafel beißen wollte. Grummelnd packt er die Packung unter meinem grinsenden Blick wieder ein und sieht Detlef erwartungsvoll an.
„So und nun hört ihr mir zu! Die Choreographie ist wirklich einfach!Ihr bekommt jeder ein Lasso in die Hand gedrückt und wirbelt es am Anfang des Songs ein bisschen rum,wie genau wird euch noch erklärt..“ Lassos?ach du meine Güte..Ich will gar nich mehr zuhörn,wer weiß was für Grausamkeiten noch kommen!Aber..Lassos...irgendwie wirds bestimmt Spaß machen..Ich fange an zu kichern und versuche dann,mich wieder auf D!s gelaber über unsere Choreographie zu konzentrieren. „...und immer schön an den Hüftschwung denken..“ Lauri wirft mir eindeutige Blicke zu..ich weiß,Mopsi,wenn Mirja das sieht wird sie erstrecht denken du wärst schwul...hehe allein das isn Grund bei dem ganzen mitzumachen...hach,ich bin böse.. „...so,und dann lasst ihr euch auf den Boden fallen,genauso..“ Der Plumpssack lässt sich elegant zur erde ‚gleiten’ und dreht sich dann einmal um die eigene Achse. „..und dann steht ihr mit einem Ruck wieder auf und werft eure Mützen weg...ins Publikum..“
So in etwa geht es die nächste halbe Stunde,ich weiß genau dass ich mir nichtmal die Hälfte merken kann,aber was solls...shit happens..
Und endlich.. „...und am Ende tanzt ihr wie Tanzmariechen von der Bühne!“ Wir sehen ihn verständnislos an. „Na,ihr wisst schon...arm in arm,immer abwechselnd ein Bein hochschwingen..hm?!“ Er sieht und abwartend an. „Das ist nicht ihr ernst!“ bemerkt Pauli,der sich bisher zurückgehalten hat. „Oh doch..“ Detlef baut sich vor ihm auf. „WAS DAGEGEN?“ „Haben sie schon mal drüber nachgedacht,ne Therapie zu machen?“ mischt sich Lauri ein,der sich lässig auf den Boden gesetzt hat und nun seine Wasserflasche an die Lippen setzt. „Wie war das?“ „Sie verstehen doch sonst alles..“ „WENN WIR HIER BEI POPSTARS WÄREN,WÜRDET IHR SOFORT RAUSFLIEGEN!!!“ „Na,zum Glück sind wir nicht bei Popstars..“ erwidere ich an Lauris Stelle. Hah,vereinte Bandpower..als würden wir uns von so einem tyrannischen Happy Hippo unterdrücken lassen...


„ACH JA? WISST IHR WAS!? DAS GLAUB ICH AUFS WORT, DASS IHR KEINE POPSTARS SEIT, IHR SCHLAPPSCHWÄNZE!“
„Entschuldigung, ich weiß, wir sollten uns ein Vorbild an Ihnen nehmen, und ich habs auch versucht, aber . . .“ ich werfe Aki einen schnellen Blick zu und bereite ihn mental darauf vor, dass ich vielleicht gleich in Stücke zerhackt werde.
„ . . . ich hab die scheiß Hanteln nich hochgekriegt und dann hab ich mir auch noch die Pelle eingeklemmt.“
Einen Moment ist es still in dem großen Tanzsaal, Master D! starrt mich mit aufgerissenen Augen an, neben mir gluckst Aki und Pauli beißt sich angestrengt in die Hand.
„Du kleines Würstchen denkst . . .“
„ . . . dass Sie mit ihrem Ding Gewichte stemmen. Kann ja nur vom Trainieren so klein geworden sein, oder?“ beende ich seinen Satz und bereite meine Beinchen schonmal drauf vor, gleich nen riesen Spurt hinzulegen, aber Detti-Maus steht immer noch vor mir und starrt mich mit seinen kleinen Schweinsäugelchen perplex an. Aki verliert mittlerweile langsam die Fassung, er quiekt, gluckst und läuft knallrot an. Sogar Eero hat endlich gecheckt, was ich vor drei Minuten gesagt habe und weiß anscheinend nicht so recht, ob er jetzt lachen oder mir eine reinhaun soll. Das darf er nämlich, wenn ich böse bin, hat Seppo ihm erlaubt. Hab ich erwähnt, dass ich Seppo hasse? Inklusive den ganzen Deppen, die er ständig anschleppt?
Ein herbes Schluchzen reißt mich aus meinen Gedanken und ich sehe ein rotes Riesenknäuel vor mir auf dem Boden liegen. Es zuckt und stinkt nach ekligem deutschem Aftershave und verdammt . . . verdammt viel Schweiß. Dagegen riechen Eeros Füße wie Veilchen. Trotzdem . . . irgendiwe hab ich das Gefühl, dass klein Detlef weint. Kann der sowas überhaupt? Jedenfalls steht er nicht mehr auf, sondern rollt sich nur schniefend auf dem Boden herum. Vielleicht is das auch die neue Choreografie . . .
„Oh man Lauri, was hastn jetz wieder gemacht?“
„Hey, ER hat angefangen!!“
„Sind wir hier im Kindergarten oder was?“ Kopfschüttelnd kniet Eero sich neben das mini-schwänzige Walross und streicht ihm tröstend über den Rücken. Er . . . er hat ihn angefasst!!
„Es kommt doch nicht auf die Größe an, sondern wie man damit umgeht.“
„Also wenn er im Bett auch so epileptische Anfälle hat wie hier . . . ich würd ihm da keine allzu großen Hoffnungen machen.“ Kichert Aki und nimmt meine Hand, um seine Zähne darin zu versenken. Quiekend versuche ich sie wegzuzerren, aber er hält sie eisern fest, kichert weiter und beißt nur noch fester zu. Das tut so weeeeeeh . . . aber irgendwie fühlt es sich auch . . . geil an . . . omg.
„Pauli, kommst du mal bitte?“
„Oah neeee, muss das sein?“ unwillig hüpft er von einem Bein zum anderen und sieht Eero flehentlich an, doch der zeigt keine Gnade.
„Jetzt komm gefälligst hierher, wir brauchen mal deine Hilfe.“
„Ich soll dem da helfen? Bist du krank? HAST DU WIEDER WAS GERAUCHT?“
Wieder ein Walrossschluchzen, ich tick noch aus hier. . .
„Hört mal her, Detlef ist ein sehr netter Mensch und ich habe ihm einen Handel vorgeschlagen. Da er sehr unter seinen kleinen . . . wie auch immer . . . leidet, ist er bereit, uns ihn Ruhe zu lassen, falls wir ihm bei seinem kleinen Problem helfen.“ Diplomatisch faltet unser Jogi-Hase seine Hände und sieht uns erwartungsvoll an.
„Soll ich ihm jetzt meinen NightRider schenken oder weiß“
„Deinen WAS?“
„Lange Geschichte . . .“
„Nein, ich dachte da eigentlich eher an Pauli.“
„An mich? Hääääääääää? Ich muss doch sonst nie was sagen, was solln das, lass mich in Ruhe du Junkie.“
„Pauli, wir wissen doch alle, dass die Frauen ganz entzückt von deinen . . . ähm, Leistungen sind.“
„Na und? Ich sag euch immer, ihr sollt zärtlich sein, aber neeeeeeeeein . . .“
„Darum geht’s doch gar nicht. Du sollst Detflef hier nur ein paar Tipps geben.“
„Jetzt reichts, das wars. ENTZUG UND ZWAR SOFORT!“
„Pauli, ich bitte dich. Drogen sind schlecht für mein Chi.“
„Man Tonni, überleg doch mal . . . er lässt uns in Ru-he!“
„Ja toll und dafür soll ich ihm alle meine Geheimnisse verraten, ne danke. Lieber n paar Stunden rumhopsen als mein unglaubliches Wissen über sexuelle Vorlieben von Frauen mit so einem da zu teilen.“ Verächtlich wendet er sich ab und betrachtet desinteressiert seine Fingernägel.
Master D heult immer noch. Und Aki zerfleischt auch immer noch meine Hand. Die Zeit scheint still zu stehen. Muss unbedingt Unterricht bei Pauli nehmen . . . wegen Mirja . . .



Ich kaue auf Lauris Hand herum um mir nicht vor lachen in die Hose zu pissen.
Diese ganze Situation..Detti heult wegen seinem kleinen Freund,Eero spielt Vermittler und Pauli,der Sexgott,will D! Keine Tipps geben...zu geil,ich sterb gleich..
„Aki,meine Hand..“ Lauri gibt mir einen schmerzhaften Stoß in die Seite und zieht seine Hand aus meinem Mund. „Oh,sorry Lintu..“ kichere ich und wende meine Aufmerksamkeit wieder D! zu. Eero sitzt neben ihm und tätschelt seinen Rücken,während Pauli immer noch mit verschränkten Armen daneben steht. „Pauli,überlegs dir..“ „NEVER...selbst wenn ich ihm meine Techniken verraten würde..er wär erstens viel zu doof sie zu checken,und ihr könnt erstrecht nicht von mir erwarten sie ihm vorzumachen! Und zweitens is der doch wahrscheinlich eh impotent und kriegt überhaupt keinen Hoch..und selbst WENN..der is so scheiße,den will keine Frau,egal wie gut seine Techniken sind..“ Der Pseudochecker heult auf und flüchtet sich in Eeros Arme,der umkgeschmissen wird und unter einem Berg aus Fett,Muskeln und Schweiß begraben wird. Ich kicherer wieder vor mich hin und tippe Lauri an,der Pauli mit einem leicht glasigen Blick anstarrt. Was geht jetzt ab? „Lauri,lass uns gehen,der Klops is eh net in der Lage heut noch irgendwas mit uns anzustellen..“ Lauri sieht mich kurz irritiert an,nickt dann aber und verzieht sich mit mir in die Umkleide.
„Ich fahr dich nach Hause wenn du willst..“ biete ich Lauri an. „Ja,wär nett..nach dem rumgehampel hab ich kein Bock drauf,noch nach Haus latschen zu müssen...“
„Mach doch einfach nen Führerschein..“ „Bin ich denn bekloppt?Das schaff ich doch eh net!“ „Stimmt..kannst ja nich übers Lenkrad gucken..“gluckse ich und mache meine Hose zu. „Haha..“
Wenig später verabschieden wir uns von Pauli und Eero,Detlef ist ja leider nicht ansprechbar...
Ich setze Lauri vor seiner Haustür ab. Irgendwas geht in dem Fusselköpfchen vor..nur ich weiß echt nicht was...Naja,was solls..

[bei Aki]

Ich schmeiße die Türe hinter mir zu und schmeiße meine Sporttasche aufs Sofa,wo immernoch meine Tasche mit den Klamotten liegt. War gestern zu faul auszuräumen. Naja,ich sollte es vielleicht jetzt machen,sonst stinkts nachher noch.
Ich ziehe den Reißverschluss auf und räume alles aus,wobei mir ein Portmonaie in die Hände fällt. Das ist nicht meins..
Ich öffne es und blicke auf ein wahrhaft schreckliches Bild. Lauris Ausweis..moah is der hässlich...und seine Augen...
Kichernd wähle ich Lauris Nummer. „Ja?“ „Lintu,ich hab dein Portmonaie gefunden..“ „Was?“ „Hübsches Foto.“ Giggelnd durchsuche ich den Geldbeutel in meinen Händen. Mal sehen was der Master noch so mit sich rumträgt.. „Welches Foto?“ „Das auf deinem Ausweis..deine Augen gucken ja in verschiedene Richtungen..und deine schönen Hamsterbäckchen kommen so richtig schön zur Geltung...“ Ich höre ein Knurren am anderen Ende. „Lass die Finger von meinem Portmonaie!Wage es ja nicht,es zu durchsuchen..“ „Zu spät..“ Ich lasse ein Kreischen hören. .. „Was ist DAS für ein hässliches Foto?Du trägst Haarnetze nachts?“ „Nur manchmal..“ gibt lauri unwillig von sich und ich kann mir vorstellen wie sauer er ist. „Weißt du was?ich will ja nicht dass du auch anfängst zu weinen...deswegen lass ich deine hübsche pink-schwarze Brieftasche einfach auf meinem Tisch liegen udn bring sie dir morgen mit,okay?“ „Ich würde niemals heulen!“ „Na..wers glaubt...“ „Akii..“ „Jaja,schon gut.bis morgen..“ Ich lege auf und widme mich breitgrinsend weiter dem Inhalt seines Portmonaies.
Ich pruste los. Lauri ist Mitlglied im Junior Club von Mc Donald’s ???
Wenn ich das unseren Fans erzähle...


Gähnend patsche ich an der Wand herum, finde schließlich die Türklingel und klinge Sturm, bis Aki mit höchst genervtem Gesichtsausdruck öffnet und mich missmutig anstarrt.
„Ach, du bist. Komm rein.“
„Wasn los? Bist du grad in Action oder so?“
„Ha-ha, ja klar. Kiia und ich ham uns wieder vertragen, wir poppen uns grad durch ganze Kamasutra aber du kannst derweiln im Wohnzimmer warten.“
„Jetzt piss mich mal nich so an, du hast doch gesagt, dass ich mein Geld holn kann.“
„Falsch. Ich wollte es DIR vorbeibringen.“
„Ach, is doch egal, mir is eh langweilig.“
„Es is neun Uhr morgens, warum schläfst du nich, Alter?“
„Warum bietest du mir erst ran reinzukommen, wenn du mich doch nich in der Bude haben willst, hää?“
„Das warn Reflex.“
„Ja ganz toll, dann gib mir gefälligst meinen Geldbeutel und ich geh wieder nach Hause.“
„Jetzt sei doch nich gleich so beleidigt, ich will dir doch nur ersparen, was da drin vorgeht.“ Er deutet mit dem Daumen in den Flur und schüttelt fröstelnd den Kopf.
„Ja was dennnn??“
„Lange Geschichte.“
„Kurzform? . . . Hey, ich hab dir vorgestern mein letztes Bier gegeben.“
„Pauli, Eero, Seppo und Master Diddy sind in meinem Schlafzimmer, in meinem Bett. Reicht das?“
„WAS?!“ kichernd schubse ich ihn zur Seite und stürme kurzerhand sein Schlafzimmer. Das Licht ist gedimmt, roter und schwarzer Flanell verhängen die Fenster und in der Ecke brennen ein paar purpurne Kerzen. Mitten in einem Berg aus schneeweißen Kissen und Rosenblättern sitzt Diddy-Maus und schreibt eifrig auf einem riesigen Notizblock mit, der in seinen Händen aussieht wie ein Kinderbuch. An der Schrankseite des Zimmers steht Pauli mit rotem Kopf, fuchtelt wie wild in der Gegend herum, sodass ich sofort Angst um die Sektflasche kriege, die er in der Hand hat. Das Zeug is zuuuu lecker, um es für Diddy zu verschwenden.
„Wie oft denn noch!? Verdammt noch mal, Placebo is okay, Nirvana is okay, Depeche Mode is okay, von mir aus auch Guns n’ Roses aber NICHT OVERGROUND!!”
„Aber Schick mir nen Engel ist doch total gefühlvoll und so . . .“
„Willst du, dass dir die Frau ins Gesicht reiert !!!???“
„Aber . . .“
„NICHT OVERGROUND, NICHT NATASHA THOMAS, NICHT YVONNE CATTERFELD, NICHT . . .“
„Hasi, gib mir den Sekt.“ Vorsichtig biege ich seine Finger auf, die schon ganz weiß angelaufen sind und bringe den Alkohol in Sicherheit, während Pauli mich mit großen Augen anstarrt und heftig keucht.
„Nalle, ich kann nich mehr . . .“
„Hey, bei mir hats auch funktioniert.“
„Du warst zwanzig und hattest wenigstens nen knackigen Hintern, aber der . . .“
Vom Bett kommt ein trockenes Schluchzen, sofort springt Eero aus einer dunklen Ecke und fängt leidenschaftlich an ihn zu trösten. Der Mann sollte sich endlich mal Kinder zulegen . . .
Trotzdem, Pauli Bemerkung über meinen Arsch . . . mhmmmm . . .
„Könnt ihr mal bitte mit dem Rumgeschwule aufhören? Wir haben zu arbeiten, also verpiss dich, Lauri.“ Kreischt Seppo dazwischen und schiebt mich aus dem Zimmer, sodass ich direkt gegen Aki krache, der im Türrahmen steht und das Geschehen aus sicherer Entfernung betrachtet.
Mit einem ächzen krachen wir beide an die gegenüberliegende Wand, während die Tür mit einem Knall ins Schloss fällt.
„Du, Lauri?“
„Japp?“
„Du quetschst meine Eier ein . . .“
„Oh,sorry alter,wollt ich net..“ „Will ich aber auch hoffen..“ knurre ich und reibe an meinem Schritt. Autsch...
„Aber eins musst du mir erklären..warum sitzen die alle in deinem Schlafzimmer?“
Lauri kratzt sich am Kopf. „Und vor allem,warum dürfen wir net rein?“ Ich gehe ins Wohnzimmer,Lauri folgt mir. „Naja,Eeros Frau hätte nen Anfall bekommen,wenn wir,ein übermotivierter Manager und ne kleine Schwuchtel ihr Lager in ihrem Haus aufgeschlagen hätten..Paulis Freundin gings nich anders und dich haben die net erreicht...also standen sie plötzlich vor meiner Tür,haben es sich in meinem Schlafzimmer gemütlich gemacht,Diddy hat sich aufs Bett gekuschelt..wuah,ich muss die wäsche waschen..und naja,mich ham se rausgeschmissen,weil sie meinten,ich hätte mit dir zusammen den armen Diddy zu sehr verletzt...“ Ich rolle gekonnt mit den Augen...

[6 Wochen später]

Viele Eimer Schweiß,viele Auseinandersetzungen und einige Lachkrämpfe Lauris und mir später stehen wir im Backstagebereich und bereiten uns auf die Show vor.
Alle sind mehr als nur schlecht gelaunt,nur ich grinse vor mich hin,während ich in mein trendy Matrosenoutfit hüpfe. Pauli und Eero tun es mir gleich,nur Lauri-der ja seine Stellung als Front“mann“ beibehalten soll,wurde dazu verdonnert,eine Blümchenhose und ein pinkes Tanktop zu tragen. Die Hose hat er sich von seiner Schwester geliehen..und er sieht zu geil darin aus..
Kichernd wandert mein Blick zu Pauli,der unwillig an seinen Haaren zupft,die auf Anordnung von Seppo einen neuen Schnit verpasst bekommen haben. „Ey,Pauli..deine Haare kräuseln sich ja wie der Busch zweischen Lauris Beinen..“ giggel ich und streiche mein Kostüm glatt.
„Haha..“ murren Pauli und Lauri im Chor und lassen sich schmollend auf die Couch fallen. „Ach kommt schon..das wird bestimmt lustig!“ „Glaubst auch nur du..erst dieses scheiß in the navy und dann die gesamte Palette...Overground.BSB.Caught in the act. Patrick Nuo. Wir sind zu einer scheiß Coverband mutiert!“ grummelt Lauri verzweifelt. „Lauri..wir müssen das Beste draus machen..denkst du etwa,ich will meine drums nicht wiederhaben?Oder wieder die Musik spielen,die wir wollen??“ Ich hocke mich vor Lauri..Psycholgie,immer in Augenhöhe mit anderen Sprechen..Hah,ich bin ja so klug...
„Aber wir können es verdammt nochmal nicht ändern!Lass uns das Konzert abwarten,und wenn alles scheiße läuft,dann können wir immer noch alles hinschmeißen...und uns ein neues Label suchen...okay?“ Ich klopfe Lauri aufmunternd auf die Schulter und sprüe im nächsten Augenblick ein heftigen Klaps auf meinem Po. Ich wirble herum und sehe den grinsenden D! Hinter mir stehen. „So meine Herren,schwingt eure hübschen knackigen Ärsche auf die Bühne..“ ordnet er an und scheucht uns aus der Umkleide.
Angewidert werfe ich Lauri einen Blick zu. Dieser Verrückte Tanzaffe hat mir an den Arsch gefasst! Lauri sieht mich mitfühlend an und schaut dann an seinem Outfit hinunter. Wenn ich die Hose wär,würd ich schreiend weglaufen,lauris Blick sieht gemeingefährlich aus.
Wir nähern uns dem Bühnenaufgang...Bevor ich die hellangestrahlte Bühne betrete schlage ich noch schnell ein Kreuz. Ich bin zwar nicht gläubig,aber vielleicht hat irgendwer ja doch erbarmen mit uns und lässt die Flaschen und den Müll an uns vorbeifliegen...


Nervös werfe ich einen Blick zu Aki, aber der grinst nur verstrahlt und . . . scheint sich zu freun! Ich werde ihn wohl töten müssen . . . Verzweifelt linse ich hinüber zu Pauli, aber der hat längst Haltung angenommen und überblickt die Menge wie ein echter Marine. Und Eero . . . Eero hat natürlich seine Glupscher zugemacht und träumt von eng und fest gedrehten Tüten, das macht ihn geil, die alte Sau. Unten im Publikum fangen schon die ersten an zu lachen und halten es wohl für einen Scherz, was wir hier tun. Ich meine, wir stehen einfach nur da, in blau-weiß gestreiften Matrosenanzügen, bis auf mich jedenfalls. Warum sag ich dann wir, häää? Damn, dieses Top hat mein Hirn lahmgelegt, ich kann froh sein, dass ich mir keinen Text merken muss. Einfach Mund auf und zuklappen und mit dem Arsch wackeln, hat Diddy gesagt. Ganz toll, der Kerl ist in letzter Zeit aufdringlich geworden, Aki und ich hüten die geheime Vermutung, dass die ihn an diesem besagten Nachmittag sozusagen ans andere Ufer geschippert haben . . . Pauli hat auch mal sone Bemerkung fallen lassen . . . er würde schon dafür sorgen, dass er der Bunnychecker Numero uno in der Stadt bleibt. Ich finde das voll unfair, der muss nur mal kurz grinsen und mit seinem Strohhalm rumspielen und schon liegen ihm die Frauen zu Füßen. Und was ist mit mir? Was hat er, was ich nicht habe?
Die Tatsache, dass ich vor zwanzig Minuten in ein pinkes Top und eine giftgrüne Blümchenhose aus den Achzigern gepresst wurde wird’s mir wohl auch nicht grade leichter machen. Ohhh verdammt, diese scheiß Weiberhose quetscht so ziemlich alles ab, was mir wichtig ist. Hoffentlich ist das hier schnell vorbei, sonst kullern demnächst meine abgestorbenen Eier auf die Bühne und Jari muss sie in den Plastikbeutel stecken, bis ich fertig bin und in die Notaufnahme kann.
Plötzlich beginnen die anderen drei an zu klatschen und mit den Füßen zu wippen, verwirrt sehe ich mich um und registriere, dass das Playback soeben angelaufen ist. Drei, zwei, eins, sie strecken die Arme nacheinander in die Höhe und schwingen die Hüften zum Takt. Wenn das bei denen schon tuckig aussieht, wie wird das dann wohl bei mir aussehen? Humpf, mein Höschen kneift . . . Ich trau mich gar nicht, runter in die Menge zu sehen, sonst würde ich wahrscheinlich Heulkrämpfe bekommen. Aber gut, let the show begin, Baby . . . Tu, was ein Mann in giftgrünen Weiberhosen tun muss, Ylönen.


“Where can you find pleasure
Search the world for treasure
Learn science technology
Where can you begin to make your dreams all come true
On the land or on the sea
Where can you learn to fly
Play in sports and skin dive
Study oceanography
Sign of for the big band
Or sit in the grandstand
When your team and others meeeeeeeeeet”

Hey, ich bin gut, verdammt gut sogar, hellyeah. Und jetzt müssen die anderen einsteigen, ich muss nicht mehr allein da vorne rumhüpfen, wohooo!!

“In the navy
Yes, you can sail the seven seas
In the navy
Yes, you can put your mind at ease
In the navy
Come on now, people, make a stand
In the navy, in the navy
Can't you see we need a hand
In the navy
Come on, protect the motherland
In the navy
Come on and join your fellow man
In the navy
Come on people, and make a stand
In the navy, in the navy, in the navy, in the navy”

Oh meine Fresse, wenn Aki nocheinmal das Maul aufmacht, bekomm ich nen Trinitus. Der Kerl kreischt in sein kleines Kragen-Mikro als hinge ihm der Teufel persönlich im Schritt und von Tonhöhen scheint er noch was gehört zu haben. Maan, jetzt weiß ich endlich, warum er ausgerechnet drummt . . .
Halt, Stopp. Ich springe im letztens Augenblick einen Schritt zurück, da schlägt Pauli auch schon sein Rad quer über die Bühne. Mhmmz, jetzt weiß ich, warum alle Weiber auf ihn stehn, er bekommt seine Beine einfach höher als ich.

“They want you, they want you
They want you as a new recruit”

Hää, warum starren die mich alle so komisch an? Und warum läuft das Playback auf einmal so langsam? Is was kaputt?
Aki fuchtelt wie wild mit den Händen herum und irgendjemand schubst mich nach vorne, sodass ich fast kopfüber in den Pressegraben fliege. Wär ja nicht das erste Mal . . .
„DEIN RAD!!“ unten im Publikum hüpft Mikko mit einem Schild rum und ich peile, dass ich eben nen Teil meiner Choreographie verpatzt hab. Also nehme ich schnell Anlauf und wirble einmal quer über die Bühne, als unten ein paar Mädchen schrill anfangen zu kreischen.
Oh man, ich weiß ja, dass ich toll bin . . .

“If you like adventure
Don't you wait to enter
The recruiting office fast
Don't you hesitate
There is no need to wait
They're signing up new seamen fast
Maybe you are too young
To join up today
Bout don't you worry 'bout a thing
For I'm sure there will be
Always a good navy
Protecting the land and sea”

Worüber freun die sich nur so? Sieht mein Hintern wirklich so knackig aus in dieser Hose?
O-o-oder hab ich etwa einen stehn? Nein, alles noch so wies sein soll . . . hätte klein Lauri auch ganz schon Kraft gebraucht um sich in dem Ding zu voller Größe aufzubaun . . .

“In the navy
Yes, you can sail the seven seas
In the navy
Yes, you can put your mind at ease
In the navy
Come on now, people, make a stand
In the navy, in the navy
Can't you see we need a hand
In the navy
Come on, protect the motherland
In the navy
Come on and join your fellow man
In the navy
Come on people, and make a stand
In the navy, in the navy, in the navy (in the navy)”

Worüber lacht Aki nur so? Er is schon ganz rot im Gesicht und wimmert so seltsam, wenn er mich ansieht. Häää? Hab ich schon wieder was vergessen?
“They want you, they want you
They want you as a new recruit”

Erst jetzt fällt mir auf, dass sich die anderen beiden auch fast vor Lachen auf die Bretter legen. Sie müssten jetzt eigentlich auf mich zeigen, aber sie deutet ins Publikum. Humpf?

“Who me?”

Verdutzt sehe ich sie an.

”They want you, they want you
They want you as a new recruit”

Ja was isn da unten?

But, but but I'm afraid of water.
Hey, hey look
Man, I get seasick even watchin' it on TV!

Pauli weint, sogar Eero kichert ein bisschen und Aki sieht aus, als würde er gleich explodieren. Verwundert sehe ich hinunter in die Menge und genau in diesem Augenblick höre ich es.

„ICH HAB EINEN VON LAURIS TAMPONS!!“

Bitte was!? Was zur Hölle .. . ach du verfickte Scheiße, ich HASSE Hanna!! Kann die nicht mal ihre Taschen ausleeren, bevor sie mir ihre Klamotten leiht? Hastig trete ich ein paar OBs super von der Bühne, einer davon landet im Publikum, worauf sich ein paar Mädels quiekend auf den Boden stürzen und das Ding binnen weniger Sekunden in kleine Fusseln zerlegen.
Bitte, Satan, lass mich sterben . . .


Alles koordinierte Rumgehopse,auch Choreographie genannt,ist vergessen. Pauli steht neben mir,hält sich an mir fest und heult vor lachen,Eero sitzt kichernd im Lotussitz mitten auf der Bühne und ich hab das Gefühl gleich vor Lachen zu explodieren. Ey,wenn jedes Konzert von uns ab jetzt so lustig wird,dann mag ich den imagewechsel...
Lauri steht planlos vorne auf der Bühne und hat anscheinend keine Ahnung was los ist. Erst als er die „Ich hab einen von Lauris Tampons!“ Rufe hört,scheint er zu kapieren warum sich alle so köstlich amüsieren und kickt schnell noch ein paar von den Dingern von der Bühne. Unten prügeln sich die Weiber darum. Hell yeah,versteh einer die Frauen..’aaaah,ich will mir etwas von lauri in meine mumu schieben..’ wie dumm können menschen eigentlich sein?!
Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir,die die Bravoleserinnen erschüttern wird. „Lauri-Versteckt sich hinter dem smarten Frontmann von The Rasmus eine liebevolle Mutter und Hausfrau?“ Wiehernd klopfe ich Pauli auf den Rücken,der sich verschluckt und rot anläuft und schließlich einen Fussel ausspuckt,der prompt auf lauris Stirn landet. Gröhlend zeige ich auf Lauri und fange zusammen mit Pauli wieder an zu lachen. Das Publikum,von mir und Pauli angespornt,lacht ebenfalls laut los. Lauri steht am Bühnenrand und wird rot und roter. Er kann einem ja fast schon leid tun....
Ich höre aufgeregtes gemurmel hinter mir und schaue zum Backstagebereich,wo Seppo und Diddy stehn und hysterisch rumfuchteln. „Verdammt nochmal,hört auf zu lachen! Schick mir nen Engel ist der nächste Song!Da müsst ihr ernst und gefühlvoll sein!“ faucht Seppo laut und hüpft auf und ab.
„Pauli?“ kichere ich und drehe mich zu ihm. „Mh?“ Er hat immernoch Tränen in den Augen und giggelt vor sich hin. „Wir müssen weitermachen!“ „Schade..“ er grinst immernoch breit,während er zu Eero geht und ihn vom Boden hievt.
Lauri bemerkt endlich,das ihm etwas an der Stirn klebt und wischt es angewidert weg.
Eero,Pauli und ich haben schon unsere Postitionen hinter den Mikros eingenommen,fehlt nur noch der Master of Desaster. Endlich steht Lauri neben uns und haucht ein „Der nächste Song ist auf deutsch und heißt Schick mir nen Engel..“ ins Mikro,ehe die Musik anfängt zu spielen und wir alle Trauerminen aufsetzen...

[Nach dem Gig]

Müde,aber-es wundert mich selber-sehr gut gelaunt sitzen wir auf der Couch in unserer Umkleide und lassen die lustigsten Momente dieses Auftritts Revue passiern. Pauli gibt grade eine Vorstellung des verplanten Lauri zum Besten und ich rutsche lachend von der Couch und werfe dabei Eeros Ingwertee um. Yogibär wirft mir einen verschlafenen bösen Blick zu und lehnt sich wieder zurück um weiter zu meditieren.
Plötzlich nähern sich laute Stimmen. Das muss Lauri sein...nach dem Auftritt ist er direkt zu Seppo und D! Verschwunden...ich hab mich scho gewundert wo er so lang bleibt...
„Wie bitte?DAS WAR NICH GRANDIOS!!!DAS WAR MEGAPEINLICH!“ brüllt Lauri,reißt die Tür auf und stapft zu uns herein. „Ich weiß gar nicht was du hast..“ säuselt Detty und versucht Lauri über die Wange zu streicheln. „FASS MICH NICHT AN DU ELENDE SCHWUCHTEL!“ fährt Lauri D! An und ich sehe aus den Augenwinkeln,wie Eero aufspringt um sofort zur Stelle zu sein,wenn der Kleine wieder losflennt...

[5 minuten später]

Totales Chaos ist ausgebrochen...Detlef heult sich in eeros Armen die Augen aus,Pauli lacht sich halb tot,Seppo und Lauri brüllen sich an was das Zeug hält und ich steh mittendrin und weiß nicht was ich machen soll...Lauri helfen,Eero zur Vernunft bringen und vom dem Monster wegzerren oder mit Pauli lachen..
Aber da ich ja ein guter freund bin entscheide ich mich für die erste Möglichkeit und stelle mich neben Lauri. „Ey Seppo,halt mal die Luft an!“ gehe ich dazwischen und werde vom Angesprochenen mit einem bösen Blick bedacht. „Sei leise Aki..“ knurrt er. „Du und Lauri schikaniert Detlef wo es nur geht..dann die Sache vorhin auf der Bühne!Wenn ihr aussteigen wollt,dann tut es jetzt!Dann können wir uns noch guten ersatz besorgen,der bestimmt elcuth zu finden ist!“ „WILLST DU MICH ETWA AUS MEINER EIGENEN BAND SCHMEISSEN??WAS FÄLLT DIR EIGENTLICH EIN?“ geht Lauri auf Seppo los und läuft vor Wut rot an. Oh je...battle deluxe im Backstagebereich. „VON RAUSSCHMEISSEN WAR NIE DIE REDE LAURI!“ er holt schnaufend luft. „Aber reiß sich zusammen...“
„Weißt du was seppo?du kannst mich mal...du redest davon ich soll mich zusammenreißen,.aber musst du auf der bühne stehn und dich vor dem publikum blamieren?Nein,du sitzt mit deinem faulen arsch auf nem chefsessel hinter der bühne und hast deinen Spaß!Mir hat das alles mal spaß gemacht,aber auf den scheiß hab ich keinen bock mehr..“ sagt Lauri mit erstaunlich ruhiger Stimme und geht aus dem Raum.Ich werfe Seppo einen wütenden Blick zu und laufe ihm hinterher,hole ihn am Ausgang ein. „Lintu..soll ich dich nach Hause fahrn?“ frage ich und lege meine Hand auf seine Schulter. Lauri nickt. „Aber erst zu ner Tanke,Alk besorgen...“ Ich grinse. „Geht klar...“

Kaum 2 Stunden später liege ich ziemlich angeheitert in Lauris Wohnzimmer. Lauri ist total blau und lallt nur noch unverständliches zeug,kichert vor sich hin und stopft sich schokolade in den Mund,die er mit Wodka runerspült. Vielleicht würde ich ihn davon abhalten,wenn ich net wissen würde wie allergisch er auf sowas reagiert...er ist alt genug und es ist sein Teppich den er morgen reinigen muss,wenn er draufkotzt...
„a..aggi...“ er krabbelt neben mich. „hab isch dia scho ma-mal gesascht wie..wundaschöne augen du hascht?“ lallt er und schielt mich grinsend an. Ich gluckse los. „Loorie..du bischt betrunken..“ lache ich und versuche mich aufzurichten,wobei ich kläglich scheitere und mich an Lauri festhalten muss,um nicht umzufallen..


„Nana, Süßer, das kostet aber was?“
„Du verhurst dich, Nallü?“
„Bidde was!?“
„Na so rumhurn halt . . . für Kohle pimpern.“
Moah, Akis Brust riecht so verdammt geil nach Bier und . . . Aki? Und nach dem Qualm von meinen Kippen. Mhmm, lecker, Kippen . . .
„Warum schnüffelst du an mir?“
„Weilu nach kippen riechst.“
„Warum riechst du dann nich an direkt deinen Kippen?“
„Weil da nisch dieser er-erooootische Agüü-Touch bei is.“
Ich kichere und kralle mich in seinen Oberarmen fest, damit er nicht rückwärts auf den Couchtisch knallt. Gott, der Kerl hat Muskeln wie Stahl, ich kann das feinste Zucken unter meinen Händen fühlen.
„Weißu Kollege, deine Augen sin au nisch von schlechten Eltern.“
„Tzio, da ham sich meine Alten ziemlich Mühe gegeben . . .“
Ich halte seinem durchdringenden Blick stand, sehe durch seine Augen in sein Inneres, wühle ihn auf und genieße die Verwirrtheit, die er plötzlich ausstrahlt.
„Den Rest ham se aber auch gut hingekriegt.“
„Warn eben fleißig . . .“ Hauche ich ihm ins Ohr, löse dabei meine rechte Hand von seinem Arm und streife sanft über seine Wange.
„Warum machst du das?“ fragt er mit lahmer Stimme zurück und legt seine Hand auf meine Brust und ich spüre, dass sie leicht zittert. Ohne Widerstand lässt er sich von mir zurück aufs Sofa drücken, ich stütze mich mit den Armen zu seinen Seiten auf und lasse meinen Atem über seinen Hals streifen, bevor ich erneut seinen Blick fixiere.
Das Bier hat mich in einen dämmrigen Zustand versetzt, ich fühle mich ganz warm und flauschig irgendwie. Aber der Wodka hat eine ganz andere Wirkung auf mich . . . er lässt das Blut in meinen Ohren rauschen, verstärkt alle Empfindungen auf ein fast unerträgliches Maß und macht es mir dabei unmöglich einen klaren Gedanken zu fassen.
„Weil ich es witzig finde, dass du mich so kiffig anschaust.“
„Ich . . . ich . . . ich . . . du quetscht schon wieder meine Eier ein . . außerdem dreht sisch alles und mia is schlecht.“
„Du hast vergessen, dass du ein stehn hast.“
„Ohmz . . . stümmt.“ Er kämpft sich ein bisschen hoch und stützt sich mit den Ellbogen in den Kissen auf. Prüfend blinkt er unter meinem Bauch hindurch und starrt die kleine Beule an, die sich ganz deutlich durch seine auf halbmast hängende Hose abzeichnet
Nach einem Augenblick des Schweigens zuckt er plötzlich zusammen, scheint gerade bemerkt zu haben, wie nahe er meinem Gesicht jetzt ist, wird ganz rot, wie süß . . .
Seltsamerweise fühle ich mich ganz sicher, bei allem was ich tue. Nie konnte ich eine Frau so mit meinem Blick, meinem Körper, meiner Nähe einschüchtern. Ich will nicht ständig unterdrückt werden, ich will auch mal oben liegen. Und Aki ist so ängstlich, verwirrt und neugierig . . . mein Kopf scheint mit Watte gefühlt zu sein, als ich mit den Fingern vorsichtig durch seine Haare strubble und ihn erneut zurückdrücke. Aki ist der Oberchecker was Frauen angeht, wickelt sie um den kleinen Finger ohne die geringste Anstrengung . . . aber jetzt liegt er hier so, keine Spur von seinem Selbstbewusstsein, er ist ein Häufchen Unsicherheit und Begierde, bereit, etwas von mir zu lernen. Das erste Mal in unserem Leben . . .
Meine Bewegungen werden fahriger, ich versuche mit den Hände unter sein Tanktop zu fahren, schaffe es nicht und zerre ungeduldig daran herum ohne darauf zu achten, dass er regungslos wie ein Brett unter mir liegt.
Erst als ich ihm das Shirt über den Kopf gezogen und über die Sofalehne geworfen habe, macht er den Mund auf, um etwas zu sagen, zögert aber, als ich beginne seine Brustwarzen mit meiner Zunge zu umspielen.
„Lauri . . .“
„Hundertfünfzig die Stunde . . . Freundschaftspreis.“
Ich bin wirklich nicht witzig, wenn ich betrunken bin.
„Kannst du . . . mich küssen?“
„Was?“
„Ich hab noch nie . . .“
„Ich dachte das Level könnten wir überspringen, ich hab ganz andre Sachen mit dir vor.“
Knurrend stoße ich mich von ihm ab, greife fahrig nach der halbleeren Wodkaflasche auf dem Tisch und nehme einen großen Schluck. Schnell rinnt mir die brennende Flüssigkeit den Rachen hinunter und macht meine Welt binnen weiniger Sekunden wieder verschleiert und taumelig, der einzige scharfe Sinn liegt zwischen meinen Beinen und wartet nur darauf, zu beiweißen, dass wir sowas wie nen NightRider nicht im geringsten nötig haben . . .
„Ich will aber.“
„Es is mir scheißegal, was du willst . . .“
Trotzdem beuge ich mich zu ihm hinunter, lecke aufreizend über seine Wange und presse schließlich meine Lippen auf seinen Mund. Er will den Moment auskosten, doch ich gebe ihm keine Chance, sondern verschaffe mir ungeduldig Einlass. Stürmisch stupse ich seine Zunge an, um mit mir zu spielen, immer wieder, bis er die Bewegung erwidert, mich zurückdrängt und neugierig über meine Zähne streift, meinen Gaumen kitzelt. Unwirsch löse ich mich von ihm, er hat nichts zu tun, wenn ich ihn nicht ausdrücklich darum bitte oder es ihm erlaube, nicht heute.
„Das hätten wir ja jetzt.“ Knurrend beginne ich an seiner Hose zu zerren, habe sie nach wenigen Versuchen bis in seine Kniekehlen zurückgezogen und starre schließlich entsetzt zwischen seine Beine.
„Wasn jetz los?“
„Das . . . passiert . . . wenn ich betrunken bin.“ Murmelt er und läuft bis unter den Haaransatz knallrot an.
„Oh man . . . aber ich bin n Schlappschwanz, is klar, ne.“
Ärgerlich krieche ich von ihm herunter, rapple mich auf die Beine und wanke schwankend bis zur Tür.
„Kannst hia pennen . . . da unten is mein Lap, kannst dir au glei nen NightRider bestelln.“ Ich kichere kurz und gehässig, dann taste ich mich vorsichtig an der Wand entlang und falle schließlich mit einem erschöpften Stöhnen in mein Bett. Scheiße, ich fühl mich verdammt unbefriedigt, aber zum wichsen, müsst eich die Hand bewegen und ich hab grade das Gefühl, aus purem Blei zu bestehen.
Na ja, so wie ich mich kenne, hab ich morgen früh immer noch einen stehn, also brauch ich jetz ja nich . . . .



Uaaah...man is das hell hier...Ich blinzle mit den Augen und schaue geradewegs in die Sonne,die ins Wohnzimmer scheint. Ich bin blind...
Müde richte ich mich auf und sehe mich um. Leere Wodka- und Bierflaschen..
Und plötzlich kommt die Erinnerung zurück. „Fuck...“ Moah bitte,lass Lauri alles vergessen haben...so was von peinlich...
Ich bin vollkommen verwirrt,erinnere mich an meine Gefühle letzte Nacht und stütze meinen Kopf auf meine Hände. Was war gestern Abend los? Lauri war so..so anders,und jetzt bin ich noch verwirrter als in den letzten Tagen,Wochen,Monaten..Kopfschüttelnd stehe ich auf und gehe in die Küche um Kaffee zu kochen.
Gedankenversunken rühre ich wenige Minuten später in meiner Tasse und schrecke auf. „Na,Schlappi?“ Lauri kommt grinsend in die Küche,nimmt sich Kaffee und lässt sich gegenüber von mir auf einen Stuhl sinken. Verpsannt rühre ich weiter in meiner Tasse. „Ey Alter,das passiert jedem Mal..und wenns gar net mehr geht-mein Nightrider ist immer für dich da!“ Seine Augen blitzen belustigt auf und er nimmt einen Schluck Kaffee. Ich wette,er wird jahrhundertelang darauf rumreiten..Fuck ey warum musste das ausgerechnet bei Lauri passieren?Obwohl..
Ich schaue zu Lauri auf und grinse ihn an. „Naja,Lauri..weißt du,sowas passiert nun mal wenn man was total abtörnendes vor sich hat,verstehst du?“
Ohne seine Antwort abzuwarten stehe ich auf,nehme meine Sachen und verlasse die Wohnung. Bloß schnell weg hier..

[2 Tage später]

Eero,Pauli,Lauri und ich stehen vor unserer Plattenfirma,vor uns unmengen von Gepäck. Die nächsten 4 Wochen werden wir durch Skandinavien touren,und ich kann mich nich erinnern jemals weniger Lust auf touren gehabt zu haben. Am Anfang war die Sache mit dem Coversongs ja noch ganz lustig,auch die Kleider fand ich lustig,aber mittlerweile wünsche ich mir nichts sehnlicher,als wieder hinter meinen Drums sitzen zu dürfen. Und dann noch die Tatsache,4 Wochen mit Lauri auf engstem Raum zusammenleben zu müssen,nach dieser scheiß Nacht...Es ist zum Kotzen! Und dieser scheiß Bus is auch schon eine virtel stunde zu spät..Grrr,irgendjemand wird gleich dran glauben müssen,und wenn er oder sie mich auch nur anspricht..ich bin wüüüüüüütend...
Weitere 5 minuten später taucht der Tourbus endlich am Ende der Straße auf. „Wird ja auch langsam mal Zeit..“ grummle ich und mache mich daran,mein Gepäck aufzuheben und verstaue es wenig später im Bus. Lauri kommt und belegt die Koje unter mir. Och neee...kann der nich jetzt wnigstens nen bisschen auf Abstand gehen?
„So meine Herren,alles Gepäck verstaut?Sehr gut..“ Seppo wuselt aufgeregt herum.
„Detlef wird uns ja auch begleiten und...“ „Aber der Spasti is doch wohl net bei uns im Bus oder?“ fauche ich und verschränke meine Arme. „Aki,ich warne dich,Seppo ist im moment ein der wichtigsten Personen dieser Band!“ „Dann soll er sich doch vor dem Publikum zum Affen machen,ihm scheints ja zu gefallen!“ schlägt sich Lauri auf meine Seite. „War ja klar dass ihr beiden wieder mal rebelliert!Aber ich sage euch,irgendwann werdet ihr ihm und mir noch dankbar sein,glaubt mir!Aber keine unnötigen Sorgen,Detlef,die anderen Coaches und ich werden einen eigenen Bus haben...seid ihr jetzt zufrieden?“ Synchron nicken wir und ich seufze erleichter,als Seppo endlich aus dem Bus verschwindet,der Motor angelassen wird und wir losfahren. Endlich isser weg...
„Wo ist der erste Gig?“ fragt Pauli in die Runde und wiedereinmal ist Eero der einzige,der unseren Plan kennt. „In Stockholm..morgen abend!“ „Aso,danke..“ murmelt er und verzieht sich in seine Koje. Eero steht ein paar Sekunden planlos herum,setzt sich dann ebenfalls in seine Koje,schließt die Augen und fängt an zu meditieren. Vielleicht sollte ich seine Taschen kontrollieren udn sämtliches Gras,Ingwerzeugs und andere Drogen konfiszieren..kann man bestimmt immer mal gebrauchen,um Lauri eins auszuwischen..
Auch wenn ichs niemals zugeben würde ist mir die Sache immer noch peinlich...Lauri und ich haben uns seit dem nicht mehr gesehn und haben deswegen auch nicht mehr drüber geredet..kann ich erhlich gesagt aber auch druff verzichten!
Aber mal sehn,was noch alles so passiert die nächsten vier Wochen...


Oh maaaaaan, wär hätte gedacht, dass Aki dermaßen prüde sein kann. Er tut, als hätten wir sonst was angestellt, dabei bin ich nicht mal in den Genuss des Wissens gekommen, dass ich eindeutig den Größeren hab . . . egal, das weiß ich auch so. Trotzdem, ich kann einfach nicht verstehen, warum er sich so seltsam benimmt. Wir sind verdammt noch mal Rockstars, wir waren völlig besoffen und wir sind weder katholisch, noch keusch noch sonst irgendwas, was es ein Verbrechen machen würde, ein bisschen an seinem besten Freund rumzulecken. Und dazu kommt noch, dass es ziemlich gut war . . . und er WOLLTE, dass ich ihn küsse. Gesagt, getan, so bin ich eben. Und wenn er mir weiterhin so überdeutlich ausweicht, werde ich ihm das auch mal unter die Nase reiben. Ich hab kein Bock mehr, ständig so heimlich von ihm angestarrt zu werden, das geht jetzt schon seit Tagen so. Um ihn zu ärgern, hab ich mir das Bett unter ihm geschnappt und werde jede Nacht mit dem Kopf und den Füßen an der Decke über mir herumtrommeln und so tun, als ob ich schlafe, hehe. Wenn ich böse wäre, würde ich natürlich allen die Story brühwarm erzählen und die Tatsache, dass klein Aki schlapp gemacht hat, noch ein bisschen ausschmücken, sodass er in Zukunft als richtiger Versager dasteht. Arschloch . . . sein kindisches Verhalten kotzt mich an. Normalerweise labert er rund 12 Stunden am Tag nur über Sex, den Rest verschläft er. Aber seit diesem kleinen Vorfall vermeidet er tunlichst alles, um nicht über das Fädchen in seinen Shorts reden zu müssen. Gott, am liebsten würde ich ihm eine reinhaun, damit er wieder einigermaßen normal wird . . .
Griesgrämig latsche ich in die Küche und schmeiße mir etwas von dem Asia-Müll, das Seppo immer tiefgefroren und in Massen kauft, in die Mikrowelle und will mir gerade eine noch nicht verbogene oder angenagte Gabel aus dem Besteckfach ganz unten fischen, als ich höre, wie neben mir der Kühlschrank aufgeht. Aus der Hocke sehe ich zu den schwarzen Baggys hoch, deren Reißverschlüsse leise Klimpern, als deren Träger die Tür zupfeffert. Im nächsten Moment bemerkt Aki mich, starr mich mit großen Augen und will sich schnell wieder verpissen, aber ich bin schneller und halte ihn an seinem rechten Bein fest.
„Siehst abgespannt aus . . . soll ich dir einen blasen?“
„Lass das!“ faucht er aufgebracht zurück und zerrt an seinem Bein.
„Dann hör gefälligst auf, mich wie Dreck zu behandeln.“
„Das tu ich überhaupt nicht!“
„Ach ja? Und warum läufst du dann weg, wenn du mich in zehn Kilometer Entfernung auf dich zu schleichen siehst?“
„Weil, weil . . . ich bin nicht schwul!“
„Tzio, da haben wir ja was gemeinsam.“
„Dir ist vielleicht egal, was passiert ist, aber mir nicht . . . Ich bin nicht schwul!“
„Das sagtest du bereits. Verdammt Aki, ich will nix von dir, ich krieg keine weichen Knie, wenn ich dich sehe und ich bin ebenfalls NICHT schwul. Aber ich brauch dich, um Helsinkis Biervorräte zu vernichten und um endlich an Mirja ranzukommen.“
„Warum . . . warum hast du das dann gemacht?“
„ Weil ich betrunken war und es witzig fand, wie bescheuert du dich angestellt hast . . . wien Tennie.“
„Das ist doch Bullshit, ich hab mich nicht bescheuert angestellt.“
„Oh dooooooooooch!!“
„Gar nich.“
„Geh und spiel mit deinen Autos, Kleiner. Ich geh jetzt Mirja anrufen und frag sie, wies meinen Blumen geht.“
„Aber du hast doch nur drei Kakteen.“
„Ich hab mirn bisschen Grünzeugs von der Gärtnerei geholt, damit ich nen Grund hab, mit ihr zu reden.“
„Ähm, Frieden?“
„Hä?“
„Naja, beste Freunde lässt man doch zuhörn, wenn man mit ner Braut labert . . .“
„Stümmt . . .“
„Also? Beste Freunde?“
„Okay . . . gehen wir nachher Eeros Tee in Tonnis Shorts umfüllen?“
„Aber immer doch.“ Mit einem breiten Grinsen und einem riesigen Schokoladenpudding verlässt er unsere kleine Bordküche. Nachdenklich nehme ich mir endlich eine Gabel und ziehe Vorsichtig meine ThaiNudeln aus der Mikro, verbrenne mir natürlich glatt die Finger daran. Jetzt soll also alles wieder okay sein? Nachdem wir zwei Wochen nicht miteinander geredet haben? Das ging zu einfach . . . Oder ich mache mir einfach viel zu viele Gedanken. Männer labern eben nicht lange rum. Naja, Aki . . .
Während ich genüsslich eine Chilischote knabbere und mein Handy aus meinem Rucksack krame, beschließe ich, nicht weiter über die Sache nachzudenken. Ich hab einfach zu oft auf irgendwelchen Aftershowparties mit anderen Typen rumgeknutscht und das Lost and Found hat das ganze auch nicht gerade besser gemacht. Aber verdammt, ich nehm das nicht so ernst, ist doch witzig . . . nur Spaß. Ich poppe ja schließlich nich mit denen . . . .



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